[{"content":"Dieser Artikel ist nur auf Englisch verfügbar, entweder auf dieser Webseite, bei der Webseite von Computer Physics Communications 110088 (DOI: 10.1016/j.cpc.2026.110088), oder direkt als PDF. Weitere Informationen zu Pigreads können online im Code-Repository auf GitLab sowie in der Dokumentation gefunden werden.\n","date":"2026-02-23T00:00:00Z","image":"/2026/02/23/kabus2026pigreads/fig/abstract.png","permalink":"/de/2026/02/23/kabus2026pigreads/","title":"Pigreads: The Python-integrated GPU-enabled reaction-diffusion solver using OpenCL for cardiac electrophysiology and other applications"},{"content":"Titelbild: Hapynionbrug, Leiden, Nederland\n","date":"2025-12-26T20:00:00+01:00","image":"/2025/12/26/calendar/00.jpg","permalink":"/de/2025/12/26/kalender/","title":"Kalender mit Reisephotos 2025"},{"content":"Meine Verteidigung hat am 10. Juni 2025, 10:00 im Schloss von Arenberg in Leuven, Belgien stattgefunden.\nDie volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\nSiehe auch das Dankwort, in dem ich Euch für Eure kontinuierliche Unterstützung danke.\nVeranstaltungsort: Schloss von Arenberg Als älteste Universität im Benelux befindet sich die KU Leuven in historischen Gebäuden verschiedenster Baustile und Epochen. Mir war es eine Ehre, in das Schloss von Arenberg aus dem 16. Jahrhundert einzuladen. Es liegt ein paar Kilometer außerhalb von Leuven.\n10:00: Einlass 10:30: Präsentation 11:15: Fragen der Jury 12:15: Herzlichen Glückwunsch 12:30: Empfang Catering Geschenke Gruppenfotos 14:30: Ende des Empfangs Der Tag wurde mit einem frühen Abendessen nur für enge Familienmitglieder fortgesetzt und endete mit einer Kneipentour auf dem Oude Markt im Stadtzentrum von Leuven.\n","date":"2025-06-10T10:00:00+02:00","image":"/2025/06/10/defence/cover.jpg","permalink":"/de/2025/06/10/defence/","title":"Verteidigung der Dissertation von Desmond Kabus"},{"content":" Eine PDF Version der Abschlussarbeit ist online verfügbar, der vollständige englischsprachige Inhalt ist aber auch auf dieser Webseite unter den Links am Ende dieser Seite zu finden.\nDissertation presented in partial fulfillment of the requirements for the degrees of:\nDoctor of Science (PhD): Mathematik Doctor of Philosophy (PhD): Medizin Institutionen:\nKU Leuven, Arenberg Graduiertenschule, Fakultät für Naturwissenschaften Leiden University Medical Center (LUMC), LUMC Graduiertenschule, Fakultät für Medizin Promoteren und Copromoteren:\nDr. Hans Dierckx (LUMC) Prof. Dr. Daniël A. Pijnappels (LUMC) Dr. Antoine A.F. de Vries (LUMC) Prof. Dr. Tom Van Doorsselaere (KU Leuven) Mitglieder des Prüfungskomitees:\nProf. Dr. Stefan Van Aelst (Vorsitzender, KU Leuven) Prof. Dr. Piet Claus (KU Leuven) Prof. Dr. Jasmina Magdalenić Zhukov (KU Leuven) Prof. Dr. Roeland Merks (Leiden University) Dr. Vincent Portero (LUMC) Prof. Dr. Maxime Sermesant (Inria, IHU Liryc, 3IA Côte d\u0026rsquo;Azur) Zusammenfassung Herzrhythmusstörungen wie Vorhof- und Kammertachykardie und -flimmern können auf verschiedene Arten behandelt werden. Diese Arrhythmien sind durch eine abnorme elektrische Aktivität im Herzen gekennzeichnet, in der das Gewebe wieder und wieder erregt wird, wie zum Beispiel in Spiralwellen. Ärzte können zwischen verschiedenen Methoden wählen, die von Medikamenten bis hin zu chirurgischen Eingriffen wie der Ablation oder der Implantation eines Schrittmachers oder Defibrillators reichen. Diese Entscheidungen hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, die letztlich alle darauf hinauslaufen, die elektrische Aktivität so zu beeinflussen, dass ein gesunder Herzrhythmus wiederhergestellt wird.\nEs ist nicht immer klar, welche Behandlung für einen bestimmten Patienten die beste ist und welches Ergebnis zu erwarten ist. Die Diagnose und Behandlung der Ursache einer Arrhythmie, zum Beispiel durch Lokalisierung von wiederkehrender Erregung, ist ein komplexer Prozess, bei dem auch die einzigartige Anatomie und Physiologie jedes Patienten berücksichtigt werden sollte. Aus diesem Grund sind personalisierte Computermodelle des Herzens \u0026ndash; so genannte kardiale digitale Zwillinge \u0026ndash; vielversprechend für die Zukunft der Kardiologie.\nDie Erstellung von Computermodellen der elektrischen Aktivität auf der Ebene einzelner Zellen des Herzmuskels ist nach wie vor eine Herausforderung. Die Reaktion einzelner Zellen auf Stimuli muss gemessen und dann zu einem Modell kombiniert werden, das dann auch in der Lage sein sollte, das Verhalten auf Gewebe- und Organebene vorherzusagen \u0026ndash; was ein großer Sprung sein kann, der umfangreiche Validierung erfordert.\nIn dieser Dissertation erforschen wir computergestützte Methoden für die personalisierte Modellierung der Elektrophysiologie des Herzens. Wir erstellen Softwarepakete zur numerischen Simulation der Reaktions-Diffusions-Gleichungen für die elektrische Aktivität des Herzens. Wir entwickeln auch Methoden, um die Zentren von Spiralwellen im Herzen als Phasendefekte zu erkennen und zu untersuchen. Wir beschreiben die Entstehung von Herzrhythmusstörungen durch Quasiteilchen in Feynman-ähnlichen Diagrammen. Außerdem erstellen wir datengesteuerte Modelle für die Elektrophysiologie des Herzens direkt aus optischen Aufnahmen der elektrischen Spannung in Monolayern \u0026ndash; Videos der Erregungswellen in zweidimensionalen Gewebeproben.\nWährend das reaktions-diffusions-basierte Softwarepaket für sehr detaillierte Simulationen der elektrischen Muster im Herzen verwendet werden kann, vereinfacht der neuartige datengesteuerte Ansatz die Erstellung von Modellen, die auf einzelne Gewebeproben ausgelegt sind, bei wesentlich geringeren Rechenkosten. Die Dynamik von Spiralwellen kann allein aus den Daten von radialen Wellen vorhergesagt werden. Der Phasendefekt-Ansatz bietet eine neue Möglichkeit zur Untersuchung von wiederkehrender Erregung im Herzen: Mit der Quasiteilchen-Beschreibung konnten wir tiefere Einblicke in die Mechanismen der Arrhythmiebildung gewinnen.\nDie vorgestellten Methoden sind weitere Schritte auf dem Weg zur Erstellung vollständig personalisierter digitaler Zwillinge des Herzens. In Zukunft könnte die Methode zur Erstellung datengesteuerter Modelle genutzt werden, um ein allgemeines Modell der Erregungswellen im Herzen zu einem patientenspezifischen Modell zu verfeinern. In Verbindung mit dem Phasendefektansatz könnte dies zu verbesserten Diagnose- und Behandlungsstrategien für Herzrhythmusstörungen führen, die dann wirklich individuell sind.\nKapitel Die Kapitel meiner Doktorarbeit sind leider nur in Englisch verfügbar.\nIntroduction to computational modelling of cardiac excitation waves The Ithildin library for efficient numerical solution of anisotropic reaction-diffusion problems in excitable media Numerical methods for the detection of phase defect structures in excitable media Analysis of complex excitation patterns using Feynman-like diagrams Fast creation of data-driven low-order predictive cardiac tissue excitation models from recorded activation patterns Steps towards true cardiac digital twins Dankwort ","date":"2025-06-10T09:45:00+02:00","image":"/2025/06/10/dissertation/cover.svg","permalink":"/de/2025/06/10/dissertation/","title":"Towards data-driven generation of individualised human heart models from scalable heart muscle sheets"},{"content":" Dieser Text ist Teil meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\nBesides all of the knowledge I gained about computational modelling of the heart, I can say that in my \u0026ldquo;global PhD\u0026rdquo;, I certainly learned a thing or two about the logistics of interdisciplinary and international collaboration: countless moves between the Netherlands and Belgium, negotiating the bureaucracy of two universities, and the challenges of building bridges between mathematics and physics on the one hand, and biology and medicine on the other. Over these four years, I have become a cosmopolitan European\u0026mdash;and I am grateful to all the people I have met along the way who helped shape the person that I am now. From my birth place of Bochum to Kortrijk, Gent, Leuven, and of course my new home of Leiden, I have been welcomed with open arms. Truly, thank you all.\nThe term \u0026ldquo;Doktorvater\u0026rdquo; (doctoral father) is a fitting description for the role of a PhD supervisor, though I have been lucky enough to have a whole doctoral family to support me. I would like to thank my supervisors Hans Dierckx, Daniël Pijnappels, and Antoine de Vries for pushing me to become a better scientist day by day. They gave me the freedom to explore the ideas that interested me at any moment, while also providing the guidance to keep me on track. Hans, thank you for the brainstorming sessions drawing diagrams on the blackboard distributing colourful chalk dust all over the room. Daniël, thank you for building this truly interdisciplinary lab, a place where groundbreaking research is done every day. Twan, thank you for perfecting the art of scientific writing and for always being available for an interesting chat.\nTo my extended team of supervisors of Alexander Panfilov, Katja Zeppenfeld, and Tom Van Doorsselaere, as well as my supervisory committee, thank you for your support. Sasha, it still makes me smile when we talked about being star-struck when meeting your scientific idols.\nHeartKOR! What a rollercoaster ride it has been. From the first video calls after my job interview during the pandemic with Louise Arno and Lore Leenknegt where we talked as if I was already part of the team, to the group growing with Marie Cloet and Nathan Dermul, the summer school in Bordeaux, and the many productive meetings in Kortrijk and online. I am grateful for both: friendship and science. Louise, thank you for being my carpool buddy; Lore, thanks for letting me store all my moving boxes in your garage while I went on a trip to teach sailing; Marie, thank you for listening to me, tea in hand, whenever I needed to vent; Nathan, big thanks for giving me the grand tour of Roeselare. And Aaron Gobeyn, thank you for showing me how smoothly a master\u0026rsquo;s project can be done.\nAnd of course, gratitude to the Laboratory of Experimental Cardiology with all its members, too many to list. It is an honour and a privilege to be part of this group. Just to name a few: thanks to Tim De Coster for deep mathematical and not-so-mathematical discussions, to Niels Harlaar for introducing me to the optical voltage mapping data, and the technicians Cindy Bart, Juan Zhang, and Sven Dekker for preparing cells for my experiments, etc. Minka Bax, thank you for welcoming me in Leiden while I had to quarantine immediately after moving. Balázs Ördög, thank you for kayaking, sailing, and driving me and my boxes on my first move to Belgium. I am always happy to help in our office gardening sessions, Vincent Portero. Nogmaals hartelijk dank aan iedereen in het lab!\nAlso thank you, my co-authors Christian Zemlin and Olivier Bernus, for the collaboration on the Ithildin paper. I look forward to many more opportunities to work together. Also I would like to thank Jürgen Dreher, who originally introduced me to the field of cardiac modelling for my bachelor\u0026rsquo;s and master\u0026rsquo;s theses.\nTalking about sailing, which has played a big part in my free time to balance out the academic work, I would like to thank everyone in the SIRUB sailing club, especially Michael Hornig, for countless adventures on different waters. Sei es das Mittelmeer, die Ostsee, das IJsselmeer, oder die Seen in Friesland, wir segeln weiter! Mögen alle Winschen richtig belegt werden. Also a big thank you to Merian for the weekends of sailing shenanigans in Scheveningen. Digging out a boat from the sand after a storm is not something you forget easily.\nThen, my dear friends all around the world, some of whom I have known for decades and others I have only met in these last four years probably while travelling. Thank you for being there for me, when we are once again following all ScotRail lines on the map to just find some remote station on GeoGuessr (Schweinstein\u0026rsquo;s gang: Lisa, Julia, Basti, Pascal), when we are hiking over to Hattingen on the weekend (Miguel, Niels, Niklas, Robin2 ), or when we finally update each other about our lives (Kira, Racha, Adriana, Lena). Thank you for all the memories we have made together and the ones we will still make (Dina, Dennis, Zoë, Emil, Veronica).\nMeine Großeltern, Doris und Ralf, ich freue mich immer auf die Zeit, die wir zusammen verbringen, und hoffentlich werden es noch viele Jahre sein. Danke an meine Eltern, Iris und Diethelm, die in mir die wissenschaftliche Neugier geweckt haben und mich immer unterstützen, egal wo ich gerade bin. Wer hätte gedacht, dass wir beide letztendlich in der Medizin landen würden, als ich Physik studiert habe und du Biologie, danke Muriel! Ich bin immer für dich da, liebe Schwester, auch wenn München und Leiden so weit auseinander liegen.\nAnd if I forgot to mention you and yet you are reading this, know that I am grateful for you too.\nSome people think of life as a book with chapters to be closed and opened. Instead, I believe life is more like a river, with tributaries and confluences and meanders. I am not a believer in strict beginnings and endings, not a believer in strict categories to fit in. So let\u0026rsquo;s see what things will remain and what things will change.\nI am looking forward to the journey ahead.\nDesmond Kabus\nLeiden, 2024-12-05\n","date":"2025-06-10T09:30:00+02:00","image":"/2025/06/10/dissertation-acknowledgments/cover.png","permalink":"/de/2025/06/10/dissertation-acknowledgments/","title":"Dankwort meiner Dissertation"},{"content":"Dieses Kapitel ist Teil meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\n","date":"2025-06-10T09:15:00+02:00","image":"/2025/06/10/dissertation-outro/cover.svg","permalink":"/de/2025/06/10/dissertation-outro/","title":"Steps towards true cardiac digital twins"},{"content":"Dieses Kapitel ist Teil meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\n","date":"2025-06-10T09:00:00+02:00","image":"/2025/06/10/dissertation-intro/cover.svg","permalink":"/de/2025/06/10/dissertation-intro/","title":"Introduction to computational modelling of cardiac excitation waves\n"},{"content":"Titelbild: 東京スカイツリー, 日本国 (Sky Tree, Tokyo, Japan)\n","date":"2024-12-04T20:48:09+01:00","image":"/2024/12/04/calendar/00.jpg","permalink":"/de/2024/12/04/kalender/","title":"Kalender mit Reisephotos 2024"},{"content":"Dieser Artikel ist ein Kapitel meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\n","date":"2024-11-22T00:00:00Z","image":"/2024/11/22/arno2024feynman/header.svg","permalink":"/de/2024/11/22/arno2024feynman/","title":"Analysis of complex excitation patterns using Feynman-like diagrams\n"},{"content":"Dieser Artikel ist ein Kapitel meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\n","date":"2024-09-19T00:00:00Z","image":"/2024/09/19/kabus2024ithildin/header.svg","permalink":"/de/2024/09/19/kabus2024ithildin/","title":"The Ithildin library for efficient numerical solution of anisotropic\nreaction-diffusion problems in excitable media\n"},{"content":"Dieser Artikel ist ein Kapitel meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\n","date":"2024-01-03T00:00:00Z","image":"/2024/01/03/kabus2024fast/header.svg","permalink":"/de/2024/01/03/kabus2024fast/","title":"Fast creation of data-driven low-order predictive cardiac tissue\nexcitation models from recorded activation patterns\n"},{"content":"Titelbild: Am Graben, Kaufbeuren, Bayern, Deutschland\n","date":"2023-12-03T15:03:22+01:00","image":"/2023/12/03/calendar/00.jpg","permalink":"/de/2023/12/03/kalender/","title":"Kalender mit Reisephotos 2023"},{"content":"Auf dem Archipel von Guadeloupe sind einige der schönsten Strände, die ich bisher gesehen habe.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Bei einer Wanderung habe ich einen Einsiedlerkrebs getroffen.\nEin Tag Paris zwischen Transatlantikflug und Eurostar-Zugfahrt Your browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Es kann sich lohnen einen Umweg mit der Metro zu fahren.\n","date":"2023-11-13T16:29:44+01:00","image":"/2023/11/13/guadeloupe/river.jpg","permalink":"/de/2023/11/13/guadeloupe/","title":"Flucht vor regnerischem Herbst nach Guadeloupe"},{"content":" Your browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Perfekte Sicht bei Conor Pass.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Authentische traditionelle irische Musik\n","date":"2023-09-28T18:12:13+02:00","image":"/2023/09/28/ireland/ruins.jpg","permalink":"/de/2023/09/28/irland/","title":"Roadtrip in Irland"},{"content":"\n","date":"2023-05-22T13:38:58+02:00","image":"/2023/05/22/oregon/skyline.jpg","permalink":"/de/2023/05/22/oregon/","title":"Frühling im pazifischen Nordwesten"},{"content":"Dieser Segeltörn wurde von SIRUB organisiert, der Segelsport-Interessentengemeinschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Wenn Du im Ruhrgebiet wohnst und Segeln lernen möchtest, besuche doch mal SIRUB.com.\nLiparische Inseln Vulcano: Aktive Vulkaninsel Lipari: Ostern auf der Hauptinsel Salina: Verschlafenes Fischerörtchen Stromboli: Vulkanbesichtigung von See Your browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Noch zirka fünfzehn Seemeilen bis Stromboli.\nPanarea: Insel der Villen Sizilien Taormina Palermo ","date":"2023-04-17T12:09:30+02:00","image":"/2023/04/17/sicily/sunset.jpg","permalink":"/de/2023/04/17/sizilien/","title":"Vulkaninseln und Segelboote"},{"content":"Titelbild: Mangel Halto, Aruba\n","date":"2022-12-13T09:19:12+01:00","image":"/2022/12/13/calendar/00.jpg","permalink":"/de/2022/12/13/kalender/","title":"Kalender mit Reisephotos 2022"},{"content":" ","date":"2022-08-08T12:18:19+02:00","image":"/2022/08/08/aruba/beach.jpg","permalink":"/de/2022/08/08/aruba/","title":"Traumhafte Strände Arubas"},{"content":"Dieser Artikel ist ein Kapitel meiner Dissertation. Die volle Abschlussarbeit ist online auf Englisch als PDF oder kapitelweise auf dieser Webseite verfügbar.\n","date":"2022-07-12T00:00:00Z","image":"/2022/07/12/kabus2022numerical/header.svg","permalink":"/de/2022/07/12/kabus2022numerical/","title":"Numerical methods for the detection of phase defect structures in\nexcitable media\n"},{"content":" Französische Kultur LIRYC Summer School ","date":"2022-07-03T21:20:44+02:00","image":"/2022/07/03/bordeaux/liryc.jpg","permalink":"/de/2022/07/03/bordeaux/","title":"Sommerseminar in Bordeaux"},{"content":"Einblicke in die dänische Kultur Moderne Architektur Leider sehen viele Gebäude, die heutzutage gebaut werden, wie UFOs aus, die mitten in europäischen Altstädten gelandet sind.\nÄltere Architektur Gebäude, die in alten Stilen entworfen wurden, gefallen mir persönlich besser.\nEHRA-Konferenz ","date":"2022-04-05T19:03:44+02:00","image":"/2022/04/05/copenhagen/colour.jpg","permalink":"/de/2022/04/05/kopenhagen/","title":"Neues und Altes in Kopenhagen"},{"content":" ","date":"2021-11-13T15:42:18+01:00","image":"/2021/11/13/luxembourg/valley.jpg","permalink":"/de/2021/11/13/luxemburg/","title":"Ein paar Tage in Luxemburg"},{"content":" Your browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Delfine gesichtet!\nDieser Segeltörn wurde von SIRUB organisiert, der Segelsport-Interessentengemeinschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Wenn Du im Ruhrgebiet wohnst und Segeln lernen möchtest, besuche doch mal SIRUB.com.\n","date":"2021-04-26T11:13:43+02:00","image":"/2021/04/26/croatia/cover.jpg","permalink":"/de/2021/04/26/istrien/","title":"Inselhopping bei Istrien"},{"content":"\nIn Queenstown erreichte mich die Nachricht, dass das ganze Land in Quarantäne gehen würde. Dort wollte ich mir nur noch ein paar touristische Attraktionen ansehen:\nAn der Kawarau-Brücke wollte ich mich noch überwinden einen Bungee-Sprung zu machen. Man kann auch den Hausberg der Stadt mit einer Seilbahn erkunden und mit einer Art Bobbahn wieder hinabfahren. Als Abschluss wollte ich noch einen Burger bei Fergburger essen und mir ein Getränk in der Minus 5° Ice Bar gönnen. Ich frage mich, ob diese Bar etwas mit dem Eishotel nahe Kiruna zu tun hat, da es dort genau so eine Bar gab. Angeblich gibt es solche Bars auch in anderen Großstädten.\nFiordland Von Queenstown wollte ich weiter nach Süden fahren, nächstes Ziel war Te Anau, das Tor zum Fiordland. Wie man schon der Name vermuten lässt, ist diese Region Neuseelands geprägt von abgelegenen, saftig grünen, regnerischen Fjorden. Hier hat man jetzt die Qual der Wahl, welchen von diesen Fjords man sich ansehen möchte:\nMilford Sound ist der wohl berühmteste Fjord Neuseelands. Er ist gut mit Bussen oder mit dem Auto erreichbar1, auch sind die Bootsführungen und Kayaktouren dort am günstigsten. Allerdings sei er auch der mit Abstand Überlaufenste der Fjorde, wovon man aber nicht mehr viel merkt, sobald man den Hafen verlässt. Man kann diesen Fjord als Tagesausflug erkunden, ich fände es aber schön dort zu übernachten, um ihn bei Sonne und Regen zu sehen, da dann die Wasserfälle deutlich spektakulärer seien. Doubtful Sound ist deutlich größer als Milford Sound, ruhiger, aber auch abgelegener. Man erreicht ihn nur in organisierten Touren von Te Anau aus, die erst mit dem Bus zu einer Fähre beginnen, die dann den Manapouri-See überqueren. Dieser See ist übrigens auch sehenswert. Nach der Fährfahrt geht es wieder in einen Bus, der einen zum Boot bringt, dass dann wirklich den Fjord befährt. Die meisten Doubtful Sound-Touren sind mit mindestens einer Übernachtung verbunden. Es gibt auch noch weitere Fjorde, wie Dusky Sound, die deutlich weniger touristisch erschlossen sind. Hierzu weiß ich nicht so viel, allerdings wäre das eine Alternative, wenn man es etwas individueller und abenteuerlicher haben möchte. Von Te Anau aus sollte man als Herr der Ringe-Fan unbedingt das Kepler-Moor ansehen.\nIm Fiordland bietet es sich an, eine Mehrtageswanderung zu machen. Ich hatte mir hierzu schon den Hump Ridge Track und den Kepler Track, einen der Great Walks, rausgesucht.\nSouthland Auch wollte ich mir Invercargill ansehen. Dort sei es wohl total seltsam, wie breit die Straßen seien. Man habe damit gerechnet, dass diese Stadt extrem wachsen würde, was dann aber nicht so gekommen ist.\nSpannender als diese Stadt ist es aber wohl, zum südlichsten Ort auf dem Festland zu fahren, Bluff, von wo man mit der Fähre nach Stewart Island fahren kann. Diese Insel ist ein Vogelparadies, da es dort keine für die Laufvögel gefährlichen Säugetiere gibt. Vor der Insel liegt die deutlich kleinere Ulva Island, auf der ein spezielles Vogelreservat liegt.\nMeine Idee wäre es gewesen, dort eine lange Wanderung mit Zelten nach Süden zu machen, um meinen Südlichkeitsrekord aufzustellen. Man sollte sich dort auf jeden Fall mit einer Rotlichtlampe ausrüsten, da die Kiwi-Vögel vor diesen Lampen keine Angst haben; helles Licht verschreckt sonst den Nationalvogel Neuseelands.\nVon der Ostküste habe ich auch nicht so viel gesehen, weder auf der Süd- noch der Nordinsel. Die Catlins liegen an der Südküste der Südinsel und sind auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt dort keine besonders bekannten Sehenswürdigkeiten, allerdings sei es dort schön und abwechslungsreich. Ein paar nette Dinge dort sind zum Beispiel:\nSlope Point, der südlichste Punkt der Südinsel mit einem Leuchtturm und toller Aussicht, Curio Bay, einem schönen Campingplatz an einem Strand, an dem man auch einen versteinerten Wald, eine Pinguinkolonie und Delphine sehen kann, und die Niagara-Fälle, einer Touristenfalle, da es sich hier um Wasserfälle von wenigen Zentimetern Höhe handelt. Immerhin kann man hinterher sagen, man habe schon mal die Niagara-Fälle gesehen. Auf dem Weg nach Dunedin sollte man sich noch Nugget Point ansehen, wo man nochmal die Chance hat, Pinguine und andere Seevögel zu sehen.\nOstküste Die meisten Städte Neuseelands sind für Europäer nicht so besonders. In der Studentenstadt Dunedin gibt es aber tatsächlich einiges zu sehen:\nDer Bahnhof sei viel zu spektakulär für Neuseeland, ein Land in dem die Eisenbahn keine große Rolle spielt. Man kann auch die Speights-Brauerei besichtigen. Diese Marke ist eine der berühmtesten Biermarken Neuseelands. Jede Stadt in Neuseeland hat schöne Gärten. Dunedins botanischer Garten sei besonders sehenswert. Nachdem es in den letzten Jahren etwas Verwirrung gab, ob es wirklich die steilste sei, hat nach dem aktuellen Stand die Baldwin Street den Titel der steilsten Straße der Welt. Auf der vulkanischen Otago-Halbinsel vor Dunedin gibt es das Larnach Castle, die einzige Burg Neuseelands, die nur wegen der Ästhetik gebaut wurde, und Sandfly Bay, wo man Dünen und Seelöwen sehen kann.\nAn der Küste zwischen Dunedin und Christchurch sind wieder einige Orte, an denen man sich aufhalten sollte: Pinguine bei Kaitiki Point, victorianische Gebäude in Timaru, und Töpferei in Temuka, aber vor allem Oamaru. Dort sollte man die Natur erkunden, das Opernhaus und Steampunk HQ.\nChristchurch und Ausflüge in die Alpen Für Christchurch hatte ich noch nicht so viel geplant. Definitiv wollte ich mir aber die Gebiete ansehen, die durch die starken Erdbeben vor einigen Jahren zerstört wurden und jetzt nicht mehr wieder aufgebaut werden. Das wären der Stadtteil Avondale und die Horseshoe Lake Reserve. Ansonsten wollte ich einfach mal schauen, was sich so ergibt. Um Sehenswürdigkeiten in Neuseeland zu finden, eignet sich Campermate sehr gut.\nEine Fahrt über Arthur\u0026rsquo;s Pass zur Westküste stelle ich mir auch cool vor. Dort kann man wohl schöne Wanderungen in den Südalpen machen, insbesondere zum Castle Hill oder vom Nationalparkdorf aus. In dem Nationalpark läuft man mit hoher Wahrscheinlichkeit Keas über den Weg. Im Ort Springfield entlang des Highways steht ansonsten als Werbegag für den Simpsons-Film ein riesiger Donut.\nEin weiterer cooler Ausflug führt nach Mount Sunday. Dieser Berg liegt spektakulär isoliert auf einer Ebene umgeben von deutlich höheren Bergen und wurde als Drehort für Edoras, der Hauptstadt des Reitervolks Rohan, für die Herr der Ringe-Filme verwendet. Hier kann man wohl auch toll campen und super den dunklen Nachthimmel beobachten. Die Fahrt dorthin über die Kiesstraßen sei auch sehr abenteuerlich.\nNach Akaroa auf der Banks-Halbinsel habe ich es ja noch geschafft, dort hätte ich aber auch noch gerne eine der Bootstouren gemacht und eins der vielen Restaurants besucht.\nWenn ich nochmal die Gelegenheit habe, nach Neuseeland zu reisen, würde ich wahrscheinlich in Queenstown landen und von dort aus mit einem Auto mit Zelt oder einem Campervan eine nette Runde fahren: Erst würde es quer durchs Landesinnere an Mount Cook vorbei nach Queenstown, dann über Te Anau ganz nach Süden nach Bluff gehen. Anschließend die ganze Ostküste hoch.\nIch würde jedem nach Neuseeland Reisenden empfehlen, sich Zeit zu lassen und lieber nur einen kleinen Teil des Landes zu erkunden, als sich zu stressen. Für Stress ist es dort einfach zu schön!\nvorausgesetzt, dass die Straßen befahrbar sind\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2020-04-25T13:31:00+02:00","image":"/2020/04/25/wunschliste-nz/wunschliste-nz-schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/04/25/wunschliste-nz/","title":"Was ich in Neuseeland noch sehen möchte"},{"content":"Am 23. März am frühen Nachmittag gab die Regierung Neuseelands bekannt, dass weitreichende Maßnahmen zur Einschränkung des neuartigen Coronavirus eingeführt werden würden. Insbesondere würden nach 48 Stunden nicht nur alle nicht-notwendigen Geschäfte eingestellt, sondern auch das Reisen nach, aus und innerhalb von Neuseeland. Jeder Mensch in dem Inselstaat solle in häusliche Selbstquarantäne gehen und nur zum Einkaufen und Luft Schnappen vor die Tür gehen.\nDas kam für mich ziemlich überraschend. Bis zu dem Zeitpunkt kam es mir so vor, als würde Neuseeland einen anderen Ansatz zur Bekämpfung der Pandemie einschlagen, da es zu dem Zeitpunkt etwa hundert Fälle gab und diese relativ gut nachverfolgt werden konnten. Ich vermutete, die Regierung würde die Grenzen nach Außen zumachen und im Land alle Erkrankungen zügig identifizieren und isolieren. Ich konnte es nicht fassen, dass meine Reise nun doch so plötzlich vorbei sein würde.\nBei dieser Ankündigung befand ich mich in Queenstown und hatte gerade Joana am kleinen Flughafen abgeholt, mit der ich die Stadt und dortigen Aktivitäten erfahren wollte. Es war ein surrealer Anblick: Mitten am Tag begannen alle Restaurants und Geschäfte zu schließen; an einem Spielplatz sperrten Beamte in Warnweste das Klettergerüst und die Rutsche ab. Wir liefen noch etwas durch den Ort, während wir grübelten, was wir jetzt machen würden. Relativ bald war klar, dass man wenige Optionen hätte, bliebe man in Queenstown. Zähneknirschend sahen wir ein, dass man wegen des großen internationalen Flughafens am Flexibelsten nahe Christchurch wäre, egal, wie sich die Lage weiterentwickeln würde.\nAm nächsten Tag musste ich also mehr als sieben Stunden lang quer über die ganze Insel fahren. Im Landesinneren lebt kaum jemand, hier liegt die Dark Sky Reserve, also das Schutzgebiet für dunklen Nachthimmel. Es gibt jedoch ein paar Touristenorte an Gebirgsseen entlang der Strecke. Davon ist das Mount-Cook-Dorf nennenswert, was zu den Hauptsehenswürdigkeiten Neuseelands zählt. Immer wieder hielt ich an genialen Aussichtspunkten an.\nDie Fahrt ging zur Banks-Halbinsel; dort in dem gemütlichen Ort Akaroa war auch Tereza untergebracht, die ich aus dem fernen Norden kannte. Diese Halbinsel ist eine der wenigen vulkanisch geprägten Gegenden der Südinsel. Hauptsächlich zwei große, sich überlappende Vulkane hoben das Land stark im Vergleich zu der sehr flachen Canterbury-Ebene an. Im Verlaufe der Zeit formte das Wasser Täler und zwei weit in die Halbinsel hineinreichende natürliche Häfen. An einem davon liegt Akaroa, die einzige Kolonialsiedlung von Franzosen in Neuseeland, weshalb die Stadt leicht französisch angehaucht ist: französische Straßennamen, Restaurants und Flaggen.\nErschöpft fuhr ich über den Rand des Kessels und sah dann darin das erste Mal die Bucht und den Ort, an dem ich die Quarantäne verbringen würde. \u0026ldquo;Hier würde es sich gut aushalten lassen\u0026rdquo;, wurde mir in dem Moment klar. Das Madeira Hotel ist eigentlich ein Hostel für Backpacker und ein Pub und liegt im Zentrum des Ortes, unweit des einzigen Supermarktes. Da nur so wenige Leute zur Zeit in dem Hostel leben, habe ich netterweise von dem Hostelbesitzer einen eigenen Raum bekommen, in dem es nur ein überbreites Bett gab. Aus dem Fenster hatte ich sogar Meerblick! Mindestens genauso spannend war aber der Baum, der im Laufe der Wochen von einem saftigen Grün, über Gelb, Rot auf Braun in sein Herbstgewand wechselte. Drei von vier Jahreszeiten in Neuseeland habe ich also schon mitbekommen.\nDie Tage flogen nur so dahin: Gemütlich frühstücken, ein bisschen was programmieren, einmal am Tag eine kleine Wanderung oder zumindest ein Spaziergang, etwas unspektakuläres kochen, viele Filme und Serien schauen und mit den netten Leuten im Hostel oder der Katze Maisie Zeit verbringen. Fast alle in dem Hostel waren deutsch; eine Gruppe von netten Abiturienten lebte schon früher über einen längeren Zeitraum zum Arbeiten in Akaroa und sorgte immer für gute Stimmung in den Gemeinschaftsräumen. Das waren Kathi, Alina, Laura, Hannah und das Pärchen Joni und Ricky. Die zwei Franzosen, Riad und Matthieu, leben dort schon ein paar Monate und wollen noch deutlich länger bleiben. Außerdem lebten dort noch zwei weitere, etwas ältere Deutsche: Jule und Marie, die aber etwas zurückgezogener waren.\nIm Hostel war immer etwas los: An einem Tag habe ich allen Pokern beigebracht und bin dann natürlich als erster rausgeflogen. Über drei Tage haben wir außerdem alle Folgen der spanischen Netflix-Serie la casa de papel über einen fiktiven Einbruch in die spanische Banknotendruckerei gesehen, die ich extrem spannend fand. An vielen Abenden haben wir bei ein paar Bieren zusammengesessen, geplaudert und Spiele gespielt. Da hat mir Guess besonders Spaß gemacht: In dem Spiel fügt jeder heimlich zwei bis drei Lieder zu einer Playlist hinzu; später muss geraten werden, wer welches Lied ausgesucht hat. Wir hatten in dem Hostel nicht nur einen Fernseher, sondern sogar zwei Playstations, an denen wir das stressige Kochspiel Overcooked gespielt haben.\nDass man so viel Zeit drinnen verbringen musste, lies sich jedenfalls gut in dem Hostel aushalten, obwohl ich immer froh war, wenn ich mal wieder raus konnte, auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang zum Leuchtturm war. Mit den Wanderungen habe ich mich etwas vom Lockdown ablenken können und die Umgebung erkunden können. Die Berge der Halbinsel waren erstaunlich steil und hoch. Es hat sich also immer gelohnt, wenn man oben angekommen ist. Durch diese ist der Ort extrem gut vor schlechtem Wetter geschützt: Fast alle Wolken regnen sich an der Außenseite ab, sodass es an der Bucht praktisch immer sonnig und warm ist. Der Kontrast wurde mir richtig klar, als ich bei T-Shirt-Wetter in Akaroa auf der anderen Seite etwas gefroren habe.\nDie deutsche Botschaft in Wellington richtete währenddessen die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik ein: Mehr als zehntausend Deutsche, die nicht mehr aus Neuseeland ausreisen konnten, da praktisch alle Flüge gestrichen waren, sollten nach Hause gebracht werden. Ich tat mich mit der Entscheidung schwer, ob ich diese garantierte Möglichkeit nach Hause zu kommen wahrnehmen würde, oder ob ich das Risiko eingehen würde auf unbestimmte Zeit in Neuseeland zu bleiben, bis man wieder fliegen könnte und der ganze Virusspuk zuende wäre. Letztendlich hat die Vernunft gewonnen und ich meldete mich auf einer speziellen Webseite für die Rückreise an, obwohl ich so einige Ziele verpassen würde, auf die ich mich schon gefreut hatte. In dieser Zeit ist jeder irgendwie dazu gezwungen, Kompromisse einzugehen. Ich finde es aber absurd, aus einem Land mit zu dem Zeitpunkt etwa tausend COVID-19-Fällen in eines mit hundert mal mehr Fällen evakuiert zu werden.\nDas deutsche Rückholprogramm war ein diplomatisches Kunststück: Eigentlich wollte die Regierung von Neuseeland gar keine Reisen zulassen und musste dazu erst vom Bund überzeugt werden. Dann wurden aber täglich mehrere Flüge aus Auckland und Christchurch nach Frankfurt von Air New Zealand und Lufthansa in deren jeweils größten Maschinen geplant. Nach mehreren Aufrufen zur Aktualisierung der Daten im System erhielten schließlich nach und nach alle Interessenten E-Mails mit den Flugtickets, die erst irgendwann in der Zukunft zum Preis eines \u0026ldquo;normalen Economy-Tickets\u0026rdquo; bezahlt werden müssten.\nMein Flug wurde schließlich für Ostersamstag, den 11. April angekündigt. Nach zweieinhalb Wochen Quarantäne ging es für mich also nach Deutschland, wo mich nochmal zwei Wochen Quarantäne erwarteten. In den letzten Tagen zeigte sich Akaroa nochmal von der schönsten Seite: tolle Sonnenuntergänge und warmes, sonniges Wetter. Ich bin sogar einmal kurz beim Steg im Meer geschwommen! Im Hostel gab es nun jeden Tag eine Person, die verabschiedet wurde, sodass es langsam noch leerer wurde. Die Stimmung war aber nicht nur dank des leichten Kiwibiers weiterhin top.\nEine Sorge, die ich hatte, war mein Auto. Ich versuchte natürlich es zu verkaufen, was wegen des Virus aber extrem erschwert war. Zum Glück habe ich tatsächlich ein paar Kiwis gefunden, die mir das Auto mit praktisch keinem Kontakt abkaufen würden. Ich habe zwar einen leichten Verlust gemacht, der aber deutlich niedriger war, als ich befürchtet hatte. Die Anderen im Hostel haben übrigens ihre Autos einfach in Akaroa gelassen und wollen versuchen die Autos aus der Ferne zu verkaufen.\nSchließlich war der Tag da. Um 7:30 morgens verließ ich das Hostel und fuhr ein letztes Mal mit meinem Nissan Note. Diesmal war ich für die Fahrt auch richtig erholt und genoss noch einmal die tolle, abwechslungsreiche Landschaft, bis ich wieder auf der Ebene um Christchurch ankam. Nachdem ich meine Maske aufgesetzt hatte, sammelte ich den Käufer des Autos vor seiner Haustür ein und fuhr mit ihm 5min zum Flughafen. Er wollte sich nicht mal das Auto genauer ansehen und vertraute mir total, dass da alles in Ordnung ist. Hierfür hatte ich eigentlich eine Stunde eingeplant, aber das sollte mir nur recht sein. Er zückte aber sofort das Handy und tippte meine Kontonummer ein. Wenige Minuten später verließ ich mein sein Auto und übergab mit weit ausgestrecktem Arm den Schlüssel. Es war ein wirklich tolles, zuverlässiges Auto.\nVor dem Haupteingang des Flughafens standen schon ein paar Menschen, die auch die Schilder an den Türen entdeckt hatten: \u0026ldquo;Lufthansa / Air New Zealand: confirmed ticket\u0026rdquo; und \u0026ldquo;stand-by passengers\u0026rdquo;. Manche Leute, die in Flughafennähe untergekommen waren, wurden gebeten zum Flughafen zu kommen, um mitzufliegen, falls Leute nicht ihre Flüge antreten würden, was angeblich bis zu 60 von etwa 400 pro Flieger waren. Ich hatte zum Glück ein bestätigtes Ticket und vertrat mir noch etwas die Beine, bis ich relativ weit vorne einen Platz in der Schlange bekam. Leute von der deutschen Botschaft verteilten weitere Formulare, die wir ausfüllen mussten.\nUm halb elf ging es schließlich los. An Tischen, an die Bundesflaggen geklebt waren, wurde der ganze Papierkram erledigt und die Reisepässe kontrolliert. Ab dann hieß es wieder warten an weiteren Stationen: Als nächstes Check-In und Kofferaufgabe bei Air New Zealand, dann die übliche Handgepäckskontrolle, ein paar Sicherheitsfragen für die kanadische Regierung, da wir dort zum Tanken halten würden und schließlich am Gate. Es war schon ein ungewöhnlicher Anblick: niemand im Terminal außer uns, die Geschäfte geschlossen, überall heruntergelassene Gitter. Mitten im Terminal aber ein paar Tische mit Bergen an Wasserflaschen, Chips und Müsliriegeln. Verhungern würden wir nicht.\nUm 14:30 betrat ich endlich den rappelvollen Flieger und stellte überrascht fest, dass ich einen Fensterplatz hatte. Von dort hatte ich einen tollen Blick auf die Banks-Halbinsel und generell die Ostküste, sowie später auf Vancouver, wo wir zwölf Stunden später landeten. Nach einer Stunde Tanken und Lebensmittel einladen waren es von dort aus nochmal zehn Stunden bis Frankfurt. Die Flüge waren bis auf die lange Dauer doch ziemlich unspektakulär. In den etwa 24 Stunden im Flieger wurde es zwei Mal Nacht und wieder Tag, was die innere Uhr doch schon ziemlich verwirrt hat. Im Gegensatz zu der Billigfluggesellschaft Scoot, mit der ich nach Sydney geflogen war, gab es Getränke und vier Mahlzeiten an Board: zwei Dinners und zwei Frühstücke. Auch gab es einige echt gute Filme und Serien im Entertainmentsystem. Ich habe mir zum Beispiel ein paar Folgen Wellington Paranormal angesehen, in der die Polizei in Wellington außergewöhnliche Fälle untersucht, wie zum Beispiel Vampire, Aliens, \u0026hellip;\nEs war schon echt ein langer Flug. Die beiden Crews von Air New Zealand, die uns geflogen haben, haben sich aber Mühe gegeben, es für uns so angenehm wie möglich zu machen. Um sechs Uhr morgens Ortszeit sind wir endlich am Flughafen von Frankfurt am Main gelandet. Natürlich haben alle Passagiere das Klischee erfüllt und lautstark für die Crew applaudiert. Die hat sich dann auch bei uns bedankt, dass wir so ruhig geblieben sind, da so lange wie wir noch nie jemand in einem Air New Zealand-Flugzeug gesessen hätte. Wir durften nicht alle auf einmal das Flugzeug verlassen, sondern nur in Gruppen nach den Sitzplätzen, um den Kontakt mit den anderen im Flugzeug zu minimieren. Durch die automatisierte Reisepasskontrolle ist man dann sehr schnell zu den Gepäckbändern gekommen und raus Richtung Bahnhof.\nDer ganze Ablauf des Rückholprogramms lief so reibungslos, dass ich einen ICE zwei Stunden früher als geplant bekommen habe. Die Schaffnerin hat mich netterweise mitgenommen, obwohl ich nur ein Ticket für den späteren Zug gehabt hätte. Mit beeindruckenden 300km/h raste der Zug ohne Stopp bis Köln und nach insgesamt weniger als zwei Stunden kam ich am vertrauten Hauptbahnhof von Bochum an. Mir war das nicht bewusst, dass der Frankfurter Flughafen zeitlich so nah am Ruhrgebiet liegt. Wenn ich in Zukunft mal wieder fliegen werde, werde ich auch nach Flügen aus Frankfurt suchen, nicht nur aus den näheren Flughäfen in Düsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn oder Weeze\u0026hellip; Sowohl im ICE als auch in der 308-Straßenbahn war es schaurig-leer.\nUm halb elf am Ostersonntag kam ich nach 37 Stunden Reisen zu Hause an und begab mich nach einer wohltuenden Dusche in Quarantäne. Es wäre schön gewesen, wenn ich unter anderen Umständen nach Hause gereist wäre, da ich noch gerne mehr von Neuseeland erkundet hätte, jedoch war ich dann doch froh, wieder zu Hause zu sein.\nEines Tages komme ich aber bestimmt noch einmal nach Neuseeland, es bleibt nur noch zu sagen:\nMā te wā! (Maori für \u0026ldquo;Auf Wiedersehen!\u0026rdquo;)\n","date":"2020-04-16T14:37:00+02:00","image":"/2020/04/16/akaroa/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/04/16/akaroa/","title":"Der Fall Neuseelands"},{"content":"Von der Westküste ging es für mich ins Landesinnere; so weit war ich vom Meer während meiner ganzen Zeit in Neuseeland noch nie entfernt. Umgeben von den Bergen der Südalpen liegen dort aber die tiefen, zentralen Seen; weit weg von großen Wasserflächen ist man in Neuseeland nie.\n\u0026ldquo;The water which rises in the mountain is the blood which keeps the mountain in life.\u0026rdquo;\nLeonardo Da Vinci1\nNachdem ich über den Gebirgspass in die Otago-Region gefahren bin, ging es als erstes zu den Blue Pools, das sind durch eiskalte Bäche gefüllte, tiefblaue Becken in denen man sich super an dem heißen Tag abkühlen konnte.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Ich bin sogar relativ unelegant von der Hängebrücke gesprungen, die die Becken überspannt\u0026hellip;\nUm meinen vorherigen Eintrag zu schreiben, schlug ich auf einem malerisch am Hawea-See liegenden Campingplatz ohne Mobilfunkempfang mein Zelt auf und schrieb entspannt mit einem Glas Wasser mit Sirup über meine Erlebnisse an der Westküste. Ich mag diese abgelegenen Plätze, zu denen man sich auf einer Kiesstraße zwischen Kühen durchschlängeln muss, sehr gerne.\nSeestadt Wanaka Als ich dann am nächsten Tag in Wanaka ankam, um den Eintrag ins Internet zu stellen, wurde ich etwas von der Zivilisation überwältigt: Der ganze Ort war voller Menschen, da dort die jährliche Landwirtschaftsmesse stattfand. Jedes Hostel war ausgebucht, ich habe am Ende dann doch wieder gecampt, obwohl ich das Wochenende eigentlich mal wieder in der Stadt übernachten wollte. Ansonsten traf ich mich dort nochmal mit Jana, die mir begeistert von einer kostenlosen Weinprobe erzählte. Mit ihr aß ich ein Eis, saß entspannt am See und plauderte mit ihr.\nNach einem Besuch im New World, der teuren Variante von Pak\u0026rsquo;nSave, habe ich noch etwas beim Campingplatz entspannt und den nächsten Tag geplant. Ich wollte tatsächlich zu der Landwirtschaftsmesse gehen, davor bin ich aber erstmal zu dem Weingut Rippon gewandert. Die Weinverkostung war spannend, da uns zu jedem Wein etwas erzählt wurde, allerdings waren mir die meisten Proben zu sauer. Das läge daran, dass es in Wanaka wegen des Sees immer relativ kühl bleibe, sodass die Trauben nicht so viel Zeit haben um mehr Zucker zu bilden.\nDie Messe war dann eine Reizüberflutung: Alles, was auch nur ansatzweise mit Landwirtschaft und Landleben zu tun hat, war vertreten. Von Traktoren bis zu Sportbooten, von Ziegen bis zu Sprungpferden, von Hirschwurst bis Honig. Ich fand es total spannend, an den ganzen Ständen vorbeizugehen und alles zu beobachten. An einem Stand wurde den Hasen der Krieg erklärt, an einem anderen bekriegten sich zwei Männer in einem Holzhackwettbewerb. Ein großes Gebiet auf der Messe wurde für die Springreitwettkämpfe reserviert. Auf der Messe habe ich wieder einiges an Sonne abbekommen, so schlief ich danach schnell erschöpft ein.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Der Linke hat 10 Sekunden später angefangen und war trotzdem schneller fertig.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. So nah neben der Hürde zu stehen, war auch sehr beeindruckend.\nIn dem DOC2-Informationszentrum in Wanaka habe ich mich zu dem aktuellen Zustand der Liverpool Hut erkundet, die ich gerne erwandern wollte. Mal wieder eine zweitägige Wanderung, zu der ich gut ausgerüstet mit meinem Rucksack antrat. Als kürzere Aufwärmwanderung kletterte ich aber erst auf Roys Peak, dem Hausberg von Wanaka. Ich fand es ganz witzig, dass ich einem Allgäuer über den Weg gelaufen bin, der erst vor wenigen Tagen angekommen war. Am Gipfel war mir wieder etwas mulmig, da es dort recht windig war\u0026hellip; Beim Weg nach Oben war es noch relativ überlaufen, beim Abstieg waren die tollen Aussichtspunkte aber fast menschenleer. So konnte man das besser genießen. Anschließend gab es zur Belohnung noch eine gute Portion Fish and Chips.\nMount Aspiring-Nationalpark Für die längere Wanderung zur Liverpool Hut ging es mit dem Auto erstmal in den Mount Aspiring-Nationalpark. Durch das Tal führte eine aufregende Kiesstraße: Ich wurde von mehr als zehn Viehgittern3 durchgerüttelt und mein Auto von fünf Furten durchnässt. Schließlich kam man an einem Schild an, dass man nicht weiter mit Autos fahren dürfte. Ab hier musste ich also weiter wandern. Die ersten 15km führten einfach weiter durch das spektakuläre Tal, von dem man einige atemberaubende Blicke auf Berge und Gletscher hat. Die letzten zwei Kilometer gingen jedoch fast senkrecht an einer Bergflanke hoch. Bis zur Hütte musste man also mit vollem Körpereinsatz klettern. Mit dem schweren Rucksack habe ich mich gefühlt wie Frodo und Sam, die Gollum folgend nach Mordor klettern.\nSchließlich kam ich dann endlich bei der Hütte an und legte den Rucksack ab. Danach habe ich mich leicht wie eine Feder gefühlt! Mit den anderen neun Leuten in der Hütte habe ich dann bei Kerzenschein geplaudert bis plötzlich ein komisches Geräusch von Draußen kam. Ein Kea, also ein neuseeländischer Bergpapagei, kletterte am Wassertank herum. Der Geruch der Strümpfe, die ein Wanderer draußen hingelegt hatte, hatte ihn angelockt. Etwas enttäuscht, dass wir ihn nicht füttern würden, hat er sich dann irgendwann aus dem Staub gemacht.\nDer Abstieg war dann wieder der spannendste Teil des Rückwegs, insbesondere, da man dabei beobachten konnte, wie der Abwassertank per Helikopter abgeholt wurde! Das war wohl die am meisten Adrenalin geladene Wanderung, die ich je gemacht habe.\nDie Umgebung von Queenstown Auf dem Weg Richtung Queenstown habe ich noch einen Zwischenstopp in Cromwell gemacht, wo Julius zur Zeit wohnt, den ich aus Blenheim kannte. Der Ort ist wegen genau zweier Gründe interessant: Cromwell liegt von allen Städten in Neuseeland am weitesten entfernt vom Meer und große Teile der Altstadt liegen am Grunde des Stausees. Ein paar alte Gebäude haben sie aber dort noch erhalten können.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Völlig fasziniert habe ich ein paar Leuten beim Bungee-Springen zugesehen.\nAn der östlichen Einfahrt nach Queenstown liegt das Kawarau-Tal, durch das sich ein Fluss und der Highway schlängelt. Eine schöne Brücke aus Stein, Holz und Stahl überquert an einer Engstelle das Tal, die jetzt hauptsächlich wegen einer Aktivität bekannt ist: Hier wurde das Bungee-Springen erfunden! Ohne moralische Unterstützung wollte ich aber nicht selbst springen, also bin ich schließlich weitergefahren.\nDa Queenstown viel zu überlaufen war, fuhr ich direkt weiter am See entlang. Die Fahrt war absolut sehenswert. An ein paar netten Campingplätzen am Wakatipu-See genoss ich dann das gute, aber langsam recht herbstliche Wetter und machte diverse kleinere Wanderungen und Ausflüge. Am Samstag hat mich dann aber Regenwetter erwischt, als ich ein Stück der zur Zeit sehr eingeschränkten Routeburn-Wanderung erkundet habe. Ehrlich gesagt, hat das bei dem Regen sogar Spaß gemacht, da ich die passende Kleidung an hatte. Irgendwann hatte ich dann aber genug davon. In Kinloch am nördlichen Ende des Sees schlug ich nach dem Regen mein Lager auf: Gemütlich und mit tollem Ausblick auf den See. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es wahrscheinlich mein letztes Camp in Neuseeland sein würde\u0026hellip;\nMit Joana aus Portugal, die ich in Auckland kennengelernt hatte, wollte ich Queenstown erkunden und dort diverse touristische Aktivitäten machen. Sie wollte mit dem Flugzeug aus Christchurch ankommen; da Neuseeland so klein ist, bin ich an meinem Hostel aber direkt Vincent über den Weg gelaufen, den ich schon in der Bay of Plenty und in Wellington getroffen habe. Er wollte auch zum Flughafen, also habe ich ihn natürlich dorthin mitgenommen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch Arrowtown angesehen, eine alte Goldgräberstadt mit ein paar Herr der Ringe-Drehorten. Nicht sonderlich spektakulär, allerdings konnten wir dort noch entspannt in einem Café etwas essen.\nAls Joana und ich dann vom Flughafen zurück in der Stadt waren, kam eine Nachricht rein: Neuseeland würde in 48 Stunden komplett in Quarantäne gehen. Niemand dürfe dann mehr reisen und alles Nicht-Essentielle würde geschlossen. Die neuseeländische Regierung wollte nun also schnell wie der Rest der Welt auf das Coronavirus reagieren, obwohl bis zu dem Zeitpunkt kaum Einschränkungen angekündigt waren. Wie sich die Situation hier wohl weiterentwickelt\u0026hellip;?\nHerr der Ringe-Drehorte In der Umgebung von Queenstown sind einige Herr der Ringe-Drehorte, die aber alle nicht mit Hobbiton, dem Schicksalsberg oder dem Tal der Toten mithalten können. Ich habe mir fünf Drehorte angesehen:\nDas Kowarau-Tal flankierend wurden die Pillars of the Kings digital eingefügt. Vor Ort sieht das Tal schon beeindruckend aus, allerdings war es dort sehr windig, sodass mir Staub des Kiesweges ins Gesicht geschleudert wurde. Beim 12 Mile Delta-Campingplatz liegt der Ort, an dem Frodo, Sam und Gollum einen Hasen kochen und dann am Fluss die Armeen der Südlichen Länder mit Kriegselefanten vorbeiziehen. Das sah genau so aus, wie im Film. Nördlich von Kinloch liegt der Drehort für Isengard. Auch hier wurde Sarumans Turm digital eingefügt, jedoch sieht die markante Landschaft drumherum wirklich genauso aus, wie ich sie vom Film in Erinnerung hatte. Der Regen, den ich an dem Tag auf dem Weg zum Routeburn Track hatte, lies das Ganze nur noch spannender aussehen. In Arrowtown gibt es einerseits die Furt, bei der Arwen ihre Verfolger abschüttelt\u0026hellip; \u0026hellip;und andererseits die Stelle, an der der Ring von Smeagol gefunden wurde. Beide sehen leider gar nicht mehr so aus, wie zu der Zeit des Drehs vor etwa zwanzig Jahren, da der Fluss mehrmals über die Ufer gegangen ist. Wenn ich nochmal in die Gegend um Queenstown komme, würde ich wahrscheinlich eine Herr der Ringe-Tour machen, in der man dann interessantes Hintergrundwissen erzählt bekommt.\naus The Notebooks of Leonardo Da Vinci (1938) übersetzt von Edward MacCurdy\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\nDepartment of Conservation, Naturschutzbehörde von Neuseeland\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\ndie je nach Region im Englischen laut https://www.dict.cc/?s=Viehgitter verschieden heißen: cattle grid im britischen Englisch, cattle guard im Amerikanischen, cattle grate im Austalischen, cattle stop in Neuseeland und Texas gate in Kanada\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2020-03-28T13:07:00+13:00","image":"/2020/03/28/southern-lakes/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/03/28/southern-lakes/","title":"Wasser ist das Blut der Berge"},{"content":"Langsam quält sich mein mit Essen und Campingkram vollgeladenes Auto die steile, sich windende Straße des Gebirgspasses hoch. Durch die Südalpen ist die Westküste Neuseelands ziemlich abgelegen vom Rest der Insel. Dementsprechend wenig Menschen leben auch dort: Die Westküste hat eine sehr geringe Bevölkerungsdichte. Das sommerliche Gelb und Braun der Tasman-Region wird langsam durch das satte Grün der Küste abgelöst. Schließlich biege ich um eine Kurve und vor mir liegt das Meer.\nMein erstes Ziel an der Westküste war Westport; an sich eine eher unspektakuläre Stadt, allerdings mit einigen schönen Ecken und guten Surf-Stränden. Nach einer kleinen Wanderung zu einer Seehundkolonie und durch das Dorf, beschloss ich eben jenes hier zu lernen. Nach einem kurzen Preisvergleich buchte ich einen Surf-Kurs in Bazils Hostel und Surfschule. Wenn man dort für fünf Tage übernachten würde, bekäme man den Surf-Unterricht gratis; da ich aber nur kurz und in meinem Zelt bleiben wollte, hätte sich das für mich nicht gelohnt.\nDieses Hostel ist teil der Route von Kiwi Experience, einem Anbieter von durchgeplanten Busreisen durch ganz Neuseeland. Erst war es im Hostel angenehm ruhig, doch dann kam eine ganze Busladung gut gelaunter Leute an, die das Hostel belebt haben. Ich habe an dem Abend mit einigen Leuten geplaudert, von denen einige mit mir morgen den Surf-Kurs besuchen würden.\nDer Kurs lief dann auch ziemlich gut: Nach ein paar Übungen auf dem Trockenen gingen wir recht zügig im Neoprenanzug ins Wasser. Der Ablauf ist nicht sonderlich schwierig: Sieht man eine Welle, die geeignet aussieht, das heißt für Anfänger eine gleichmäßige, weiß aufgeschäumte Wand, dreht man das Board genau senkrecht zur Welle, legt sich drauf und beginnt zu paddeln um schon etwas Schwung zu bekommen. Hat die Welle einen erfasst, springt man zunächst auf einen Fuß und zieht dann den zweiten nach. Das Aufspringen ist der knifflige Teil, nach ein paar Stunden habe ich es dann aber doch einige Male geschafft. Einmal habe ich mich aber besonders doof angestellt und mein zu den Wellen parallel stehendes Brett unters Kinn geschleudert bekommen\u0026hellip;\nAm nächsten Tag sah ich mir die Profis mal etwas beim Surfen an. Das sieht alles so leicht bei denen aus, jedoch habe ich auch gesehen, dass für sie das Aufspringen weiterhin der schwierigste Teil ist.\nDanach ging es zu der Trabrennbahn von Westport: Heute war der hiesige Pferderenntag! So etwas habe ich auch noch nie gesehen. Ein Großteil der Bevölkerung versammelt sich in den Feldern um die Bahn, grillt, trinkt Bier und verfolgt die Rennen, auf die natürlich gewettet wird. Hierzu hängen überall Fernseher, auf denen die aktuellen Gewinnquoten angegeben werden. Ich habe auch ein bisschen auf ein paar Pferde gesetzt, aber nur verloren\u0026hellip;\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Ich finde es beeindruckend, wie laut das Trampeln der Hufe auf dem Boden ist.\nDie eigentlichen Rennen liefen dann leicht unterschiedlich ab, mal wurde aus einem Fast-Stillstand gestartet, andere Male fuhr ein Wagen voraus, an dem eine bewegliche Startbarriere befestigt war. Die Rennen waren meist um die zweieinhalb Kilometer lang, also etwas mehr als zwei Runden um die Bahn. Es war spannend zu sehen, was für einen hohen Stellenwert solche Rennen hier haben.\nAn der Westküste gibt es im Großen und Ganzen eine Straße: Highway 6. Auf eben dieser Straße ging es weiter nach Süden. Pünktlich zur Hochwasserzeit, kurz vor Sonnenuntergang kam ich an Punakaiki an, den sogenannten Pancake Rocks, da die Felsformation, die durch geschichtete Ablagerung von abgestorbenen Meereslebewesen entstanden ist, aussieht wie gestapelte Pfannkuchen. Die raue See um- und durchspült diese Felsen und legt so immer mehr von ihnen frei. Ist der Wasserstand besonders hoch durch Flut, so spritzen die Wellen spektakulär durch die Felshöhlen hoch. Man nennt das ein Blowhole oder Blasloch des Felsens.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Die Blaslöcher sieht man sich am Besten bei Flut an.\nNach weiterer Fahrt nach Süden schlug ich dann mein Zelt in der Nähe von Hokitika im Mondlicht auf, was das Ganze etwas spannender gemacht hat. Dort hatte ich günstige Tickets für das 31. Hokitika Wildfoods Festival ergattert. Auf dem Festivalgelände gab es eine Bühne auf der den ganzen Tag über recht gute, unbekannte Bands aus Neuseeland und der restlichen Welt gespielt haben. Die Bühne war aber nicht die Hauptattraktion, sondern die vielen Essensstände, die teils normale, lokale Gerichte und teils seltsames, wildes Essen verkauften. Ein paar Köche haben sogar aus der Zubereitung eine Kochshow gemacht. Da die Gerichte an den Ständen günstig oder teils sogar gratis waren, habe ich einiges probiert, von normal bis seltsam:\ngegrillte Schweinerippchen ein lokales Bier holländisches Süßgebäck etwas Wildfleisch mit Baguette ein Whitebait-Sandwich eine Made in Karamell ein Pukeko-Schnitzelchen 1 eine lebendige, fingergroße Huhu-Raupe Your browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Zunächst geschmackslos, nach kurzer Zeit aber Mandel-ähnlich.\nHokitika nennt sich selbst \u0026ldquo;cool little town\u0026rdquo;, was ich erst skeptisch gesehen habe, doch jetzt stimme ich zu: Viele kleine, nette Läden in einer fußgängerfreundlichen Innenstadt und ein schöner, breiter Strand mit viel Treibgut. Daraus wurde zum Beispiel ein großes Schild mit dem Namen der Stadt aufgestellt, Skulpturen geformt oder abends große Lagerfeuer abgebrannt.\nLeider habe ich während meiner ganzen Zeit an der Westküste keinen einzigen Sonnenuntergang gesehen, da es zu wolkig war. Immerhin hatte ich aber nur zwei Regentage, sodass ich den berüchtigten Westküstenregen erleben konnte. Wegen der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Südalpen wird der wie in Europa vorherrschende feuchte Westwind von der See die Berge hochgedrückt und regnet daher an der Westküste ab. Auf der anderen Seite der Berge gibt es sehr häufig Föhn, also trockenen Wind, der sich beim Abstieg von den Bergen aufwärmt.\nAn einem der Regentage fuhr ich weiter an der Küstenstraße nach Süden und fand auf der hilfreichen CamperMate-Karte einen Hinweis auf natürliche heiße Quellen nahe Hari Hari. Im Regen stapfte ich vom Auto den Kiesweg weiter auf den Fluss zu. Schließlich hörte der Weg einfach auf: Eine Überflutung hatte ein großes Stück Land weggespült! So einfach gebe ich aber nicht auf. Über eine Wiese ging es diagonal zu dem restlichen Weg. Schließlich ging es noch durch eine Furt über einen Bach und durch den Busch zum Flussufer an dem geschützt unter Bäumen, hinter Felsen ein kleines, mit Wasser gefülltes Becken lag. Das mussten sie sein und tatsächlich hatte das Wasser etwa Körpertemperatur. So lies es sich im Regen gut aushalten.\nDen anderen Regentag verbrachte ich in einem Hostel (wieder mit Sauna) und den kommerziellen heißen Quellen in dem Dorf am Franz-Josef-Gletscher. Die waren zwar nett, kamen an die Gestrigen einfach nicht ran. In dem Hostel habe ich aber ein paar nette Bekanntschaften gemacht, mit denen man am Abend entspannen und plaudern konnte. Darunter zum Beispiel Andy aus Bayern, Eduard aus Paris, Christoph aus Berlin, Christina aus Leipzig und Jana aus Oberhausen.\nSchließlich kam endlich wieder die Sonne raus. Wir wanderten im Tal links des Flusses auf den Gletscher zu. Schließlich ging es aber nicht mehr weiter: Wegen Überflutung sei der Weg weggespült worden\u0026hellip; Stattdessen wanderten wir zu einem sehr netten Gebirgsteich und plauderten weiter. Ich hatte schon ein bisschen Heimweg, als ich mich mit Jana über den Ruhrpott unterhalten habe. Eine typische Sache sei, dass man dort niemals Leute direkt in beispielsweise der Bahn ansehen würde. Das ist mir so noch nie aufgefallen, ich muss aber zustimmen: Wir im Ruhrgebiet sind schon distanziert zu unbekannten Leuten. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, wenn es bald dorthin zurück zur Familie und Freunden geht.\nNach den beiden kurzen Wanderungen hatte ich noch Lust auf eine längere. Die anderen gingen zurück zum Hostel, während ich mich auf die andere Seite des Tals begab. Dort ging es auf die fünfstündige, schwierige Wanderung entlang der Bergflanke zu einem Aussichtspunkt, der viel näher an dem Gletscher liegt. Und hier hat die Angabe des Schwierigkeitsgrads wirklich mal gestimmt: Es ging über Stock und Stein, durch Bäche direkt an Wasserfällen vorbei, über Hängebrücken, teilweise musste man sogar etwas klettern. Die Mühe hat sich aber gelohnt: Der Blick auf den Gletscher war wirklich atemberaubend.\nImmer wieder hat man an Schildern gelesen, bis wohin der Gletscher in früheren Jahren noch reichte, also 1850, 1900, 1950, 2000. Wegen des Ende des Sommers auf der Südhalbkugel und wegen des Klimawandels, ist der Franz-Josef-Gletscher soweit zurückgezogen, wie nie zuvor. In der Eiszeit endete der Gletscher übrigens noch im Ozean!\nNach einer kurzen Autofahrt bin ich dann total platt am nächsten Ort angekommen: Ein Tal weiter liegt der Fox-Gletscher. Hier habe ich in einem überteuerten Campingplatz mein Zelt aufgeschlagen und bin schnell ins Gespräch gekommen mit einem Pärchen aus Belgien und einem aus Südtirol, die alle Deutsch-Muttersprachler sind. Spannend war vor allem zu hören, wie das Coronavirus den Alltag in Südtirol verändert hat. Das kommt ja wohl auf Deutschland auch schon zu, in Neuseeland ist von dem Virus aber bisher praktisch nichts zu merken.\nAuf dem teuren Campingplatz konnte ich wenigstens meine Wäsche nochmal machen: In dem YHA-Hostel Franz Josef scheinen sich einige Bakterien in der Waschmaschine eingenistet zu haben, weshalb meine kalte Wäsche nach kurzer Zeit anfing zu müffeln.\nZu dem Fox-Gletscher kommt man zur Zeit noch schlechter als zu dem Franz-Josef-Gletscher: Sowohl der Wanderweg, als auch die Zufahrtsstraße wurden teilweise weggespült. Die Kiesstraße wurde dann einfach zum Wanderweg erklärt, der zum früheren Parkplatz führt, welcher aber immer noch sehr weit vom Gletscher entfernt ist. Das war schon eine leichte Enttäuschung. Jedoch habe ich eine nette Wanderung um Lake Matheson gemacht, in dem sich die Berge schön spiegeln können. Von weiter weg konnte man auch gut erkennen, wie groß der Gletscher trotz der Wärme noch ist, der umgeben von den höchsten Bergen Neuseelands ist, darunter Mount Cook und Mount Tasman. Danach gab es noch einen leckeren Cappuccino. Ich bin dort übrigens Jana und Christina nochmal über den Weg gelaufen, für die beiden geht es auch nach Süden. Vielleicht trifft man sich ja nochmal, auf der Südinsel kommt das erstaunlich häufig vor, da es nur so wenige Straßen gibt, die man bereisen könnte.\nAn der Küste beim Fox-Gletscher, am Strand, gab es einen netten DOC-Campingplatz, der mir sehr gut gefallen hat. Wenn ich noch etwas fitter nach der langen Wanderung gewesen wäre, hätte ich hier mein Camp aufschlagen sollen. Egal, stattdessen habe ich mich dort etwas in die Wellen gestürzt und die Lagune erkundet.\nSchließlich ging es aber wieder weiter, über die kurvige Straße, entlang der Küste und dann zwischen den Bergen durch. Langsam wird das Grün immer weniger, die Landschaft sieht wieder trockener aus. Passend verabschiedet sich die Westküste noch mit einem Wasserfall, der in anderen Regionen eine Top-Attraktion gewesen wäre. Ich bin immer wieder davon überrascht, wie abwechslungsreich dieses Land ist. Die Westküste hat mich sehr beeindruckt, jetzt bin ich aber gespannt, wohin es als Nächstes geht.\nPukekos sind kleine, taubengroße, schwarz-blaue, wilde Vögel mit langen Beinen, die zwar in der Saison gejagt aber nicht verkauft werden dürfen. Viele Neuseeländer zählen sie zu den einheimischen Schädlingen, da sie einfach alles anknabbern.\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2020-03-13T20:45:00+13:00","image":"/2020/03/13/west-coast/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/03/13/west-coast/","title":"Ungezähmt, vertikal, westlich"},{"content":"Nach der ganzen Arbeit in Blenheim war ich froh, als ich endlich wieder auf Tour war. Da Neumond war, wollte ich meine Chance nutzen den Nachthimmel der Südhalbkugel so gut es geht zu beobachten. Ich bin deshalb zum Kowhai Point Campingplatz gefahren, der mitten im Nirgendwo zwischen Blenheim und Saint Arnaud liegt. Dort war ich nur noch von Natur umgeben, praktisch kein Mensch und kein künstliches Licht weit und breit.\nKurz nach dem Sonnenuntergang konnte ich schon ein paar einzelne Sterne sehen, doch dann kamen die Wolken und blieben die ganze Nacht. Enttäuscht ging ich schlafen, beschloss es aber in der nächsten Nacht noch einmal zu versuchen. Tagsüber habe ich meinen Blog geschrieben, in dem Fluss geplantscht und gekocht.\nIn der zweiten Nacht war ich dann aber erfolgreich: Es war so dunkel, dass man unzählbar viele Sterne gesehen hat. Klar und deutlich zog sich das Band der Milchstraße über den Himmel. Daneben waren zwei unterschiedlich große etwa elliptische Blobs, die man für Schmierflecken auf den Brillengläsern oder Wolken halten könnte. Tatsächlich waren das die Magellanschen Wolken, zwei Zwerggalaxien in der Nähe unserer Milchstraße.\nAm Horizont tauchte ein heller Punkt auf und zog zügig über den Himmel, dicht gefolgt von einem zweiten, dritten\u0026hellip; Ein ganzer Zug von etwa fünfzig Punkten wanderte auf der gleichen Bahn quer über mir hinweg. Wirklich seltsam, man könnte es für Außerirdische halten. Grob erinnerte ich mich jedoch daran, dass ich darüber etwas gelesen hatte: Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX möchte ein Netzwerk namens Starlink von einigen Tausend Satelliten für Weltrauminternet aufbauen. An sich eine gute Idee, jedoch ist es schon wahnsinnig, wie viele Satelliten dafür in einem erdnahen Orbit ausgesetzt werden müssen, die den Abendhimmel erhellen.\nFür mich ging es dann weiter zum Rotoiti-See, einem komplett klaren, tiefen, eiskalten Gebirgssee. Dort habe ich eine kleine Wanderung zum Gipfel von Mount Robert gemacht. Es ging erst durch einen Wald am steilen Hang hoch und dann durch eine alpine Graslandschaft. Dabei hat die Sonne mich ganz schön geröstet, sodass ich froh war, als ich mich hinterher im See abkühlen konnte.\nAm Mittwoch habe ich dann Nelson erkundet, die schönste Stadt zum Wohnen laut den Kiwis. Das konnte ich auch nachvollziehen: Es ist alles vorhanden, was man braucht, und alles gut mit dem Auto zu erreichen. Es gibt einen netten Strand, eine gemütliche Fußgängerzone und einen Fluss, der sich aus den nahegelegenen Bergen durch den Ort schlängelt. Irgendwie hat mich die ganze Atmosphäre mit den vielen netten Einfamilienhäusern nahe der Innenstadt stark an Kaufbeuren im Allgäu erinnert, nur eben mit mehr Palmen\u0026hellip;\nMein Highlight in Nelson war jedoch Pic\u0026rsquo;s Peanut Butter Factory. Man konnte dort im Geschenkshop nicht nur riesige Eimer Erdnussbutter und Souvenirs kaufen, sondern auch die Fabrik besichtigen: Dort werden größtenteils australische, stark ölige Erdnüsse frisch geröstet und direkt gemahlen. Das unterscheidet die leckerste Erdnusscreme in Neuseeland von den anderen. Auch hat Pic\u0026rsquo;s nur zwei Zutaten: Erdnüsse und Salz, also kein Zucker oder weitere Öle. Mir schmeckt die Variante ohne Salz und mit ganzen Nüssen am Besten.\nDer Firmengründer Pic Picot, ein übrigens begeisterter Segler, ist auf seinen Reisen in den USA ein Erdnussfan geworden und war nach seiner Rückkehr nach Neuseeland von den vorhandenen Erdnusscremes angeekelt und hat dann kurzerhand welche selbst gemacht und auf dem Markt in Nelson verkauft. Danach ging alles ganz schnell und jetzt expandiert seine Firma weltweit.\nNach der Führung habe ich noch ein Selfie mit dem riesigen Erdnussbutterglas vor dem Eingang gemacht, da lief plötzlich Pic mit seinem Blindenhund an mir vorbei. Ich war total verdutzt und habe mich dann aber noch getraut ihn nach einem Photo zu fragen. Er hat mir dann verraten, dass vielleicht eines Tages sein Produkt auch nach Deutschland exportiert würde\u0026hellip; Auf jeden Fall ein unglaublich netter Typ!\nAls Nächstes wollte ich so weit nach Norden auf der Südinsel, wie es geht. Von Nelson ging es durch Motueka über eine Bergkette nach Takaka. Der Highway war dort durch Erdrutsche nur noch einspurig, sodass man an einer Ampel zwölf Minuten warten musste, bis der Gegenverkehr durch die Engstelle durchgefahren ist.\nEtwas nördlich von Takaka liegen die Te Waikoropupū Quellen, eine der Stellen mit dem klarsten Wasser der Welt. An der Quelle strömen riesige Mengen Wasser einfach so aus dem Boden und bringen die Wasserpflanzen und den Sand zum Tanzen. Die Nacht habe ich unweit von dort in einem gratis Campingplatz verbracht und mich in dem Fluss abgekühlt.\nAm nächsten Tag habe ich mich erst wie an der Ostsee gefühlt und dann wie in Irland: Die Nehrung Farewell Spit erstreckt sich mehr als zwanzig Kilometer in die goldene Bucht. Größtenteils ist sie nicht zu betreten, die ersten paar Kilometer darf man aber zu Fuß erkunden. Rechts Watt, in dem Vögel nach Würmern und so gepickt haben, links Dünen und über mir Schwärme an Vögeln die der Küste folgen. Die unweit entfernt liegenden Felsklippen am Cape Farewell haben mich stark an die Cliffs of Moher erinnert. Leider gibt es aber keine Papageientaucher in Neuseeland\u0026hellip;\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Die Vielseitigkeit dieses Biotops war wirklich atemberaubend.\nAm 29. Februar brach ich schwer bepackt mit Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kleidung und Essen in meinem Rucksack in den Abel-Tasman-Nationalpark vom Ort Marahau auf. Ein Teil der dortigen Küstenwanderung sollte meine erste Mehrtageswanderung sein. Und es war wirklich einzigartig: Durch tiefgrünen, subtropischen Wald ging es von einem wunderschönen Sandstrand zum nächsten. Wenn man etwas Pause brauchte, gab es immer ein nettes, schattiges Plätzchen unweit vom türkisen Wasser.\nDabei hörte man stets unbekanntes Vogelgezwitscher, aber leider auch die lauten Motoren diverser Motorboote, die über das Meer rasten. Jedoch wurden diese menschgemachten Geräusche weniger, je später es wurde.\nIch hatte viel Glück beim Buchen meines Campingplatzes im Park: Ich bekam einen der wenigen begehrten Plätze an der Te Pukatea Bucht. Dieser Strand ist wie aus einem Bilderbuch: Strahlend blauer Himmel, tiefblaues Meer, leuchtend orangener Sand und das Ganze eingerahmt von saftigem Grün.\nErschöpft aß ich dort mein Abendessen und genoss die Ruhe und den tollen Ausblick aus meinem Zelt. Stillsitzen konnte ich trotzdem nicht und bin daher noch barfuß etwas herumgeschlendert. Dabei bin ich auf einen Zweig getreten, der mir die Haut etwas aufgerissen hat. Das war ja klar, dass das Barfußlaufen keine gute Idee war.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Im Wald schwangen die Bäume gemächlich mit dem Wind. In der Nacht war es aber zum Glück windstill.\nIch hatte mir einen Wecker gestellt, damit ich den Sonnenaufgang sehen konnte. Und das hat sich auch wirklich gelohnt: Nachdem erst der Himmel in allen erdenklichen Farben erleuchtet worden war, ging die Sonne genau mittig in der Bucht auf. Es war ein schönes Gefühl, bei dem gleichmäßigen Meeresrauschen von den Sonnenstrahlen aufgewärmt und aufgeweckt zu werden.\nPeter aus Österreich, der ebenfalls an dem Strand übernachtet hat, ist in dieselbe Richtung weitergegangen. Wenn man jemanden zum Reden hat geht das Wandern so viel schneller! Als wahrscheinlich erste an dem Tag haben wir in Cleopatra\u0026rsquo;s Pool die natürliche, moosbewachsene Wasserrutsche benutzt. Es war aber wegen der frühen Stunde schon noch relativ frisch\u0026hellip;\nUm halb zwei bin ich endlich am Ziel meiner Wanderung, Bark Bay, angekommen. Der zweite Tag ist schon deutlich einfacher gewesen als der erste, ich denke ich werde noch weitere, längere Wanderungen machen. Nach einer Stunde entspannen am Strand ging es mit einem Wassertaxi zurück zum Start der Wanderung. Ich hatte dabei einen ganz ungünstigen Platz und bin durch das hochspritzende Wasser durchnässt worden. Das war mir dann aber auch egal. Ich war einfach stolz, diese Wanderung geschafft zu haben.\nNach dieser sehr intensiven Woche will ich es nun etwas ruhiger angehen: Peter hatte mir das Paradiso-Hostel in Nelson empfohlen, und das war genau das, was ich jetzt brauchte: Nette Atmosphäre, aber vor allem gratis Pool, Whirlpool, Sauna und Frühstück! So ganz genau, weiß ich noch nicht, wohin es als Nächstes geht, aber ich muss mich ja nicht beeilen\u0026hellip;\n","date":"2020-03-03T12:44:00+13:00","image":"/2020/03/03/tasman/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/03/03/tasman/","title":"Ganz im Norden des Südens"},{"content":"Blenheim liegt eine halbstündige Autofahrt von Picton entfernt. Nach meiner Ankunft am Sonntag dem 12. Januar habe ich mich sofort auf die Jobsuche begeben. Die Hostels, die ich zuerst angesteuert habe, waren dabei alle nicht besonders hilfreich: \u0026ldquo;Hier ist eine Webseite für die Jobsuche\u0026rdquo; oder \u0026ldquo;Wir haben eine Warteschlange von 10 Leuten für Jobs!\u0026rdquo; Bei Leeway\u0026rsquo;s Backpackers, einem gemütlichen Hostel, habe ich sofort von der ursprünglich holländischen Hostel-Managerin Anja Jobideen bekommen und mich zu Hause gefühlt. Leider war aber Sonntag, weshalb natürlich keiner auf meine Anrufe geantwortet hat. Am Montag war ich dann etwas zu erfolgreich und hatte am Ende des Tages gleich drei Angebote: Zwei in verschiedenen Weingütern und eines in der Talley\u0026rsquo;s Lebensmittelfabrik, in der Gemüse und Grünschalmuscheln für den Endverbrauchermarkt vorbereitet und verpackt werden. Ich habe mich dann wegen der Regelmäßigkeit und den angemessenen Arbeitszeiten1 für einen Job als Muschelöffner entschieden. Die Weinsaison dieses Jahr sei auch auf der Südinsel etwas langsam, da der Sommer auf sich warten lies.\nNach einer nervigen PowerPoint-Präsentation und der Unterzeichnung des Vertrags ging es auch recht zügig los. Erst muss man sich einen Overall anziehen, außerdem Gummistiefel, eine Schürze, ein Haarnetz, Bartnetz, Schutzhandschuhe und darüber verschiedene Plastikhandschuhe für die linke und rechte Hand. Die Handschuhe müssen dann noch desinfiziert werden, bevor man die Muscheln anfassen darf. Für das Putzen zieht man sich außerdem noch wasserabweisende Kleidung an, die wie ein Strahlenschutzanzug aussehen.\nDas Knacken von den frisch gekochten Muscheln ist dann auch nicht besonders schwierig: Nach dem Aufnehmen der Muschel vom Band wird zuerst ihr Bart abgezogen, dann die Muschel leicht gedrückt, sodass man mit dem Messer den Adduktor-Muskel möglichst nah von einer der beiden Schalen abkratzen kann. Die Muschel öffnet sich dann ganz leicht und die leere Hälfte wird weggeschmissen. Noch einmal überprüfen, ob das Fleisch gut aussieht oder sich eine Erbsenkrabbe eingenistet hat, dann ist das Produkt zum Waschen und Verpacken fertig: eine Grünschalmuschel in der Halbschale.\nJe mehr man übt, desto schneller wird man damit: Schon am fünften Arbeitstag habe ich in den acht Stunden 3226 Muscheln2 geöffnet, die schnellsten schaffen um die zehn Tausend in der gleichen Zeit. Diese sind aber meist darin total geübt, da sie von den pazifischen Inseln kommen und schon seit Langem Muscheln öffnen. Seinen Fortschritt im Vergleich zu allen anderen kann man in einer App verfolgen, die aus der Arbeit eine Art Spiel macht, bei der man den High-Score knacken möchte\u0026hellip;\nWir haben zweimal am Tag bezahlt 20min Pause, die aber meist auf 30min wegen der ganzen Hygiene-Prozedur ausgedehnt werden, und eine unbezahlte halbstündige Pause, die praktischerweise am Ende der Schicht liegt, sodass man etwas früher heim kann. Gelegentlich gibt es aber auch Probleme mit den Maschinen oder Verzögerungen beim Kochen, sodass wir dann etwas verschnaufen können bis die Maschinen wieder laufen.\nBeim Hostel habe ich mich im Garten schön als einziger im Zelt eingerichtet, direkt an meinem Auto und in Ruhe in einer Ecke. Ich habe sogar im Zelt WLAN. Das Hostel hat zwei Häuser, eins voller Deutschen und ein paar Leuten aus dem Rest der westlichen Welt, das andere Haus ist mit diversen Asiaten gefüllt, die ihr Studium in Neuseeland abgeschlossen haben und nun total lange Arbeiten um viel Geld mit nach Hause zu bringen. Mein Zelt ist am zweiten Haus. Ich verbringe die meiste Zeit aber im ersteren.\nSechs Wochen später\u0026hellip; Das wars. Gestern hatte ich endlich meinen letzten Tag bei Talley\u0026rsquo;s. Es war wirklich anstrengend neun Stunden an sechs Tagen pro Woche zu arbeiten. Nur am Sonntag frei zu haben, wäre mir auf Dauer zu wenig. In der letzten Woche fand ich persönlich die Langeweile am Schlimmsten an der Arbeit: Ich musste über das monotone Öffnen der Muscheln gar nicht mehr nachdenken und war daher die ganze Zeit in Gedanken. Nach der fünften Woche sind mir die Themen ausgegangen. Ich habe jetzt aber auf jeden Fall genug angespart für meine restliche Reise in Neuseeland. Am Ende habe ich übrigens an guten Tagen etwa 7000 Muscheln geöffnet.\nAuch sehe ich jetzt Jobs, bei denen man den ganzen Tag steht, in einem anderen Licht: Füße sind zum Laufen gemacht, nicht zum ständigen Stehen. In der zweiten Woche habe ich mich zwei Tage krank melden müssen, da ich auf eine Biene getreten bin und dann am nächsten Tag meine Füße daher ungleich belastet habe, weshalb der gestochene angeschwollen ist\u0026hellip;\nHostel Bei der Arbeit hat man immer nur in den Pausen kurz mit ein paar Leuten reden können, im Hostel lief es dafür aber umso geselliger ab: Jeden Abend saß ich im Wohnzimmer von Leeway\u0026rsquo;s Backpackers und habe mit den Leuten gequatscht, Gesellschafts- und Videospiele gespielt, Bier getrunken oder Filme gesehen.\nAn einem Abend haben wir zum Beispiel den preisgekrönten Film Joker gesehen, in dem es um die Herkunft des Erzfeinds von Batman geht. Ich war erst skeptisch, dann aber begeistert: Es ist total glaubwürdig dargestellt, wie ein psychisch Kranker langsam durch die Gesellschaft in eine Rolle hineingedrängt wird\u0026hellip; Auch immer ein Highlight nach einem anstrengenden Arbeitstag war People just do nothing, eine Mockumentary über ein paar Drogenabhängige, die einen Piraten-Radiosender in West-London betreiben.\nIch hatte mich ja dagegen entschieden, meine Nintendo Switch-Konsole mitzunehmen, so jedoch nicht Liam aus Kanada. Wir hatten sehr viel Spaß daran, Smash Bros und Mario Kart zu spielen, in dem ich dank des ganzen Trainings mit Muriel allen zeigen konnte, was es heißt gut in dem Spiel zu sein!\nJulius aus Berlin hat ein Pen \u0026amp; Paper-Spiel mit den How to be a hero-Regeln eingerichtet, in dem Josh, Paul und Felix aufklären mussten, wie die Pest im mittelalterlichen Hamburg übertragen wird. Dabei war ich Zuschauer und Zuhörer, weil ich leider bei der Arbeit zwei Überstunden machen musste.\nNach einiger Zeit waren diverse Leeway\u0026rsquo;s-Traditionen etabliert: Ruft eine Person \u0026ldquo;Pizza boys!\u0026rdquo; und eine andere antwortet auf gleiche Art, so wird eine riesige Sammelbestellung Pizzen aufgenommen und von einem von uns bei Domino\u0026rsquo;s Pizza abgeholt. Es kamen meistens Bestellungen von mehr als zehn Pizzen zusammen! Oft gab es auch gemeinschaftliche Fahrten zum Pak\u0026rsquo;nS(l)ave.\nKulinarisch gab es nicht ganz so oft tolles Essen wie in Pukenui mit den Blaubeer-Kollegen oder Debbie und Graham. Wenn aber etwas in Leeway\u0026rsquo;s gemeinsam gekocht wurde, dann richtig: Einmal haben wir alle Burger gegrillt. So eine Mahlzeit ist einfach für eine Gruppe zuzubereiten. Alleine braucht man dafür viele Zutaten, die man dann nicht aufgebraucht kriegt.\nZu der Abschiedsfeier des Langszeitbewohners des Hostels, Murat, der neun Monate in Blenheim gelebt hat, gab es ein Potluck, also ein Essen, zu dem jeder etwas beisteuert. Mit Talea habe ich Kalten Hund zubereitet und einen Nudelauflauf gekocht. Fernando hat einen köstlichen apple pie mit der Aufschrift \u0026ldquo;Leeway\u0026rsquo;s\u0026rdquo; zubereitet, dem aber von Marios gekauftem Kuchen die Show gestohlen wurde: Auf ihm stand in geschnörkelter Schrift \u0026ldquo;Fuck you, Murat!\u0026rdquo;, was erstaunlich oft gesagt wurde, da Murat sich immer in alles auf eine freundschaftliche Art einmischt. Alle, Murat eingeschlossen, fanden das sehr witzig. Ihm ist der Abschied so sehr schwergefallen, dass er ein paar Mal um noch ein paar Tage verlängert hat.\nMusikalisch gibt es ein Lied, das ich für immer mit meiner Zeit in Blenheim und den coolen Leuten, die ich dort getroffen habe, verbinden werde: Operator von Låpsley. Das Lied hat immer für gute Stimmung gesorgt, insbesondere Shannon hat dazu mitgesungen. Je fortgeschrittener der Abend, desto lauter.\nSchließlich wurden die Parties stets in die Shed verlegt, den Partyschuppen von Leeway\u0026rsquo;s, in dem es eine weitere gemütliche Sofaecke und einen Tischtennistisch gibt. Durch Wandmalereien, die über die Jahrzehnte entstanden sind, und Lichterketten war es dort immer bunt und gemütlich zugleich.\nAn einem Abend waren wir in der Yard Bar, einem von zwei Clubs in Blenheim, und, oh mein Gott, war es enttäuschend. Teure Getränke, langweilige Musik und keiner am Tanzen\u0026hellip; Wahrscheinlich waren wir zu früh dort, Blenheim ist aber auch jetzt nicht wirklich für sein Nachtleben bekannt. Die Shed des Leeway\u0026rsquo;s ist übrigens der am höchsten bewertete Nachtclub in Blenheim. Ich glaube das sagt schon alles.\nEine Sache, die ich etwas schade fand, war, dass es relativ strikte Grüppchenbildung gab. Es gab sehr viele junge Deutsche, die gerade ihr Abi gemacht haben, die zueinander gehalten haben, und Englisch nur wenn nötig gesprochen haben. Sie waren alle total nette Menschen, ich habe den Altersunterschied von mir zu denen aber doch deutlich gespürt\u0026hellip; Die Anderen, größtenteils Englisch-Muttersprachler, waren für mich interessanter und habe daher lieber mit denen Zeit verbracht. Es gab aber auch einige Ausnahmen zu dieser Regel.\nFür mich hat sich das Leeway\u0026rsquo;s wie ein Zuhause angefühlt, und die Leute dort wie eine Familie. Ich werde an meine Zeit dort immer gerne zurückdenken und die dort gefundenen Freunde vermissen. Vielleicht werde ich ein paar von denen ja mal wiedersehen, Murat hat nach Istanbul eingeladen und eine Reunion in Amsterdam war auch im Gespräch\u0026hellip;\nWochenendausflüge An den Wochenenden habe ich immer darauf geachtet, etwas Nettes zu unternehmen, auf das ich mich in der Arbeitswoche freuen konnte. So waren wir mehrmals am Strand von White\u0026rsquo;s Bay, an dem wir Frisbees geworfen haben, geschwommen sind, und Musik gehört haben. Am Waitangi-Tag, meinem ersten bezahlten Feiertag, dem Gründungstag Neuseelands, waren wir auch am Strand. Danach habe ich mit Liam noch eine leicht enttäuschende Glühwürmchen-Höhle und eine beeindruckende Felsformation in Monkey\u0026rsquo;s Bay erkundet.\nAn einem Sonntag habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und bin am Fluss in Blenheim entlang zu den Wither Hills gefahren. Ich habe gemerkt, dass ich das Fahrradfahren vermisse und auch schon etwas von meiner Kondition verloren habe. Von dort hatte ich einen tollen Ausblick über das Tal, in dem Blenheim liegt: Weinfelder so weit das Auge reicht. Dann ist mir aber aufgefallen, dass das Rad einen Platten hatte. Ich musste es für mehr als eine Stunde durch die ganze Stadt schieben. Immerhin habe ich von Anja sofort mein Geld zurückbekommen.\nMeeressäuger in Kaikoura Der mit Abstand tollste Ausflug aber war mein Wochenend-Trip nach Kaikoura, wo ich von Samstag auf Sonntag mal wieder in einem richtigen Bett statt meinem Zelt geschlafen habe. Auf dem Weg dorthin in meinem Auto habe ich immer wieder angehalten, zum Beispiel an einem verflucht wirkenden See oder einer Seehundkolonie.\nDer Hauptgrund meiner Reise nach Kaikoura war jedoch ein anderer: Schon 1000m vor der Küste ist das Meer dort bis zu 800m tief. Daher kommen dort küstennah viele Wale vor, was die Stadt früher zu der Walfang- und heute zur Walbeobachtungs-Hauptstadt Neuseelands macht.\nFür $150 hatte ich eine Walbeobachtungstour auf einem Boot gebucht; wenn die Tour nicht erfolgreich wäre, würde ich mein Geld zurückbekommen. Mit einem Bus wurde man dann von dem Gebäude für den Check-In und Geschenkladen zu der kleinen Marina im Süden von Kaikoura gebracht. Dort fuhren wir auf einem sehr schnellen Katamaran auch gleich los.\nKurz nach Beginn steuerten wir plötzlich hart Backbord. Der Tourguide hatte einen Albatross entdeckt, der um ein Fischerboot kreiste. So konnte man erahnen, was für eine riesige Spannweite dessen Flügel haben. Kurz danach haben wir einmal kurz einen Hector-Delphin gesehen, die es nur um Neuseeland gibt. Hector-Delphine ist eine der kleinsten Delphin-Arten.\nÜber Funk kam dann eine weitere Beobachtung rein: Direkt vor der Küste drehte ein Buckelwal entspannt ein paar Runden. Er schien gerade etwas Pause zu machen, tauchte in dem relativ flachen Gewässer immer für nur eine Minute und verbrachte dann etwa zwanzig Sekunden an der Oberfläche. Wir haben ihn sicherlich dreißig mal abtauchen sehen. Jedes Mal mit einem guten Blick auf seine Schwanzflosse.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Gelegentlich stand der Wind so, dass man seinen Atem gerochen hat: Es roch stark nach Verwesung, Methan und Schwefel zugleich\u0026hellip;\nIch fand, dass wir etwas zu viel Zeit an diesem einen Wal verbracht haben; etwas weiter draußen seien wohl Pottwale unterwegs gewesen. Leider war die Zeit dann aber schon fast um.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Auf dem Rückweg haben wir noch eine Schule Delphine gesehen.\nFür mich als jemanden, der noch nie im Leben einen Wal gesehen hat, hat sich die Tour trotz des relativ hohen Preises gelohnt. Mir wird die Erinnerung definitiv mein ganzes Leben erhalten bleiben. Es hat sehr gut getan mit diesem Trip die Batterien mal wieder etwas aufzuladen, sodass ich in der folgenden Woche voller Energie zurück zur Arbeit gehen konnte.\nacht Stunden von Montag bis Samstag und eine optionale Extra-Stunde fürs Putzen der Anlage\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n399MPH, also Muscheln pro Stunde\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2020-02-24T14:30:00+13:00","image":"/2020/02/24/blenheim/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/02/24/blenheim/","title":"Lots of Leeway -- viel Spielraum"},{"content":"Nach dem Jahreswechsel habe ich weiterhin eine entspannte Zeit in New Plymouth gehabt. Dort war ich vor Allem viel Wandern. Mit einem Hongkonger und einem Berliner bin ich zum Beispiel auf einen Fels geklettert, von dem man einen tollen Blick auf die Stadt und das Meer hatte. Der Aufstieg war deutlich kürzer als gedacht, also bin ich anschließend noch alleine in der Stadt herumgelaufen. Erst bin ich durch den Park herumgelaufen, dann am Wasser entlang und schließlich ins Stadtzentrum.\nDort war das Len-Lye-Museum, in dem ich mal wieder mein Bedürfnis nach Kunst gesättigt habe. Das Museum war so eng und voller Kunstwerke, dass nicht mal für die üblichen Schildchen mit Namen des Bilds und Künstlers Platz war. Stattdessen gab es einen Katalog, in dem man solche Details nachschlagen konnte.\nIch war in den folgenden Tagen auf deutlich längeren Wanderungen rund um Mount Taranaki. Mit dem Berliner und einem Patagoniener ging es hoch zu einem Teich, in dem sich bei Windstille und gutem Wetter eine tolle Reflexion des Vulkans bilden soll. Natürlich waren wir bei dem ungünstigsten Wetter da: Wind, Wolken und Kälte. In dem Reflexionsteich gab es also keine Reflexion\u0026hellip;\nAlleine ging es am nächsten Tag wieder nicht auf den Gipfel des malerischen Vulkans, denn dort oben sei es laut dem Wetterdienst viel zu stürmisch und kalt. Stattdessen bin ich dann an der Nordflanke herumgewandert, die windgeschützt und in der Sonne lag. Ich war vor allem beeindruckt, dass der Vulkan so steil hoch geht, die Steigung ist fast 45°! Um den Krater wurde von der Regierung alles in einem gewissen Radius zu Nationalpark erklärt, was zu einem sehr unüblichen Ausblick führt: Tiefster Urwald bis am Fuße des Berges komplett symmetrisch die Weiden beginnen. Parallel dazu verläuft die Küste der Taranaki-Halbinsel mit einem deutlich größeren Radius.\nEigentlich wollte ich unbedingt den Gipfel erreichen, allerdings wollte ich nicht noch länger auf gute Bedingungen warten. Also bin ich am 6. Januar über den sogenannten Surfer-Highway nach Wellington aufgebrochen. Manchmal muss man auch wissen, wann man aufgeben muss. Irgendwann werde ich bestimmt nach New Plymouth zurückkehren, um den Berg doch noch zu besteigen!\nWährend der Fahrt habe ich mir den Leuchtturm am Cape Egmont und das Wrack der SS Gairloch angesehen, das stark verrostet an einem Strand liegt. In Whanganui habe ich eine Mitfahrerin eingesammelt, die auf meine Anzeige bei einem Mitfahrportal im Internet geantwortet hatte. Wir haben uns während der Fahrt gut unterhalten, sodass wir beschlossen haben, dass wir morgen gemeinsam die Stadt erkunden wollten.\nAngekommen im YHA Hostel stellte ich fest, dass ich total vergessen habe, einen Parkplatz zu organisieren. Eingequetscht zwischen Bergen auf einer kleinen Halbinsel hat Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, ein großes Platzproblem. So bin ich dann also lange umher gefahren auf der Suche nach einem kostenlosen Parkplatz, den ich dann 15min zu Fuß vom Hostel entfernt mit tollem Blick auf die Skyline gefunden habe. So richtig kann ich nicht verstehen, dass die Hauptstadt von Auckland hierher verlegt wurde. Hauptargument dafür war wohl, dass die Südinsulaner so schneller in die Hauptstadt kommen. Inzwischen ist das aber wegen Flugzeugen ein relativ vergleichbarer Aufwand von der Südinsel in eine der beiden Städte zu reisen.\nDann erkundeten wir Wellington zu Fuß. Ein Highlight war die Standseilbahn, die durch bunt beleuchtete Tunnel und über Brücken von etwa Meeresspiegelhöhe hoch zum Bergeingang des botanischen Garten geführt hat. Natürlich gab es dort auch ein kleines Standseilbahn-Museum mit einem großen Souvenirladen.\nSpontan hatten wir dann die Idee, dass man das neuseeländische Parlament besichtigen könnte. Tatsächlich haben wir auch noch Plätze für eine kostenlose Tour buchen können! Gemütlich sind wir durch den Botanischen Garten dorthin geschlendert und standen dann vor einem typischen klassizistischen Regierungsgebäude und daneben einem Ruhr-Uni-ähnlichen, brutalistischen, runden Bürogebäude, genannt Beehive, also Bienenkorb.\nBei der Führung haben wir dann die vier bedeutendsten Räume gesehen: Der Versammlungssaal des Repräsentantenhaus, der praktisch genauso aussieht wie der Saal des House of Commons im Londoner Parlamentsgebäude, nur deutlich kleiner. Das Repräsentantenhaus entspricht dem Bundestag und wird inzwischen auch genauso gewählt, da die Kiwis in dem ursprünglichen britischen System nur zwei Parteien hatten und das neue System nun besser die Bevölkerungsgruppen wiedergibt. Dann ging es zum Saal des Legislative Council, was früher die obere Kammer war, die dem Bundesrat entspricht, die aber abgeschafft wurde, um die Regierungsarbeit einfacher zu machen. Auch haben wir den meistgefilmten Flur in Neuseeland gesehen, wo die Presse mit den Parlamentariern in Kontakt tritt, wenn sie von ihren Büros zu den Sitzungen ziehen. Zuletzt waren wir im bananenförmigen Festsaal im Beehive, von dem man durch viele hohe Glasfenster auf die Stadt blicken kann. Die Architektur war wie es um die Bauzeit des Beehive üblich war, sehr betonlastig mit minimalistischer Kunst: Bunte Tafeln sollen Neuseeland darstellen, am Nordende des Saals Cape Reinga und am Südende Bluff. Mir hat die kostenlose, spontane Führung wirklich gut gefallen, so etwas ist in Berlin beim Reichstag meist ausgebucht!\nAnschließend sind wir auf den parkähnlichen Hausberg Mount Victoria geklettert. Typisch für Wellington war es dort sehr windig. Wegen der Meeresenge zwischen den beiden Inseln werden die ganzen Strömungen durch Wellington gelenkt. Man hatte aber einen wirklich tollen Ausblick.\nFür den 9. Januar hatte ich einen konkreten Plan: Entlang der Küste bin ich nach Miramar gewandert und dabei am Flughafen und vielen teuren Villen vorbeigegangen. Einige davon hatten private Aufzüge an der Felswand, die die Garage an der Küstenstraße mit dem eigentlichen Haus auf dem Berg verbinden. Das ist schon ziemlich dekadent\u0026hellip;\nMiramar ist das Hollywood Neuseelands1; nirgendwo sonst in der Welt könne man im Umkreis von einem Kilometer einen Film vom Dreh über die praktischen und digitalen Effekte bis zum fertigen Schnitt bringen. Mein Ziel dort war der Weta Workshop, ein Studio, in dem auf jede vorstellbare Weise Filmrequisiten hergestellt werden: Es gibt dort Fräsmaschinen, 3D-Drucker und sogar eine richtige Schmiede! Unter anderem wurden dort Requisiten für die Herr der Ringe- und Hobbit-Filme, für die Serie The Expanse oder James Camerons Avatar hergestellt. Auf einer ausgebuchten Tour habe ich einen Einblick vom Konzept bis zur Fertigstellung bekommen: Manche Requisiten sind aus echtem Eisen und sehr detailliert, andere jedoch aus ganz leichtem Plastik sehen von Nah wie Spielzeug aus. Für jede Szene gibt es andere Anforderungen! Ein Highlight war ein völlig funktionsfähiger, futuristischer Warthog-Panzer aus den Halo Videospielen, der nicht nur sehr cool aussieht, sondern auch noch seitwärts fahren kann.\nIn einer zweiten Halle habe ich mir noch die Miniatursets für eine britische TV-Serie Thunderbirds Are Go, bei der als Neuverfilmung einer beliebten, klassischen Stop-Motion-Serie weiterhin auf praktische Effekte wie Puppen und Miniatursets gesetzt wird, wobei das Ganze aber mit moderner, digitaler Technik aufgebessert wird. Es ist wahnsinnig, mit wie viel Liebe zum Detail die Sets gestaltet wurden.\nFür meinen letzten Tag auf der Nordinsel hatte ich mir einiges vorgenommen. Nach dem Checkout im Hostel ging es mit zwei Leuten im Auto quer über das Umland von Wellington. Nach der Tour im Weta Workshop hatte ich immer noch nicht genug von Herr der Ringe, also haben wir uns die Drehorte der Elbenstadt Bruchtal und die Putangirua Pinnacles angesehen, in denen das Reich der Toten liegt. Zu der Felsformation, die durch bergab fließendes Wasser geformt wurde, ist man gemütlich von der Küste bergauf durch einen Wald gewandert, bis man plötzlich an einem Aussichtspunkt war. Absolut atemberaubend stehen um die hundert graue Felssäulen, sogenannte Hoodoos, eng beieinander. Auf ihnen wächst praktisch nichts, was es umso passender macht, dass hier das Reich der Toten liegt. Geht man zwischen den Säulen entlang fühlt man sich ganz unbedeutend und machtlos\u0026hellip; Für die Filme musste man wirklich gar nichts an diesem Drehort verändern.\nNach einem kurzen Strandaufenthalt ging es mit meinem Auto zügig zurück nach Wellington zur Interislander-Fähre. Ich habe eine Nachtfahrt gebucht, da das deutlich günstiger als tagsüber war, weshalb ich nach dem Verlassen des Hafens von Wellington mir eine gemütliche Ecke gesucht habe und den Sonnenuntergang ansah. Nach einer ruhigen Überfahrt rollte ich um Mitternacht in Picton von der Fähre, direkt zu dem gemütlichen Atlantis-Hostel.\nIn Picton habe ich nochmal einen entspannten Strandtag gehabt, bis es ab nach Blenheim zum Arbeiten ging\u0026hellip;\nsogar mit eigenem Hollywood-ähnlichen Schriftzug in den Bergen\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2020-01-21T17:17:00+13:00","image":"/2020/01/21/new-plymouth-wellington/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/01/21/new-plymouth-wellington/","title":"Von Mount Taranaki bis zum Interislander"},{"content":"In den letzten Wochen habe ich zum ersten Mal die Feiertage um den Jahreswechsel im Sommer verbracht. Nach meinem Roadtrip quer durch die Nordinsel hatte ich noch ein paar Tage um mich auf Weihnachten vorzubereiten und bin alleine von Mount Maunganui nach Papamoa in den Beachgrove Holiday Park in mein Zelt umgezogen.\nIch habe es auch tatsächlich geschafft richtig in weihnachtliche Stimmung zu kommen. Hauptgrund dafür war das Weihnachtsfestival in der Vorstadt Bethlehem von Tauranga. Dort gab es Live-Weihnachts-Pop-Musik, Kerzenlicht, eine große Krippe und sogar Schnee, der den ganzen Abend vor sich her schmolz.\nIch habe noch eine weitere Tradition fortgesetzt: Wie die letzten Jahre habe ich den neuen Star-Wars-Film \u0026ldquo;The Rise of Skywalker\u0026rdquo; im Kino gesehen. Dank meines Studentenausweises habe ich am Montag dem 23. Dezember nur $5 bezahlt, also etwa 3€. Mir hat der Film sehr gut gefallen, wie die anderen beiden der Sequel-Trilogie. Ben Solos Entwicklung über die Trilogie hat mir sehr gut gefallen, ebenso der Konflikt, der ausnahmsweise ohne einen Todesstern funktionierte.1\nSchließlich haben mich diverse Weihnachtsdekorationen \u0026ndash; beispielsweise in meinem Auto \u0026ndash; in Stimmung für die Weihnachtszeit gebracht. Als dann endlich am frühen Heiligabend Tereza, Nacho, Dina und Dennis ankamen, mit denen ich mich nach dem Blaubeerpflücken in Pukenui im fernen Norden für Weihnachten in der Bay of Plenty verabredet hatte, haben wir erst einmal unser Camp eingerichtet und uns möglichst schick gemacht. Um den Tag besonders zu gestalten, sind wir nämlich nach Rotorua in ein nettes Restaurant gefahren. Ich habe den Taxifahrer gespielt, da wir fünf nur in mein Auto hinein gepasst haben. Als Vorspeise hatte ich einen köstlichen Rote-Beete-Salat mit Feta, Hummus, Granatapfel und Rucola und ein tolles Sirloin-Steak mit Kartoffeln und getrockneten Tomaten als Hauptgang. Dieses teure Essen wir mir sicherlich eine lange Zeit in guter Erinnerung bleiben.\nBeim Rückweg waren alle dann schon ganz schön platt. Bevor es für alle ins Bett ging, haben wir aber noch unsere Mini-Bescherung gemacht: Dina hat sich über mein Wichtel-Geschenk sehr gefreut. Eine Kokosnuss und eine Kokosnuss-Body-Butter, die ich ihr an einem lokalen Wochenmarkt gekauft hatte, da ich ihr selbst gemachtes Kokosnussöl verschüttet hatte\u0026hellip; Von Dennis habe ich ein persönliches Überlebenspaket bekommen: Die tolle Whittaker\u0026rsquo;s Kokosnuss-Milchschokolade, ein schwedischer Cider mit Waldbeeren, Fake-Tintenfisch als Köder zum Angeln und ein Avocado-Werkzeug mit Avocados, die ich damit öffnen, entkernen und schneiden konnte.\nAm ersten Weihnachtsfeiertag haben wir es uns weiterhin richtig gut gehen lassen: Wir haben ein paar Photos am Strand gemacht und dort die Wellen genossen und ausführlich gegrillt. Persönliches Highlight für mich war aber der selbst gemachte Glühwein, den wir uns am Abend gegönnt haben. Die Stimmung war dann gerade besonders schön, als es leider anfing sintflutartig zu regnen, weshalb wir alle die Flucht in unsere Zelte beziehungsweise Vans ergriffen haben. Mein Zelt hat sich wie ein Boot angefühlt. Innen blieb es aber komplett trocken. Am Morgen danach haben wir festgestellt, dass es so viel geregnet hat, dass alle am Abend leeren Gläser komplett mit Regenwasser gefüllt wurden! Wir hatten also eine relativ unruhige Nacht und haben darauf den zweiten Weihnachtsfeiertag damit verbracht, in einem komplett überfüllten Einkaufzentrum Zutaten für Hamburger zu kaufen, die wir dann am Abend am Grill zubereiteten.\nNach diesem echt ungewöhnlichen Weihnachtsfest im Sommer wollten wir weiter die Bay of Plenty erkunden und zogen nach Osten. Um diese Zeit haben die meisten Neuseeländer Ferien und viele entscheiden sich dazu zu Campen, was dazu geführt hat, dass die Campingplätze komplett voll waren. In Pikowai fanden wir dann einen schattigen Platz in der Ecke, nachdem wir in Matata abgewiesen wurden.\nFür uns war es dort wie im Paradies: Zu fünft haben wir täglich tolles Essen mit unserer Campingausrüstung gezaubert, viel geplaudert, Karten gespielt und am Strand Zeit verbracht. Gelegentlich mussten wir aber aus dem Camp aufbrechen, um ein paar Erledigungen zu machen: Im nächsten Ort gab es zwar keinen Supermarkt, dafür aber einen Miniladen, in dem man das nötigste bekam, ebenso ein Wasserhahn, an dem wir unsere Tanks mit Frischwasser auffüllen konnten. Mit meiner Solarzelle und USB-Akkus haben wir uns größtenteils mit Strom selbst versorgen können.\nDann war schließlich mein Geburtstag: Wir saßen am Abend zuvor alle gemütlich beisammen und um Mitternacht hatte man wegen des Neumondes einen tollen Blick auf die Sterne und die Milchstraße. Ich sah sogar ein paar Sternschnuppen! Nach ein paar Telefonaten mit Glückwünschen ging es dann ins Bett.\nNach einem großen Frühstück mit gekauftem Kuchen ging es dann los mit der Hauptaktion des Tages: Fischen am Strand. Dennis hat das ganze Equipment, was man dafür benötigt, insbesondere ein Gewicht, dass sich in den Sand eingräbt, sodass man den Wellen trotzen kann. Ein netter Kanadier gab uns ein bisschen Köder, mit dem wir einen kleinen Fisch fangen konnten, den wir dann als besseren Köder genutzt haben. Dieser Fisch war anscheinend so lecker, dass wir einen deutlich größeren Fisch gleicher Art ergattert haben. Das Spektakulärste an dem Tag war jedoch, als Dennis etwas ganz anderes am Haken hatte: Er zog es langsam aber sicher Richtung Strand, wo ich mich sofort auf es drauf stürzte um es zu packen, damit es nicht mehr entkam. Es sah jedoch etwas anders aus als die meisten Fische und war überhaupt nicht glitschig, denn es war ein etwa 60cm langer Hai! Wir beschlossen zügig, ihn wieder freizulassen, befreiten ihn von dem Haken und ließen ihn mit einem Schrecken davonkommen. Dass wir einen Hai an meinem Geburtstag fangen würden, hätte ich nie gedacht!\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Gar nicht so einfach bei den Wellen einen Hai freizulassen!\nAm Abend habe ich dann für alle eine Variation von meinem Lieblingsgericht gekocht: Rote-Beete-Süßkartoffel-Curry. Das Gericht scheint auf jeden Fall nicht nur mir sehr gut geschmeckt zu haben. Dazu gab es einen Whisky Sour-Cocktail, den wir wegen der Camping-Bedingungen stark vereinfachen mussten und anschließend den Fisch, den wir gefangen hatten.\nAb dem nächsten Tag gingen wir dann andere Wege. Ich habe aber die gemeinsame Zeit mit Dina, Dennis, Tereza und Nacho wirklich sehr genossen. Als Andenken an die Zeit blieb mir noch ein Sonnenbrand, den ich mir wohl trotz Sonnencreme beim Angeln geholt hatte.\nLangsam gehen mir die Orte auf der Nordinsel aus, die ich noch sehen möchte. Von der Bay of Plenty ging es für Sylvester nach New Plymouth. Die Fahrt habe ich in zwei Hälften geteilt, über Nacht blieb ich wieder bei Brock\u0026rsquo;s Place in der Nähe von Matamata. In einer Pause bei der Fahrt am nächsten Tag ging ich wieder in die Hamilton Gardens, von denen ich ja noch nicht alles gesehen hatte. Besonders cool war der Tudor-Garten, in dem kunstvolle Statuen von Fabelwesen aufgestellt waren.\nEin weiterer Stopp war das Kiwi-Haus in Otorohanga. Dort habe ich nicht nur meine ersten Kiwi-Vögel gesehen, sondern auch einige weitere Tiere, die in Neuseeland heimisch sind. Ursprünglich wollte ich die häufigste Kiwi-Art, die braunen Kiwis, auf der Nordinsel in freier Wildbahn sehen. Leider sind die Tiere aber so scheu und nachtaktiv, dass das sehr schwierig ist. Vielleicht habe ich auf der Südinsel ja mehr Erfolg mit den beiden anderen Kiwi-Arten.\nNach der langen Fahrt war ich dann froh, endlich mal wieder in ein Hostel einziehen zu können. Die Sunflower Lodge in New Plymouth ist extrem gemütlich, ruhig und persönlich. Für Sylvester hatte ich schnell eine nette Gruppe von Leuten gefunden, die mit mir zur Neujahrsfeier beim Festival of Lights in New Plymouth gegangen ist. Der ganze Park war mit bunten Lichtern in Szene gesetzt und mittendrin befand sich eine Bühne, auf der eine Band die Leute beschallte, während die Sekunden auf einer Leinwand daneben herunterzählten. \u0026ldquo;Happy New Year 2020!\u0026rdquo; Ich kann es immer noch nicht fassen, dass die 2020er Jahre beginnen; für mich hört sich das immer noch wie Science-Fiction an\u0026hellip;\nIch könnte mich zwar daran gewöhnen, dass es an den Feiertagen um den Jahreswechsel sonnig und warm ist, jedoch habe ich die Gemütlichkeit in der Dunkelheit und meine Familie vermisst. Für mich wird Weihnachten im Winter immer das wirkliche Lichterfest bleiben, bei dem man die dunkelste Zeit des Jahres zur hellsten Zeit macht.\nDafür gab es aber eine Flotte von Sternenzerstörern\u0026hellip;\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2020-01-02T23:00:00+13:00","image":"/2020/01/02/plenty/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2020/01/02/plenty/","title":"Sommer, Sonne, Weihnachten"},{"content":"Zurück in Auckland Nach meinem Abenteuer im Norden bin ich zurück nach Auckland gefahren, in mein vertrautes Brown Kiwi Hostel, in dem ich viel gechillt habe.\nIch habe dort ein paar nette Menschen kennengelernt: Joana aus Portugal wollte nach ihrem Studium einfach mal was anderes machen und ist daher nach Neuseeland gekommen. Sie dachte, sie würde hier wie die meisten campend und in Hostels durch die Gegend reisen, und letztendlich das ganze Land erkunden. Stattdessen ist sie direkt in die Bay of Islands gereist und dort geblieben. Sie hat dort Freunde gefunden und ist zur Seglerin geworden: Nachdem man einmal in der Szene drin sei, findet man immer direkt eine weitere Gelegenheit zum Segeln. Sie ist schon bis nach Tonga und Fiji gesegelt..! Wir haben uns so ein bisschen dazu verabredet, mal zusammenzusegeln und zu reisen, wenn es klappt\u0026hellip;\nIch war ansonsten mit Dina und Dennis auf dem Weihnachtsmarkt in Auckland, auf dem wir den Weihnachtsmann getroffen haben und entspannt etwas Süßkram bei Livemusik gegessen haben.\nAuf Facebook1 hatte ich in ein paar Gruppen für Backpacker in Neuseeland eine Anzeige gepostet, dass ich Travelmates suchte. Darauf haben sich sechs Leute gemeldet, von denen ich drei sofort aussortieren konnte, da die ganz andere Vorstellungen von der Reise hatten. Ich habe mich dann mit den drei anderen getroffen und sozusagen ein Casting gemacht, wen ich denn mitnehme, da in meinem Auto neben mir höchstens Platz für zwei Mitfahrer mit viel Gepäck und Campingzeug ist.\nZuerst traf ich Sam aus Manchester, der in letzter Zeit schon Work-and-Travel-Erfahrungen in Australien nach seinem Studium gesammelt hatte. Er ist ein Umweltberater, das heißt, er kann zum Beispiel bei kommerziellen oder staatlichen Projekten deren Auswirkungen auf die Umwelt mit diversen Modellen abschätzen. Mit ihm war ich sofort auf einer Wellenlänge und habe mich mit ihm in einer Bar über diverse Themen aus Politik und Wissenschaft unterhalten.\nAn einem anderen Tag fuhr ich mit dem Auto in das Verkehrschaos der Innenstadt um eine Deutsche zu treffen, die zwar total nett war, die ich aber nicht mitgenommen habe; denn der dritten Person, Kathleen aus Kanada, habe ich praktisch sofort zugesagt, da sie mir auch sofort sympathisch war und wir uns über ein paar sehr nerdige Themen unterhalten haben. In Toronto arbeitet sie als Friseurin und macht jetzt aber einen langen Urlaub in Neuseeland.\nDamit war dann die Crew vollständig. Zum Kennenlernen haben wir erstmal zusammen Sandwiches zu Mittag gegessen, wobei Sam und ich jeweils eine Dose Golden Circle-Limo tranken. Darauf tauften wir kurzerhand unsere Gruppe so, da das so gut zu den Herr der Ringe-Sehenswürdigkeiten passt, die wir ansteuern wollen. Anschließend kauften wir für kleines Geld in einem Rot-Kreuz-Laden, einem Schrottladen und dem Warehouse die ganze Camping-Ausrüstung, die wir brauchten. Noch eine Nacht in Auckland und dann ging es los.\nDie Coromandel-Halbinsel Am 7. Dezember fuhren wir auf dem Highway 1 nach Süden aus der Stadt raus. Der Tag war ein typischer Umzugstag: Abbauen, einpacken, auschecken, losfahren, bei Pak\u0026rsquo;nSave einkaufen, ankommen, einchecken, auspacken, aufbauen, Abendessen. Bei den Fahrten haben wir immer nett geplaudert und uns damit abgewechselt, wer Musik spielen darf.\nDer Seabreeze Holiday Park lag unweit von der sogenannten Hot Water Beach, dem Strand des heißen Wassers: Um die Niedrigwasserzeit kann man sich dort einen eigenen durch natürliche Erdwärme beheizten Pool graben. Da das aber inzwischen ziemlich bekannt ist, waren dort relativ viele Menschen um die Zeit und überall waren diverse größere und kleinere Becken. Mit den Schaufeln, die wir uns an dem Park geliehen hatten, buddelten wir in kürzester Zeit unseren eigenen Pool; dort, wo wir gebuddelt haben, war es dann auch richtig heiß.\nAuf dem Campingplatz haben wir noch einen witzigen Typen kennengelernt, der uns von seinen ersten Camping-Erfahrungen erzählt hat: Er dachte sich, dass eine Hängematte und ein Tarp völlig ausreichen würde. Mit der Kälte, dem Wind und den Mücken hat er damals nicht gerechnet. Unser Setup mit den Zelten, Schlafsäcken und Isomatten ist da doch schon angenehmer.\nAuf dem Weg zum nächsten Stopp haben wir eine lange Strandpause gemacht und uns die Goldgräberstadt Waihi angesehen: Mitten im Ort befindet sich dort ein riesiges Loch, in dem noch vor relativ kurzer Zeit nach Gold gegraben wurde. Um die Grube haben wir eine Wanderung gemacht, die nur das erste Viertel entlang der steilen Felswand verlief.\nMatamata und Hobbiton In der Nähe von dem Städtchen Matamata im Herzen der Nordinsel haben wir für wenig Geld bei einer Farm übernachtet, Brock\u0026rsquo;s Place. Dort gab es nicht nur einen sehr schönen Ausblick auf die Farmlandschaft, sondern auch Hühner, die einem die Teller nach dem Frühstück reinigen.\nHauptgrund für unseren Aufenthalt dort war jedoch Hobbiton, der Filmdrehort für das Auenland in Peter Jacksons Herr der Ringe-Filmen, das in eine große Touristenattraktion verwandelt wurde, als klar wurde, dass die Fans der Filme bereit sind, für so etwas Geld auszugeben. Zwar wurde nach dem Dreh der Filme das Set praktisch komplett zurückgebaut, da erst mit nicht-permanenten Baustoffen gearbeitet wurde. Für die Hobbit-Trilogie wurde dann aber mit haltbaren Materialien gearbeitet.\nDie Tour war etwas stressig, da die Gruppen im Zehn-Minuten-Takt durch das Set geführt werden. Am Ende gab es jedoch ein leckeres Bier, bei dem man in Ruhe den Blick über das Auenland schweifen lassen konnte. Man hat aber wirklich viele Oh- und Ah-Momente gehabt, als man an bekannten Szenen vorbeilief.\nEntspannen an der Westküste in Raglan Am selben Tag ging es dann weiter nach Westen Richtung Raglan, wo wir eigentlich nur die Sonne und den Strand für ein paar Tage genossen haben. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Hamilton an. Eigentlich hatte ich gehört, dass es in der für Neuseeland großen Stadt Hamilton nichts wirklich gibt, dass es sich also nicht lohne, dort anzuhalten. Die Hamilton Gardens waren dann aber doch echt schön: Wie bei einer Landesgartenschau zeigen hier die Gärtner, was sie alles können. Besonders gut haben mir ein indisch angehauchter Garten und der Renaissance-Garten gefallen.\nSimply walking into Mordor Nach der Entspannung durfte es wieder etwas Action sein: Nächstes Highlight des Roadtrips war die Durchquerung des Tongariro Nationalparks. Das ist eine achtstündige2 Wanderung, bei der man 20km zurücklegt bei mehr als 700m Höhenunterschied.\nDarauf bereiteten wir uns dann gut vor, vor allem dadurch, dass wir endlich mal wieder in einem Hostel mit richtigen, gemütlichen Betten übernachten, was uns ganz gelegen kam, da das Wetter sehr regnerisch war.\nVon einem Bus wurden wir dann zum Startpunkt gebracht und hinterher auch wieder am Endpunkt abgeholt. An sich war die Wanderung nicht schwierig, aber lang und sehr abwechslungsreich. Man muss definitiv genug Wasser und Essen mitbringen, sowie genug Kleidung, die man in der Höhe anziehen kann, da es dort ziemlich kalt und windig ist. Immer wieder haben einen Schilder aber dazu aufgefordert umzudrehen, wenn man sich unvorbereitet fühlt. Es scheint echt nötig zu sein. Wahrscheinlich nehmen viele Touristen die Wanderung nicht wirklich ernst.\nErst ging es durch ein Tal, dann die sogenannte Teufelstreppe hinauf auf ein Plateau, das durch diverse Lavaflüsse geformt wurde. Dort steht man dann direkt vor dem 2300m-hohen Vulkan Mount Ngauruhoe, oder Schicksalsberg wie man ihn als Herr der Ringe-Fan nennt. Wir sind tatsächlich einfach so nach Mordor gewandert, das Land des bösen Sauron.\nDamit war aber noch nicht einmal die Hälfte der Wanderung geschafft! Es ging weiter hinauf zum höchsten Punkt der Wanderung am Roten Krater. An den Smaragdseen haben wir dann unsere Butterbrote gegessen, die wir uns mitgebracht hatten. Von dort an ging es relativ gleichmäßig hinab; es war spannend zu sehen, wie man langsam die verschiedenen Vegetationsgrenzen durchschritt, erst alpine Moose und Gräser, dann einzelne Sträucher, Nadelbäume und schließlich der für Neuseeland übliche sub-tropische Mix aus Farnen und Laubbäumen. Auch konnte man gut sehen, wie das ganze Wasser aus der Höhe sich in den Tälern in Bächen sammelte.\nKat und ich haben die Wanderung in 6.5 Stunden geschafft, Sam ist vorausgerannt und war vor uns da. Danach waren wir auf jeden Fall ganz schön platt und haben uns aufs Bett gefreut\u0026hellip;\nTaupo, der größte See Neuseelands Nachdem wir uns eine sehr kitschige Kiwi-Weihnachtsparade angesehen haben, sind wir am 14. Dezember in Taupo an einem kostenlosen Campingplatz angekommen. Auf der Nordinsel sind die meisten kostenlosen Plätze nur für Fahrzeuge mit eingebauter Toilette, die also self-contained sind. Nicht jedoch dieser Platz, da der mit öffentlichen Toiletten ausgestattet war. Auch lag er direkt an einem Fluss, in dem man gut baden konnte. Allerdings war es daher dort relativ überfüllt. Wir haben aber eine gemütliche Ecke für unsere zwei Zelte gefunden.\nTaupo hat ein großes Geothermie-Kraftwerk, das die ganze Stadt definiert. Da das saubere Wasser, das durch die Erdwärme aufgeheizt wird, nach der Verwendung im Kraftwerk immer noch warm ist, wird es in ein paar verschieden heiße Becken geleitet, die für die Öffentlichkeit gratis zugänglich sind.\nMein persönliches Highlight in Taupo waren aber die senkrechten Klippen bei Bulli Point, von denen man super in den See springen konnte, der eigentlich der Krater der Taupo-Supervulkans ist.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Besonders elegant war das nicht\u0026hellip;\nNatürlich haben wir bei Taupo wieder einen Vulkan bestiegen, von dem man eine spektakuläre Aussicht hatte. Von dort aus konnte man auch sehen, wie in Neuseeland die Landnutzung funktioniert: Auf einer Karte wird eine gerade Linie gezogen, die dann ohne Rücksicht auf die Geographie in der Realität umgesetzt wird.\nSchwefelstadt Rotorua Wie man auch in den Nachrichten sieht, geht es in Neuseeland immer um Vulkane. Ganz besonders aber in Rotorua, dem Hotspot für Vulkantourismus in Neuseeland: Die ganze Stadt riecht nach Schwefel, da sie in einem Kessel liegt und überall Schwefeldämpfe austreten. In manchen Parks gibt es dort kostenlose Fußbäder, von denen man aus die witzigen Pukeko Purpurhühner beobachten kann. Auch enthält der gleichnamige See jede Menge Schwefel (wieder ein Vulkankrater). Schwefelhaltiges Wasser hat aber einige gesunde Eigenschaften, die wir an einem Wellness-Tag in den Hell\u0026rsquo;s Gate Pools ausgenutzt haben.\nBei Rotorua gibt es auch spektakuläre Mammutbaumwälder. Die sind zwar nicht endemisch und wurden als schnell wachsendes, gut farmbares Holz angesiedelt; inzwischen hat der Wald aber sich zu einem einzigartigen Biotop entwickelt. Besonders schön war noch, dass man von dort aus einen Geysir beobachten konnte.\nRotorua war dann der letzte Stopp für Kat. Sie hatte noch ein paar Sehenswürdigkeiten, die sie lieber auf eigene Faust von dort aus abgrasen wollte. Dafür ist aber Elena aus Berlin mitgekommen, eine quirlige Künstlerin. Sie möchte in einem Ökodorf auf der Coromandel-Halbinsel leben; das Dorf ist komplett eigenständig.\nEnde des Roadtrips in Tauranga Nach einer weiteren Stunde Fahrt, die uns auf einen Gesamt-Kilometerstand von 1347km gebracht hat, sind wir in Tauranga angekommen. Das ist einer der größten Ballungsräume Neuseelands mit etwa 114 Tausend Einwohnern, fühlt sich aber wegen der weitläufigen Grundstücke und Flachbauweise deutlich größer an. Die Stadt hat einen natürlichen, geschützten Hafen und sehr lange, schöne Strände, die zum Surfen einladen.\nNachdem wir in einem teuren Hostel angekommen sind, haben Elena und ich noch den erloschenen Mount Maunganui Vulkan bestiegen, der direkt an der Hafeneinfahrt von Tauranga liegt. Von dort hatte man einen weiten Blick auf die Bay of Plenty, das Kalifornien Neuseelands. Hier werde ich mein erstes Weihnachten im Sommer verbringen\u0026hellip;\nLeider gibt es immer noch keine Alternative.\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\nlaut Touristeninformation\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2019-12-22T17:00:00+13:00","image":"/2019/12/22/roadtrip/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/12/22/roadtrip/","title":"Der Roadtrip der Ringe"},{"content":"Langsam neigte sich die Blaubeer-Saison dem Ende entgegen, sodass wir nach ein paar Wochen, in denen wir praktisch jeden Tag Beeren gepflückt haben, unseren ersten angekündigten freien Tag hatten. Dazu hatten uns unsere Bosse auf ihre Boote eingeladen.\nDa das Team aber anfing zu schrumpfen, gab es ein riesiges, gemeinschaftliches Abschiedsfrühstück mit Rührei, Bacon und leckeren Pancakes mit Sirup. Davor habe ich aber erst einen riesigen Berg Geschirr gespült, da es leider immer noch Leute im Holiday Park gibt, die das einfach nicht machen wollen. Resultat war, dass ich eine passiv-aggressive Nachricht an das Whiteboard geschrieben habe, dass jeder mir ein Bier schulde, der seinen Abwasch nicht gemacht habe.\nEin Teil der Leute ist dann also abgereist, der harte Kern lief aber runter zum Steg, wo Graham schon ungeduldig wartete. Er hatte sogar einen Kumpel dazu geholt, damit wir zwei Boote hatten. In Houhora Harbour nimmt man es mit den Schifffahrtsregeln und der Vorsicht nicht so genau, so fuhren wir zügig ab und bretterten zwischen den Sandbänken hindurch, nachdem wir die Ziege Billy gegrüßt hatten, die an der Felsküste südlich von Pukenui lebt.\nEs ging durch die Meerenge, die ich vor ein paar Tagen schwimmend überquert hatte. Hinter Mount Camel arbeitet Graham außerhalb der Blaubeersaison bei der Muschelfarm. Graham und Debbie sind schon ein witziges Paar: Graham liebt die See und ist ziemlich rücksichtslos. Debbie hat vor dem Meer einen gesunden Respekt und ist die Vorsichtigere. Er hat also natürlich mit seinem Boot angegeben und den Gashebel bis zum Anschlag gedrückt, sodass wir mit 80km/h über die Wellen gehüpft sind.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Nur keine Zeit verlieren!\nBei dem ordentlichen Wellengang zog sich Graham dann zügig einen Neoprenanzug und Schnorchelausrüstung an, sprang ins Wasser und sammelte in 10min einen riesigen Beutel voll großer Muscheln. Prustend kam er wieder an Bord: \u0026ldquo;That\u0026rsquo;s for lunch.\u0026rdquo; An einem Strand, den man wegen privatem Gelände nur per Boot erreichen kann, ankerten wir, gingen an Land und kochten die Muscheln dort einfach in Salzwasser auf einem Gaskocher, bis sie aufbrachen. Frischer geht es einfach nicht. So haben sogar mir die Muscheln geschmeckt. Für mich ist anscheinend die Regel mit Meeresfrüchten und Fisch, dass es wirklich frisch sein muss, damit es mir schmeckt. Sobald Fisch oder Muscheln weit durch die Gegend transportiert werden, schmeckt es mir nicht mehr. Ein Stück Wild ziehe ich beidem aber immer noch vor.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Graham in seinem Element\nAm Strand schwammen wir dann etwas, genossen die Sonne, tranken ein paar Biere und schossen nette Photos zur Erinnerung. Dort unterschrieben auch alle meine Neuseeland-Flagge, die ich zur Erinnerung an diese Zeit haben möchte.\nAls das Boot aus dem Wasser gezogen war, gingen wir kurz zurück zum Camp, machten uns frisch und dann ging es auch schon weiter ohne Bosse nach Henderson Bay, dem nächsten Strand von Pukenui. Wo wir noch etwas Party und uns eine nette Zeit gemacht haben. Es war echt ein legendärer Tag, den ich nie vergessen werde!\nNach dem Ausflug ging der Job dann relativ schnell zu Ende: Für eine fünfte Runde Ernten haben die meisten Büsche einfach nicht genug Beeren gehabt, sodass es sich für unsere Bosse nicht mehr gelohnt hat, uns weiter zu bezahlen. Sie luden uns aber in ihr Gästehaus ein, weil das alles so kurzfristig endete, was uns natürlich sehr gelegen kam, da das Gästehaus deutlich netter und gemütlicher ist, als der Pukenui Holiday Park. So verließen wir den Park, was die Besitzerin natürlich ziemlich schade fand, uns aber gesagt hat, wenn wir wieder einen Job bräuchten, hätte sie immer etwas für uns. Den wichtigsten Leuten konnten wir noch Tschüss sagen. Da aber fast die ganze Blaubeer-Crew umzog, fühlte es sich nicht wirklich wie ein Abschied an.\nDebbie und Graham waren wirklich gute Gastgeber, obwohl sie nicht so viel Zeit hatten: Es gab mehrmals tolles Essen, wie Lammkeule mit Kartoffeln und Brokkoli oder Debbies großartigen Blaubeerkuchen mit Joghurt, und es war immer etwas los. An einem Tag kam zum Beispiel der Schlachter vorbei um eine Kuh zu töten, die sie einfrieren und sich mit ihrem Nachbarn in den nächsten Monaten teilen. An einem anderen Tag hat uns Graham sein selbst spielendes Klavier gezeigt, auf dem wir etwas Abba hörten.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Graham hat laut Debbie zu dicke Finger zum Klavier spielen\u0026hellip;\nWir waren aber auch gute Gäste und haben so viel es geht geholfen, die letzten Erledigungen für die Blaubeerfarm durchzuführen. Wir haben also die Wägen, Kisten und Container gespült, für die Rückgabe an den Verleih vorbereitet und den Rasen gemäht. Auch haben wir Debbie und Graham an drei Abenden bekocht, wofür die Beiden sehr dankbar waren.\nYour browser doesn't support HTML5 video. Here is a link to the video instead. Am Muschelfloß ziehe ich meinen ersten Fisch in Neuseeland aus dem Wasser\nMein persönliches Highlight von der Zeit bei Debbie und Graham war aber, als Graham Dennis und mich nochmal auf sein Boot mitnahm. Wir sind direkt zur Muschelfarm gerast, wo wir die Angeln dort reinwarfen, wo die Muschelabfälle ins Wasser geleitet werden, sodass die Fische angelockt werden. Ich habe dann dort meinen ersten Fisch in Neuseeland geangelt: Ein echt dicker Schnapper von 6kg Gewicht. Der wurde dann von mir mit der Hilfe von Graham filetiert und in Fish and Chips verwandelt. Den Kopf habe ich mit Auge sogar gegessen und das ausgekochte Gebiss als Andenken behalten.\nDas Dinner mit den Fish and Chips war das letzte gemeinsame Essen; danach sind fast alle bis auf mich und zwei Deutsche aufgebrochen. Um uns in die Adventszeit einzustimmen haben wir Glühwein selbst gemacht. Meine Güte, war das lecker, besonders, als es langsam kälter wurde\u0026hellip;\nSchließlich haben aber auch wir Debbies und Grahams Hof verlassen. Eigentlich wollten wir nur noch einen weiteren Abend zusammen an einem Strand verbringen, da wir aber eh in die gleiche Richtung mussten, sind wir noch ein paar Tage zusammen gereist. Ich hatte mich zuvor in Kaitaia im Warehouse mit allem ausgestattet, was man zum Campen braucht: Zelt, Isomatte, Schlafsack, Campingkocher, Geschirr, \u0026hellip;\nEs ging erst wieder nach Spirit\u0026rsquo;s Bay, diesmal aber mit Übernachtung. Davor und danach haben wir nette Strandtage verbracht und etwas gefischt, leider ohne großen Erfolg. Der einzige Fisch, den wir aus dem Wasser gezogen hatten, war viel zu klein, also haben wir versucht ihn zu befreien. Leider hatte er aber den ganzen Haken verschluckt, sodass das nicht machbar war\u0026hellip; Immerhin habe ich einige Angeltricks gelernt. Allerdings haben wir ein paar kleine Muscheln gefunden, die wir als Snack nach unserem Essen gekocht haben.\nAn Neumond haben wir ein paar Stunden die Sterne beobachtet und ein paar tiefgründige Unterhaltungen geführt. Der Sternenhimmel in Neuseeland ist so viel klarer und schöner als der in Bochum oder gar Kaufbeuren\u0026hellip; Im Zelt schläft es sich ziemlich gut, man wird leider oft sehr früh wegen der Sonne wach, ich gewöhne mich aber etwas dran.\nDie nächsten Tage führte mich unser Roadtrip in die Nähe von Auckland, mit vielen Zwischenstopps.\nEin Stopp war die Waipu Caves Tropfsteinhöhle, die von Glühwürmchen beleuchtet wird. So etwas habe ich noch nie gesehen. Das war wirklich atemberaubend. Wir standen da sicherlich 10min und haben einfach gestaunt.\nSchließlich bin ich gestern in Piha angekommen, einem Strandörtchen westlich von Auckland mit vulkanischem schwarzen Sand. Heute habe ich mir dort die Kitekite-Wasserfälle angesehen, bis es angefangen hat zu regnen.\nAuch habe ich endlich einen Plan für Weihnachten: Ich werde mich wohl mit einigen der Blaubeermenschen in der Bay of Plenty treffen. Dafür müssen wir aber noch etwas planen.\nAutokauf Oben habe ich es schon etwas angedeutet: Ich habe mir hier ein Auto gekauft! Eines Tages beim Picken der Blaubeeren habe ich Debbie erzählt, dass ich wahrscheinlich ein Auto bräuchte, um vor allem die Südinsel von Neuseeland erkunden zu können. Ihr ist dann eingefallen, dass ihre Nachbarin ein neues Auto letztes Weihnachten bekommen hat und das Alte jetzt nur noch von Spinnen bewohnt wird.\nEs ging dann alles recht schnell: Ich habe mir mit Debbie das Auto, einen 2008er Nissan Note, einmal von Außen angeguckt, etwas darüber nachgedacht und dann mit der Nachbarin Kontakt aufgenommen. Sie hat mir, als wir uns bei ihr getroffen hatten, sofort die Schlüssel in die Hand gedrückt und ich durfte so lange wie ich wollte Probe fahren und das Auto auch schon richtig benutzen. So viel Vertrauen hätte man in Deutschland nicht in eine fremde Person. So habe ich mich aber besonders gefreut, dass in Neuseeland alles etwas entspannter abläuft.\nGraham hat mit mir dann das Auto inspiziert. Er war früher Automechaniker, erst in der NZ-Armee, dann auch kommerziell. Er hat mit mir einen Ölwechsel durchgeführt und außerdem den Keilriemen justiert. Er findet, das Auto sei in einem sehr guten Zustand. In Grahams gut ausgestatteter Garage konnte ich dann auch das Auto von Innen und von Außen reinigen, als ich mich entschloss es zu kaufen.\nEs lief aber nicht alles reibungslos: Ich konnte für das Auto fast komplett mit meinem Blaubeergeld in Neuseeländischem Dollar bezahlen. Etwas Geld musste ich aber leider an dem schrecklichen Geldautomaten gegen Gebühr im 4Square abheben\u0026hellip; Auch behauptete die Verkäuferin erst, man könne den Eigentümer des Autos per Internet ändern, allerdings stimmte das nur halb: Sie konnte als Kiwi der NZTA mitteilen, dass sie das Auto verkauft hat, ich mit meinem Internationalen Führerschein aber nicht denen mitteilen, dass ich das Auto gekauft habe. Dafür musste ich zur Post, die wegen Stromausfalls in Kaitaia geschlossen war. Tatsächlich habe ich mehr als eine Woche nach dem tatsächlichen Kauf es erst geschafft, die Bürokratie hinter mich zu bringen, da noch nicht mal jedes Postamt diesen Vorgang machen kann und die Öffnungszeiten natürlich sehr spärlich sind.\nIch habe es aber geschafft! Ich besitze jetzt ein Auto in Neuseeland und kann damit jetzt alles erkunden.\n","date":"2019-12-03T22:38:00+13:00","image":"/2019/12/03/far-north/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/12/03/far-north/","title":"Bootsausflug am Ende der Blaubeersaison"},{"content":"Endlich mache ich einen Gewinn bei meinem Working Holiday in Neuseeland! Seit dem 25. Oktober bin ich jetzt hier in Pukenui, einem kleinen Örtchen im Nördlichsten Norden der Nordinsel Neuseelands zum Blaubeeren-Pflücken. Ursprünglich war der Plan, auf einer Avocadofarm Bäume anzupflanzen. Jemand, der aber keine Lust auf das ständige Bücken bei den Blaubeeren hatte, hat dann mit mir den Job gewechselt.\nIn der ersten Woche ging es wegen Regen nur sehr langsam los, denn wir arbeiten sieben Tage die Woche, solange es nicht oder nur kaum regnet. Manche Blaubeerfarmen haben Gewächshäuser, sodass sie nicht so stark vom Wetter abhängen. Wenn wir aber arbeiten, dann so viele Stunden wie möglich. Am ersten Zahltag waren es dann 45 Stunden je $20 an insgesamt sechs richtigen Arbeitstagen. Als das Gehalt auf meinem NZ-Bankkonto angekommen war, habe ich mir dann als Belohnung ein tolles langärmliges T-Shirt mit UV-Schutz bestellt, was auch bitter nötig war, da wir in der prallen Sommersonne arbeiten, die in Neuseeland wegen der klaren Luft, dem Ozonloch und der elliptischen Bahn der Erde um die Sonne so stark ist, wie nirgends sonst in der Welt. Permanent Sonnencreme aufzutragen wird da leider sehr schnell nervig.\nMeist laufen die Tage so ab, dass wir um 08:30 vom Hostel mit möglichst wenigen Autos zehn Minuten zur sehr kleinen Far North Blueberries Farm von Debbie und Graham fahren, wo dann meist bis 15:00 die größten, reifsten Beeren gepflückt werden. Anschließend werden die Beeren auf ein Fließband gegossen und, die schlechten in den Sammelkörben aussortierend, die guten von der Maschine in kleine Plastikschälchen je 125g gefüllt, die dann in Kartons auf einer Palette gestapelt werden. An guten Tagen schaffen wir zwei Paletten, also 3456 Schälchen.\nIm Vergleich zu den anderen Jobs haben wir wirklich Glück gehabt: In der täglichen 45min langen Mittagspause gibt es ungefähr einmal die Woche Essen von unseren Bossen: am ersten Wochenende einen leckeren Eintopf mit Rindfleisch und Kartoffeln, und am zweiten Wochenende selbst gefangenen und selbst geräucherten Schwertfisch und danach selbst gefangenen, frittierten Schnapper als Burger mit Pommes. Debbie ist immer gut gelaunt und freundlich, Graham ist manchmal etwas strenger, macht aber permanent mehr oder weniger gute Witze. Wir können dort ansonsten sogar unsere Wäsche machen oder duschen, was für die langhaarigen Mädels besonders nett ist, da die Dusche im Hostel auf fünf Minuten zeitbegrenzt ist\u0026hellip;\nDas Hostel, oder genauer der Pukenui Holiday Park, ist schon etwas speziell. Es ist etwas günstiger und schlechter ausgestattet als die meisten Hostels und die meisten Leute, die dort bleiben, arbeiten entweder in der Gegend oder sind auf der Durchreise. Die Küche ist etwas zu klein, alles ist immer etwas schmutzig, aber die Stimmung immer gut. Abends gibt es häufig Mean Feeds (also gemeine Fütterungen, wie man im Kiwi-Slang sagt) mit frischem gegrillten Fisch, wobei sich alle angeregt unterhalten. Diejenigen, die am nächsten Tag frei haben, oder einfach noch nicht müde sind, ziehen um 22:00 auf die Sofas im Billard-Raum um, in dem auch Tischtennis gespielt oder laut Musik gehört werden kann. Das Internet im Camp ist extrem schlecht, sowohl das WLAN, als auch der mobile Empfang, was aber gut tut, da man daher weniger im Internet ist.\nPukenui ist ein kleiner Ort am Highway 1 in Nord-Süd-Richtung, der einzigen richtigen Straße im Norden, von der ein paar Kieswege nach Osten und Westen abgehen. Und mit klein meine ich auch wirklich klein: Es gibt einen kleinen, teuren 4Square Supermarkt, einen Pub der um 19:00 schließt und einen Anleger. Mit dem Auto braucht man eine Stunde zum nächsten richtigen Supermarkt, Pak\u0026rsquo;nSave, in Kaitaia. Dort gibt es dann aber alles, was man braucht.\nDie Freizeit verbringe ich relativ häufig am Anleger, dem Pukenui wharf, wo man Schwimmen oder Angeln kann, was ich mir von ein paar Freunden aus dem Hostel beibringen lasse.\nWenn es sich anbietet, mache ich mit den Leuten Ausflüge. Mit zwei Vans ging es zum Beispiel einmal ganz in den Norden. Auf den Dünen, die mir vorkamen wie eine Wüste, waren wir Sandboarden, was so wie Schlittenfahren ist, nur wärmer und sanfter. Danach haben wir an der malerischen Tauputoputo Bay zu Mittag gegessen und uns das touristisch total überlaufene Cape Reinga angesehen. Dort soll man sehen, wie die Tasmanische See sich mit dem Pazifischen Ozean verwirbelt. Dass das Blödsinn ist, da es sich dabei nur um eine Sandbank handelt, die die Wellen bricht, verrate ich mal niemandem\u0026hellip;\nEine Mondlandschaft bei Henderson Bay, die bei Flut unter Wasser liegt, habe ich mir mit ein paar Leuten vom Hostel angesehen. Davon stand nirgends was in Reiseführern; wir haben das selbst entdeckt, was es besonders gemacht hat.\nMit der Blaubeeren-Crew der ersten Woche, habe ich einen Strandtag an Spirit\u0026rsquo;s Bay verbracht: Ein wunderschöner Sandstrand, mit tollem Sand, tollen Wellen und einem tollen Ausblick auf ein Gebiet, das Tapu ist. Der heilige Grund, von dem die Geister der Maori das Land verlassen, darf von Menschen aus spirituellen Gründen nicht betreten werden. Dafür leben dort aber einige wilde Pferde. Wir haben dort sogar ein bisschen Rugby gelernt!\nBis die Blaubeer-Saison vorbei ist, wird es wohl so ähnlich weitergehen. Es ist hier auf dem Land alles etwas ruhiger, dafür gibt es aber immer etwas Nettes zu tun.\n","date":"2019-11-11T14:55:00+13:00","image":"/2019/11/11/pukenui/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/11/11/pukenui/","title":"Blaubeeren im fernen Norden"},{"content":"Dann habe ich also endlich die Großstadt hinter mir gelassen und fuhr ins Unbekannte nach Norden zur Bay of Islands, der Bucht der Inseln. Die Fahrt führte per InterCity-Fernbus über kurvige Straßen an Weiden, Feldern, Hügeln und Wäldern vorbei. Der Name Bay of Islands ist wirklich passend: Viele Seitenarme und zahllose grüne, hügelige Inseln, zwischen denen Segel- und Motorboote sowie Seekayaks umherfahren. Schöne Sandstrände, an denen einzelne, kleine Orte liegen, wie Paihia, wo ich die nächsten Tage verbracht habe.\nDas mit Abstand Beste am Peppertree Hostel war, dass man sich Kayaks gratis ausleihen konnte. Damit habe ich eine nette Tour zu ein paar Inseln gemacht, auf denen ich dann komplett alleine war. Später wurde dann der Wind deutlich stärker, was das Paddeln schwieriger gemacht hat. Mir hat die Herausforderung aber gefallen.\nWaitangi Treaty Grounds Am Dienstag, dem 22. Oktober, habe ich die Anlage um die Waitangi Treaty Grounds besucht. Dort wurde das Gründungsdokument von Neuseeland erstmals unterzeichnet: Ein Vertrag zwischen den Stämmen der Maori1 und der Britischen Krone, der auf Englisch verfasst wurde, aber schlecht auf Maori übersetzt wurde, was zu Konflikten geführt hat. An sich ist es aber erstaunlich für mich gewesen, wie gleichberechtigt die Europäer die kriegerischen Maori gesehen haben, deren Land sie mitbenutzen wollten. Als dann das britische System vollständig in Neuseeland angekommen war, wurden die Maori jedoch immer mehr verdrängt und litten unter Krankheiten, die die Europäer brachten.\nDort habe ich jedenfalls eine kulturelle Darbietung von ein paar Maori gesehen, die Tänze, Gesänge und Rituale präsentiert haben. Ganz wichtig war die Begrüßungszeremonie, bei der festgestellt wurde, ob die Gäste in friedlicher Absicht gekommen sind.\nDie eigentlichen Treaty Grounds bestanden dann hauptsächlich aus einer großen, gut gepflegten Rasenfläche, auf der ein Fahnenmast steht, der wohl einst der größte Fahnenmast auf der Südhalbkugel war. Drei Flaggen an ihm symbolisieren den Vertrag: Die Maori und das Vereinigte Königreich schließen einen Vertrag, aus dem Neuseeland hervorging.\nBeim Nationalfeiertag von Neuseeland, dem Waitangi-Tag, finden die wichtigsten, offiziellen Festivitäten auf den Waitangi Treaty Grounds statt: Dort wird dann zum Beispiel ein Maori-Kriegskanu ins Wasser gelassen und von vielen Rudergängern bei hoher Geschwindigkeit durch die Bay of Islands gejagt.\nWanderungen an der Bucht Als eine weitere Tagestour sind zwei Schwedinnen und ich um die Bucht nach Russell gewandert. Dabei ist das Wetter im Minutentakt umgeschwungen von Regen, über Starkwind bis zu strahlendem Sonnenschein. In der Gegend liegen immer wieder Fallen für Ratten und Hermeline herum, da diese Tiere aus Europa eingeführt wurden und eine Bedrohung für die heimischen, nachtaktiven Kiwi-Vögel darstellen. Deshalb sind auch in vielen Wäldern Hunde komplett verboten, selbst wenn sie an der Leine geführt werden. Von Russell sind wir dann mit der Fähre zurückgefahren.\nAm letzten Tag habe ich noch eine nette Wanderung durch einen Mangrovenwald zu den sehr mittelmäßigen Haruru-Wasserfällen gemacht.\nDie anfängliche Urlaubsphase meiner Reise neigt sich jetzt aber dem Ende entgegen, ab nächster Woche arbeite ich auf einer Avocado-Farm. Dafür geht es jetzt noch weiter nach Norden\u0026hellip;\nden Ureinwohnern Neuseelands\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2019-10-25T20:24:00+13:00","image":"/2019/10/25/paihia/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/10/25/paihia/","title":"Auf der Suche nach dem Paradies in der Bay of Islands"},{"content":"Nachdem ich durch ein Maori-Dorftor in Neuseeland eingetreten bin, mir eine Sushi-Rolle für wenig Geld gekauft habe, und eine SIM-Karte bei Vodafone Neuseeland, ging es für $17 mit dem Skybus in die Innenstadt von Auckland. Der Bus hat praktisch direkt vor dem Eingang des Hostels gehalten. Ich war wie bei meiner Ankunft in Sydney erst nach Mitternacht im Bett, war aber irgendwie nicht so wirklich müde, also habe ich einen ziemlich unruhigen Schlaf gehabt.\nIm Nomads Hostel war alles durch übermäßig viel Technik verkompliziert: Anstatt eines Schlüssels gab es einen siebenstelligen Türcode, der sich auch noch alle paar Tage für jeden Gast änderte, und einen Türcode für den Haupteingang. Man hätte gedacht, dass es dadurch sicher gewesen wäre, war es aber nicht. Wenn man Sachen offen im 12er-Zimmer liegen lässt, riskiert man, dass sie gestohlen werden. So ist mir eine Hose, ein Gürtel und ein T-Shirt abhanden gekommen, die mir eines Morgens geklaut wurden, als ich für zehn Minuten im Badezimmer war. Die Küche war auch eine Katastrophe, weil es keine Handtücher gab, um Dinge abzutrocknen, also waren alle Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, etc. stets nass. Zwei Sachen waren an dem Hostel aber echt gut: Die Dachterrasse mit Blick auf die Skyline und Whirlpool sowie die Lage mitten in der Innenstadt. Wegen des Diebstahls, den bei der Rezeption auch niemand aufklären konnte (\u0026ldquo;Es kommt häufiger vor, dass hier was gestohlen wird!\u0026rdquo;), habe ich dann das Hostel gewechselt.\nDas Brown Kiwi Backpackers etwas weiter außerhalb im Stadtteil Herne Bay1 war deutlich kleiner, etwas teurer aber extrem gemütlich. Im Garten konnte man schön entspannen und plaudern, und im Wohnzimmer haben wir zwei der Herr der Ringe-Filme gesehen. Die 21 Jahre alte Hauskatze, Stefanie, hat auch immer für gute Laune gesorgt.\nMeine Tage hier habe ich größtenteils damit verbracht, die Stadt zu erkunden und alles weitere für die nächste Zeit zu organisieren: Ich habe ein Bankkonto bei Westpac eröffnet, eine IRD-Steuernummer für Neuseeland erhalten und natürlich diverse Klamotten gekauft, um das Gestohlene zu ersetzen und meine Ausrüstung zu ergänzen.\nIch finde Auckland ist eine komplett verschiedene Stadt von Sydney. Es gibt zwar einige Parallelen, wie die Harbour Bridge, die relativ natürlichen Hafenbecken, die Skyline und die große Einwohnerzahl; die Städte fühlen sich aber verschieden an: In Auckland ist alles etwas kompakter und kleiner. Durch die von Vulkanen erschaffene Landschaft wirkt es auch ganz anders.\nGrößtenteils ist Auckland recht flach, nur gelegentlich stechen die komplett unbebauten, grünen, erloschenen Vulkane aus der weitläufigen Stadt, die fast nur aus Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und großzügigen Gärten besteht. Immer wenn ich mal in der Nähe eines Vulkans war, habe ich die Gelegenheit genutzt, um einen Überblick über die Stadt zu erlangen.\nDas Wetter war bei meinem Besuch leider nur so mäßig: Es hat fast jeden Tag etwas geregnet bei etwa 15°, irgendwann ist dann aber immer die Sonne herausgekommen. Wenn man es gut abgepasst hat, hatte man echt spektakuläre Blicke.\nEins meiner Highlights war der Sky Tower, der Fernsehturm von Auckland. Ich bin dort bei Tag und Nacht hochgefahren. Auch von dort gab es von zwei Etagen einen tollen Ausblick. Manche Leute haben Bungee-Jumping vom Turm gemacht oder sind draußen herumgekraxelt; das hat mich nicht gereizt. Ich habe mir lieber die Dynosphäre angesehen, die als Blitzableiter auf der Spitze des Turms war.\nWeitere Sehenswürdigkeiten, die mir sehr gut gefallen haben waren die Parks von Auckland, besonders die Auckland Domain mit einem sehr schönen Tropenhaus von der Zeit um die Jahrhundertwende und dem Auckland Museum. In dem Museum wurde einem die Geschichte von Neuseeland näher gebracht: von der Besiedlung durch die Maori, ein pazifisches Seefahrer-Volk, über die Exkursionen von Cook, der so gute Karten von Neuseeland angefertigt hat, dass sie noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts benutzt wurden, bis hin zu den diversen Kriegen, an denen Neuseeland beteiligt war. Die Beziehung der Europäer zu den Maori ist verschieden verlaufen, verglichen mit den australischen Aborigines: Da Cook einen aristokratischen Jungen aus Fiji (oder so) an Bord hatte, konnte dieser mit den Maori reden und so einige Konflikte vermeiden. Es gab auch recht früh einen Vertrag zwischen Maori und der Englischen Krone, der auf der Maori-Sprache ein Allianz vorsah, auf Englisch aber absolute Monarchie beschrieb. Inzwischen wird der Vertrag eher so ausgelegt, wie er auf Maori formuliert war: Maori ist neben Englisch Amtssprache von Neuseeland.\nDie Strände von Auckland habe ich nicht so gut auskosten können, da es einfach noch nicht wirklich Sommer ist. Mission Bay Beach und ein Strand bei Devonport müssen aber im Sommer wunderschön sein. Direkt in Herne Bay, wo das Brown Kiwi Hostel liegt, habe ich mich aber ins Wasser getraut. Leider war der Boden sehr watt-ähnlich und matschig, es hat aber trotzdem Spaß gemacht!\nAm 19. Oktober habe ich Rugby kennengelernt: Ein Hamburger aus dem Hostel hat erzählt, dass ein Frauenrugby Erstliga-Spiel im Eden Park Stadion stattfand. Das Ganze auch noch gratis! Als wir ins Stadion gegangen sind, hat uns ein Ordner einfach so blau-weiße Auckland Rugby-Flaggen in die Hand gedrückt. In der Halbzeit habe ich einen passenden Rugby-Ball gefangen, der ins Publikum geschossen wurde. Es gab wirklich eine Menge gratis, allerdings waren trotzdem leider sehr wenige Leute vor Ort. Das Spiel wurde aber wie ein normales Erstliga-Spiel behandelt: Ein Fernsehsender hat das Spiel gefilmt, es gab Donuts, Pommes und Hamburger, sowie einige wenige lautstarke Fans vom gegnerischen Verein: Wellington. Ich war erstaunt, wie brutal Rugby ist und dass keine Schutzkleidung getragen wird, wenn die Teams mit aller Wucht gegeneinander rennen oder sich auf einen Haufen werfen. Am Ende haben die Aucklander Frauen deutlich gegen Wellington gewonnen. Ich habe auch gewonnen, denn jetzt habe ich das Spiel schon mal grob verstanden.\nSomit hatte ich gute Voraussetzungen für den Abend. In einer Bar hat praktisch das ganze Hostel die zwei Rugby World Cup Viertelfinalspiele des Abends verfolgt: Erst hat England recht souverän gegen Australien gewonnen; die anwesende Engländerin war sichtlich zufrieden.\nDanach haben dann die New Zealand All Blacks2 gegen das gesamt-irische Team gespielt. Rugby ist eine der wenigen Sachen, bei denen Irland als ganze Insel antritt. Der Anwesende, der am Meisten von Rugby Ahnung hatte, war Ire und hat sogar ein Trikot in Knallgrün angehabt. Dann ging es los. Nach den Nationalhymnen, bei denen auf Maori und Englisch mitgesungen wurde, haben die All Blacks ihren angsteinflößenden Kriegstanz, den Haka, aufgeführt. Das ist wieder ein Ritual, dass von den Maori übernommen wurde, was sonst kein Nationalteam macht. Die Iren haben dabei nur ganz verdutzt zugesehen. Der Kriegstanz scheint jedenfalls gewirkt zu haben, denn das Spiel war sehr einseitig: Neuseeland hat den Iren keine Chance gegeben. Ich finde Rugby ist deutlich spannender anzusehen als Fußball, da ewiges Passspiel auf Zeit nicht möglich ist. Und wenn einer hinfällt, steht er sofort wieder auf. Rugby ist immer in Bewegung.\nIch habe mir auch die University of Auckland angesehen. Sie ist eine alte Uni, die langsam gewachsen ist, aber auch Teile hat, die genau wie die Ruhr-Uni aussehen. Für mich persönlich war das Auckland Bioengineering Institute (ABI) sehr interessant; dort habe ich mich mit Dr. Jichao Zhao über seine und meine Arbeit unterhalten, während er mich etwas durch den Lehrstuhl für Kardiologie geführt hat. Anscheinend hat ihm gefallen, was ich erzählt habe. Er hat mir angeboten, dass ich bei Gelegenheit einen Vortrag in Auckland halte. Darauf werde ich bestimmt zurückkommen.\nNach fast einem Monat umherreisen, sehne ich mich jetzt aber nach etwas Alltag. Und den sollte ich bald bekommen: Ich habe ein Jobangebot zum Avocados Pflanzen im nördlichsten Norden der Nordinsel bekommen. Auf dem Weg dorthin mache ich aber noch einen Zwischenstopp in der Bay of Islands\u0026hellip;\nMir hat Auckland sehr gut gefallen, allerdings habe ich inzwischen genug von Stadt. Ich bin froh, dass ich jetzt etwas in die schöne Natur von Neuseeland komme.\nEine kleines Fun-Fact zum Abschluss: Ich habe mich gewundert, warum der Hauptbahnhof von Auckland Britomart heißt, der grade übrigens vom Kopfbahnhof zum unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut wird. Man könnte denken, dass die Silben für Britisch und Markt stehen, das ist aber ein Fehlschluss. Der Bahnhof ist benannt nach der Landzunge Point Britomart, welche wiederum benannt ist nach einem Schiff HMS Britomart. Dieses aber ist nach der griechischen Gottheit Britomartis benannt, was ein kretischer Name für Artemis ist, der so viel wie süße Jungfrau bedeutet. Am Ende ist eben alles Latein und/oder Griechisch\u0026hellip;\nIch bin immer gerne in Herne.\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\ndie ganz in schwarz Gekleideten\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2019-10-20T20:44:00+13:00","image":"/2019/10/20/auckland/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/10/20/auckland/","title":"Am Anfang war Auckland"},{"content":"Mit dem Zug Richtung Sydney verlasse ich gerade Katoomba, eine Kleinstadt in den Blue Mountains, den blauen Bergen. Die Berge werden so wegen der blauen Verfärbung genannt, die durch die Öle der Eukalyptusbäume in der Luft sowie durch Lie-Streuung entsteht. In dem riesigen Nationalpark habe ich die letzten Tage mit vielen netten Wanderungen verbracht.\nAber nochmal zurück zum Anfang: In Sydney haben viele Leute im Hostel davon berichtet, wie schön doch die blauen Berge seien. Erst hatte ich vor, dorthin nur einen Tagestrip zu machen. Nach einiger Zeit wurde aber klar, dass wegen der zwei Stunden langen Bahnfahrt dort Übernachtungen angesagt seien.\nGut gelaunt kam ich am frühen Nachmittag am Flying Fox Backpackers an, einem unglaublich gemütlichen Hostel in einem ganz normalen Haus unweit vom Bahnhof von Katoomba. Ich war zuerst etwas verwirrt, als mir eine Kanadierin die Tür geöffnet hat und ich nirgends eine Gelegenheit zum Einchecken gefunden habe. Sie hat mir dann aber gesagt, der Gastgeber Ross sei unterwegs, ich könne aber einfach meine Sachen ablegen, um die Gegend zu erkunden.\nIn diesem Hostel laufen die Sachen wirklich etwas anders als in dem riesigen Ding, in dem ich in Sydney war. Vor Allem ist dort alles etwas familiärer: Häufig wird gemeinsam für alle Gäste gekocht und jeden Abend von sechs bis neun Uhr ist Social Time. In dem Wohnzimmer des Hostels oder draußen an einem Lagerfeuer sitzen dann die Gäste und unterhalten sich über ihre Erlebnisse oder spielen Gesellschaftsspiele. Mein neues Exploding Kittens Kartenset ist ordentlich in Benutzung gewesen. Ross räumt dabei immer etwas herum und erledigt dies und das für das Hostel, achtet dabei aber immer darauf, dass die wichtigste Regel der Social Time eingehalten wird: No screens, please! \u0026ndash; Bitte keine Bildschirme! All dies hat dann dazu geführt, dass das Hostel sehr gemütlich und kommunikativ ist.\nWährend der Social Time am Abend hat man gut herausfinden können, wer am darauf folgenden Tag Zeit für eine Unternehmung hatte. Bis auf am Tag der Ankunft habe ich daher immer nette Leute um mich gehabt, mit denen ich Ausflüge machen konnte.\nAlleine habe ich mir die absoluten Touristenattraktionen Katoombas angesehen: Die Three Sisters sind eine Felsformation, die laut lokalem Mythos drei Schwestern gewesen sein sollen, die versteinert wurden. Sie blicken über einen weitläufigen, mit Dschungel gefüllten Canyon, der über die Jahrtausende hinweg durch Wasser in die Landschaft geschnitten wurde, auf dessen gegenüberliegenden Seite Mount Solitary, der einsame Berg, liegt. Mitten im Tal sticht eine weitere Felsformation aus dem Wald, die the Ruined Castle genannt wird, weil sie einer Burgruine ähnelt. Dorthin ging es für mich am darauf folgenden Tag.\nBei starkem Nebel, bei dem man höchstens 50 Meter weit sehen konnte, bin ich mit einem Chinesen, der in Sydney anfängt Chemie zu studieren, ins Tal hinabgestiegen. Die Wanderung ging nicht an den Klippen entlang hinab, sondern einfach senkrecht hinunter über große Treppenstufen, die teilweise direkt in den Fels geschlagen wurden oder aus Metall am Gestein befestigt war. Oben bestand die Landschaft noch aus einem relativ trockenen Eukalyptuswald, unten ähnelte es mehr einem feuchten Regenwald. Sobald man unten im Tal war, ging es einfach geradeaus über den flachen Boden zwischen den Bäumen her. Auf dem Ruined Castle Fels hätte man dann bei gutem Wetter einen tollen Ausblick gehabt, wegen des Nebels hat man aber nur auf eine weiße Wand geblickt.\nAm Sonntag, dem 6. Oktober, bin ich mit jemandem aus einer Gegend der Niederlande, die direkt bei Deutschland liegt, etwas ziellos umhergewandert. Wir haben viele nette Ausblicke gehabt und einige nette, kleine Wasserfälle gesehen. In Leura, dem Nachbarort von Katoomba, haben wir dann entspannt im Hotel Alexandra ein Bier getrunken. Leider etwas teuer, das haben wir uns aber nach der langen Wanderung verdient. Eine Britin aus der Gegend um Brighton, die im selben Hostel lebt, arbeitet dort als Kellnerin. Sie hatte aber gerade Mittagspause und hat sich dann zu uns gesetzt.\nMit ihr, sowie einem weiteren Briten und einer Australierin aus Melbourne bin ich dann am Dienstag wandern gewesen: Wir haben ein kühles, nasses Tal erkundet sowie bei sehr wechselhaftem Aprilwetter, das es hier natürlich im Oktober gibt, den Pulpit Rock erreicht. Erst hat die Sonne geschienen, bis es plötzlich anfing zu regnen und dann zu hageln. Auf dem berühmten Felsen war es dann so windig, dass wir uns festhalten mussten! Beim Rückweg wurden wir aber mit einem Regenbogen belohnt.\nAm Montag war es relativ heiß, sodass eine Bayerin und ich uns nach etwas Abkühlung gesehnt haben. Sie kommt aus Erding, hat aber keinen erkennbaren Akzent im Deutschen. Im Norden von Katoomba kann man eine kleine Wanderung zu den Minnehaha Falls machen, einem sehr spektakulären Wasserfall, der circa 40m hoch ist. Darunter befindet sich ein sehr, sehr kaltes Wasserbecken. In den Blue Mountains gibt es wider der Erwartung, dass es in Australien nicht besonders kalt wäre, im Winter gelegentlich Schnee. Man kann sich also vorstellen, wie kalt das Wasser war!\nMeinen letzten vollen Tag am Mittwoch habe ich fast nur im Garten des Hostels entspannt. Ich musste zwar zur Wäscherei, habe mir dann aber bei der Gelegenheit ein Eis bei Aldi geholt, in dem es tatsächlich schon Marzipanstollen gab!\nMir hat die Zeit in den Blue Mountains sehr gut gefallen, besonders die Leute in dem netten Hostel, zu dem ich bei Gelegenheit gerne zurückkehren würde. Vielleicht werde ich dann mal an den Felswänden klettern gehen, was viele in den blauen Bergen machen.\nInzwischen kann man vom Zug aus in weiter Ferne schon die Skyline von Sydney ausmachen. Für mich geht es jetzt zum Flughafen zu meinem eigentlichen Reiseziel: Neuseeland.\n","date":"2019-10-10T14:23:00+11:00","image":"/2019/10/10/blue-mountains/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/10/10/blue-mountains/","title":"Die blauen, atemberaubenden Berge"},{"content":"Müde und bepackt bin ich in das Backpackers HQ Hostel in Sydney gestolpert: \u0026ldquo;I\u0026rsquo;ve got a reservation for the next days.\u0026rdquo; Danach habe ich einfach nur noch meinen Rucksack in einem Spind eingeschlossen, geduscht und bin ins Bett gefallen. Das war wirklich ein anstrengender Hinflug. Um 22 Uhr im Bett und um 7 Uhr aufgestanden. Der Jetlag hat mich zum Frühaufsteher gemacht!\nNach einem kurzen Toast-Frühstück bin ich dann alleine Richtung Sydney Innenstadt losgegangen. Natürlich nicht in einer geraden Linie sondern schön am Wasser entlang.\nNachdem ich mich daran gewöhnt habe, auf der linken Seite des Weges zu laufen, um nicht mit Joggern zu kollidieren, bin ich um die Ecke einer grünen Landzunge gebogen und habe zum ersten Mal das Opernhaus von Sydney und die Harbour Bridge gesehen. Erst dann habe ich wirklich realisiert, dass ich am anderen Ende der Welt bin. In Echt sehen die Gebäude so gut aus, wie auf den Photos. Das fanden auch die asiatischen Touristen, die zu hunderten von der Stelle aus ähnliche Bilder knipsten. Von Nahem sah das Opernhaus noch eindrucksvoller aus; mir hat sehr gefallen, wie die Fliesen in der Sonne glänzen, die die Dächer bedecken.\nWeiter entlang des Wassers bin ich in den botanischen Garten von Sydney geraten, der mehr als Park angelegt ist, als der der Ruhr-Uni Bochum. Meine Highlights dort waren die vielen bunten Blumen, die Farnabteilung, eine Sonnenuhr mit Jahreszeitenkorrektur und die Kakadus, die auf den Wiesen in aller Seelenruhe grasen.\nIrgendwie bin ich dann im Museum of Contemporary Art gelandet und wollte eigentlich nur mal kurz reinschauen, bin dann aber fasziniert dort für zwei Stunden hängen geblieben. Ich hatte eine Frage zu einer Uhr gestellt, die im Zentrum des Museums stand: In ihrem Inneren hat sich ein Globus mit dem Uhrenticken mitbewegt. Was mir beim ersten Betrachten nicht aufgefallen war, war, dass auf ihr ein Tag nur 18 Stunden dauert. Der Künstler wollte aufzeigen, wie willkürlich unsere ganze Zeitmessung ist, und dass die Zeitmessung auf anderen Himmelskörpern komplett anders wäre. Auch gab es dort prozedurale Kunst: Der Künstler gab dem Museum nur eine Liste von Anweisungen, wie die Kunst erzeugt wird, die dann genutzt werden, um eine ganze Wand zu füllen.\nDanach bin ich mit der Fähre nach Manley Beach gefahren. Sie fährt total szenisch an der Skyline, der Oper und der Harbour Bridge vorbei, Richtung Osten zu den grüneren Vororten. Ich habe die Fahrt total genossen. Mein Plan war eigentlich, dort schwimmenzugehen. Es war dafür aber zu kalt. Im Vergleich zur Nordsee im Hochsommer ist der Pazifik im Frühling doch etwas kälter. Für ein Fußbad war es aber genau richtig!\nBei der Rückfahrt war die Fähre randvoll. Wahrscheinlich haben alle die gleiche Idee gehabt, wie ich: Ich wollte die Skyline bei Abenddämmerung sehen. Und das hat auch super geklappt! Es sah einfach total spektakulär aus.\nNach etwa zehn Stunden und dreißig tausend Schritten war ich dann endlich wieder im Hostel und bin bald total platt ins Bett gefallen. Das war einfach genau das Abenteuer, das ich am ersten Tag in Sydney brauchte.\nAm Montag habe ich einfach das komplette Gegenprogramm gemacht: Ich habe erstmal ausgeschlafen und mal geguckt, was sich so ergibt. Mit einer netten Finnin aus dem Hostel habe ich dann spontan einen Ausflug gemacht: Wir wollten etwas mit den Zügen rumfahren, Bondi Beach ansehen und Shoppen.\nDas Wetter war für australische Verhältnisse wohl sehr schlecht: Nieselregen und 15°C. Die Australier haben sich ungefragt darüber beschwert, dass es so kalt sei. Die Wellen waren aber top, also waren viele Surfer am malerischen Strand unterwegs.\nVon Bondi Beach kann man sehr nett entlang der Pazifikküste nach Süden wandern, was ich an einem anderen Tag gemacht habe. Dabei kann man nicht nur Strände und die Suburbs sehen, sondern auch spektakuläre Steinküsten, gegen die die Wellen schlagen, und eine Art Sumpflandschaft, die sich in einem Pool oberhalb der Klippen gebildet hat.\nIn Coogee Beach war ich dann endlich mal im Pazifik schwimmen. Mit den Wellen und dem guten Wetter hat das auch richtig Spaß gemacht. Der Frühling hat hier jetzt richtig angefangen, die letzten Tage war es ja noch regnerisch und recht kühl für australische Verhältnisse.\nIm Powerhouse Museum gibt es Ausstellungen zu allem Mensch-Gemachten, von Töpferware der Aborigines, über Dampfmaschinen, bis hin zu Raketen und Sofas aus Aluminium. Besonders beeindruckend fand ich dort eine vorbereitete Rede Richard Nixons, die er gehalten hätte, wenn die Astronauten den Mond wegen defekter Triebwerke nicht wieder hätten verlassen können.\nIch habe die meiste Zeit auf der südlichen Seite des Hafens von Sydney verbracht, aber an einem Tag habe ich mir mal ein bisschen Nord-Sydney angesehen. Dort gab es Wendy\u0026rsquo;s Secret Garden, den die Witwe eines australischen Schriftstellers ihm zum Gedenken eingerichtet hat. Wie eine grüne Lunge liegt er umgeben von Hochhäusern am Hang mit Blick auf den Hafen. Neben den Pflanzen liefen auch ein paar Truthähne herum, einer davon hat die ganze Zeit mit einem Spiegel gespielt: Wenn er sein eigenes Abbild darin gesehen hat, ist er daraufzugerannt, um sich selbst eine Kopfnuss zu geben. Dem habe ich einige Zeit zugesehen. Dem Vogel scheint das nicht langweilig zu werden.\nIch habe mir auch Luna Park angesehen, einen sehr traditionsreichen Freizeitpark, auf dem Gelände, auf dem ursprünglich die Brückenteile für die Harbour Bridge vorbereitet wurden. Man betritt den Park durch ein lachendes Mondgesicht, das sich in der Grauzone zwischen freundlich und gruselig befindet. Die Attraktionen sind nicht besonders spannend und relativ teuer, da in dem kleinen Gelände nicht viel Platz für ambitioniertere Sachen wäre. Dafür ist aber alles sehr liebevoll dekoriert.\nMeine Tour ging weiter zu Fuß über die Harbour Bridge. Mir wurden erst dadurch ihre Dimensionen bewusst: Spannweite 503m und Höhe 134m.\nIch habe auch viel Zeit im Hostel verbracht. Der Hinterhof war sehr gemütlich und hat dazu eingeladen. Morgen wird aber sicher wieder ein anstrengender Tag, denn dann fahre ich in die Blue Mountains, einem riesigen Nationalpark westlich von Sydney. Ich bin froh, wenn ich mal aus Sydney rauskomme. Jetzt habe ich noch eine Woche bis zu meinem Flug nach Neuseeland.\n","date":"2019-10-04T12:02:00+10:00","image":"/2019/10/04/sydney/schriftzug.jpg","permalink":"/de/2019/10/04/sydney/","title":"Sydney -- Großstadt am anderen Ende der Welt"},{"content":"Dieser Blogeintrag ist leider nur auf Englisch verfügbar.\n","date":"2019-09-28T10:45:00+10:00","permalink":"/de/2019/09/28/direct-syncthing/","title":"Dateien synchronisieren mit Syncthing via Wi-Fi Direct auf Android"},{"content":"\nIch finde die offiziellen Uni-Pullover und T-Shirts meiner Uni, der Ruhr-Universität Bochum, nicht besonders spannend. Im Uni-Shop der RUB habe ich keinen einzigen Pullover gefunden, der mir gefällt. Dabei brauche ich unbedingt einen, denn ich habe mir angewöhnt an allen Schulen und Unis, an denen ich gelernt oder gearbeitet habe, zur Erinnerung einen Pullover zu kaufen.\nDas Design der offiziellen Pullover ist ziemlich einfallslos und findet sich genauso (mit anderem Logo) an einigen anderen Unis. Insbesondere verstehe ich nicht, warum auf manchen Pullovern dreimal der Name der Uni drauf steht. Einmal in Groß, kreisförmig im Siegel und dann noch einmal kreisförmig um das Siegel herum. Auch assoziiere ich mit dem Design eine alt eingesessene Universität mit Efeu-bewachsenen Backsteingebäuden, was die Ruhr-Uni einfach nicht ist. Und warum sind da vier Sterne drauf?! Ist die Ruhr-Uni etwa nicht gut genug für fünf Sterne?\nFakt ist: Die Ruhr-Uni ist eine Uni aus Beton. Ein Uni-Pullover sollte so aussehen, als wäre er Teil der Uni.\nAlso habe ich mich gefragt, was man anders machen könnte und präsentiere hier meinen Prototyp für einen alternativen Ruhr-Uni-Bochum-Pullover und ein RUB-T-Shirt:\nDas Pfeil-Design ist den Beton-Wegweisern nachempfunden, die sich überall auf dem Campus finden. Auch weckt meiner Meinung nach das Grau einfach sofort die Assoziation zu der Architektur, die nun mal von Beton dominiert ist.\nUpdate 2019-06-20: Ich habe erfahren, dass die Ruhr-Uni zur Zeit neue Pullover und T-Shirts plant, weil ich nicht der einzige mit der Kritik bin. Es soll wohl sogar eine \u0026ldquo;Beton-Kollektion\u0026rdquo; geben: Graue Shirts, die an die vorherrschende Farbe an der RUB erinnern, mit Sprüchen wie: \u0026ldquo;Beton blüht doch!\u0026rdquo;\n","date":"2019-06-15T22:49:00+02:00","permalink":"/de/2019/06/15/ruhr-uni-shirts-pullover/","title":"Design für RUB-Shirts und Pullover"},{"content":"Dieser Blogeintrag ist leider nur auf Englisch verfügbar.\n","date":"2019-05-26T19:42:00+02:00","permalink":"/de/2019/05/26/simple-js-gallery/","title":"Einfache JavaScript Gallerie"},{"content":"Anreisetag Am Samstagmorgen ging es los, nach dem Frühstück nahm ich meine Reisetasche und meinen warmen Schlafsack und stieg ins Auto. Es geht Segeln an der Ostsee mit dem Hauptziel eine seetaugliche Segelyacht kennenzulernen und dem Nebenziel die benötigten Seemeilen für den Sportküstenschifferschein SKS zu sammeln. Letztes Jahr hatte ich bereits den Sportbootführerschein SBF Binnen für Motor und Segel gemacht, dieses Jahr sind dann SBF See und der SKS dran. Ich hatte mich schon lange auf diese Woche gefreut: Einfach mal eine Woche Pause von der Masterarbeit.\nIch fuhr dann eine kleine Runde durch Bochum und habe meine Mitsegler eingesammelt, einen erfahreneren Segler, und ein wie ich auszubildender Segler, der direkt mit den See-Scheinen eingestiegen ist und nicht schon mal mit den kleineren Falken-Segelbooten in den Niederlanden segeln war, im Gegensatz zu mir, was sich im Laufe der Woche als Vorteil herausgestellt hat. Es ging dann entspannt über die A1 nach Bad Schwartau bei Lübeck, das ist die Stadt, aus der die gleichnamige Marmelade kommt. An der Nord-Ost Marina war das Segelboot des Skippers überwintert, der uns gut gelaunt das Boot auf Hochglanz putzend begrüßt hat.\nDen ersten Tag sind wir nur angereist und haben uns auf den Törn vorbereitet: Wir haben einen Großeinkauf gemacht um uns mit Essen für die ganze Woche einzudecken, was bis auf ein paar Kleinigkeiten auch super funktioniert hat. Ansonsten haben wir noch einen kleinen Trip nach Lübeck gemacht, wo uns der Skipper die schöne Altstadt mit den sieben Türmen gezeigt hat. Wir haben ihn dann noch eingeladen zu einem netten Abendessen, in dem wir uns alle nochmal was gegönnt haben.\nAuch hat uns der Skipper schon ins Boot eingewiesen, insbesondere in die Funktionsweise der Sicherheitsausrüstung und der Bordtoilette, die sehr leicht verstopfen kann.\nTag 1: Die Trave-Ausfahrt Am nächsten Tag ging es dann los, die Trave soweit es ging unter Segel und stückweise leider unter Motor hinab bis nach Travemünde, wo wir dann endlich auf die Ostsee trafen.\nDa war das Segeln dann erstmals anders in Binnengewässern: Die Wellen waren mit bis zu einem halben Meter Höhe nicht mehr vernachlässigbar klein. Es war ganz ungewohnt, dass das Segelboot in einer Schlangenlinie fuhr. Der Wind war aber günstig, sodass wir mit etwa 7 Knoten, also etwa 13 km/h, über das Wasser glitten. Wir sind dann außerhalb des Fahrwassers die Küste entlang und mit Hilfe des Kompasses nach Osten gefahren, haben die Ansteuerungstonne Wismar nahebei passiert und näherten uns dann Bad Kühlungsborn, unserem Ziel für den Tag.\nDann wurde der Wind immer stärker, die Hafeneinfahrt war für uns unerfahrene Segler etwas aufregend: Wir mussten ein paar Mal ohne Segel im Hafenbecken im Kreis fahren um zu Bremsen, während wir uns durch den Wind Kommandos und Antworten zuriefen. Schließlich waren wir dann aber vorbildlich in Luv, der Seite, von der der Wind kommt, am Steg festgemacht. Für den ersten Tag wirklich nicht schlecht.\nTag 2: Turbulente Überfahrt nach Dänemark Am Montagmorgen wurden wir dann von sonnigem Wetter begrüßt, der Wind hatte auch etwas nachgelassen.1 Wir haben die Morgen meist so verbracht, dass alle erstmal duschen waren, wobei die Qualität der Duschen zwischen den Häfen sich stark unterschied, und uns dann mit Kaffee, Brot oder Brötchen gestärkt haben. Ich war übrigens der fleißigste Obst- und Gemüse-Esser an Bord. Dann haben wir uns stets die Gegend um unseren Liegeplatz angesehen, denn laut Skipper geht Reisen nicht nur um den Weg sondern auch um das Ziel. Er hatte zu jeder Situation ein passendes Film- oder Buch-Zitat auf Lager.\nEr hat uns dann an der Küste entlanggeführt. Bad Kühlungsborn ist wirklich sehr touristisch, was man an dem breiten Sandstrand voller Strandkörbe merkt. Spannend fand ich vor allem eine Gedenkstelle an einem früheren Grenzturm für verschiedene Menschen, die versucht haben aus der DDR zu fliehen, per Ruderboot, schwimmend, oft in tiefster Nacht. Die Grenzsoldaten oder die See haben aber die meisten von ihnen erwischt. Ein paar Erfolgsgeschichten gibt es aber schon, wie Leute bis Fehmarn geschwommen sind, oder von einem BRD-Boot zufälligerweise aufgenommen wurden. Ich kann jetzt nachvollziehen, wie unwahrscheinlich das ist, denn die See ist selbst in so einem stark befahrenen Gebiet wie der Ostsee doch noch sehr, sehr leer.\nHeute wollten wir dann unbedingt nach Dänemark. Der Skipper war da eigentlich nicht so begeistert von, hat sich aber bequatschen lassen, was ich sehr cool fand, denn ich hatte den Tag wirklich Lust auf eine lange Überfahrt, eventuell sogar bis in die Nacht. Der Wind stand sehr gut, sodass wir zügig mit bis zu 8.5 Knoten (16 km/h) über die fast ein Meter großen Wellen flogen. Leider war ich so starken Seegang nicht gewohnt und habe recht viel Zeit unter Deck verbringen müssen, da ich für die Navigation an dem Tag zuständig war. So habe ich mich einmal über die Reling übergeben müssen\u0026hellip;\nAuf Höhe des Verkehrstrennungsgebietes sind wir dann einem riesigen, 400m langem Frachtschiff aus China begegnet, das gegenüber uns Seglern ausweichpflichtig war und seinen Kurs nur wenige Grad geändert hat, und in angemessenem Abstand uns passiert hat. Was für mich als Landratte nicht klar war, war wie groß die Bugwelle des Schiffs wäre.\nWir wollten also so weit nach Norden in Dänemark wie möglich, wofür inzwischen klar war, dass eine Nachtfahrt nötig wäre. Ich habe dann unter Deck mich etwas hingelegt, um für die Nachtschicht fit zu sein und es sogar geschafft ein Nickerchen zu machen. Dann wurde ich schließlich an Deck gerufen: Plötzlich war der Wind weg, wir würden heute nirgendwo mehr hinkommen. Es war wirklich absolute Flaute und wir trieben nur etwas umher und wurden von einer neugierigen Robbe inspiziert. Es gab noch einen Ausweg: Wir sind unter Motor zum nächsten Hafen gefahren: Der Fischereihafen von Gedser, einer Stadt, die nur wegen dem Fährverkehr mit Rostock entstanden ist.\nDort gab es dann nur noch Erbsensuppe und einen Anleger, also ein Getränk, dass sofort nach dem Anlegen geöffnet wird, nachdem andächtig und dankbar der Name des erreichten Hafens gemurmelt wird. Manche bevorzugen dafür Bier, andere Cherry-Cola oder einen Kurzen. Die Verpflegung lief ansonsten so ab, dass wir den Skipper mitversorgt haben. Die Gerichte am Abend mussten immer möglichst einfach sein: Dosengerichte, Nudeln mit Soße, Knödel mit einer Lauch-Speck-Sahnesoße, Gnocchi oder ähnliches.\nUm Mitternacht bin ich noch einmal durch den Ort spaziert, denn ich musste unbedingt noch die aktuelle Folge Game of Thrones sehen, da Freunde mit mir darüber diskutieren wollten. Also habe ich ein offenes WLAN-Netz gesucht, dort die Folge auf mein Handy geladen und dann gemütlich in meiner Koje im Vorschiff gesehen. Das hat sich auch wirklich gelohnt, denn die vorletzte Folge jemals der Serie war wirklich spannend, Daenerys hat die Selbstkontrolle verloren und in ihrem Wutanfall einen großen Fehler begangen\u0026hellip;\nTag 3: Manövertraining zwischen Falster und Lolland Diesen Morgen haben wir noch etwas Außergewöhnliches gemacht. Nachdem ich im lokalen Supermarkt, den ich schon von meiner WLAN-Exkursion kannte, Brot und Scheibenkäse für die nächsten Tage gekauft hatte, sind wir Segellehrlinge ein paar Minuten in der noch sehr kalten Ostsee schwimmen gewesen. Die Erfahrung musste aber sein!\nDen Ort haben wir dann noch etwas zu Fuß erkundet. Der Fährhafen ist komplett von dem Städtchen getrennt, früher konnte man einfach von dem Hafen zu Fuß in den Ort oder in die Bahn umsteigen. Beides ist jetzt nicht mehr möglich, einerseits wegen hoher Zäune und andererseits, da die geschichtsträchtige Bahnstrecke stillgelegt wurde, über die noch diverse deutsche Kaiser reisten, was das lokale Eisenbahnmuseum etwas fehl am Platz wirken lässt. Eine Ankunft einer Fähre haben wir uns noch angesehen, es war wahnsinnig, wie viele Autos aus dem Schiff herausgefahren kamen.\nDas Segeln war heute sehr entspannt. Wir sind von der Insel Falster nach Lolland gefahren, wo wir im sehr ruhigen Gewässer bei drei Beaufort-Windstärken Manövertraining gemacht haben: Wenden, Halsen, Beidrehen und das Boje-über-Bord-Manöver, die sicher beherrscht werden müssen.\nDie Einfahrt am Abend in den Hafen von Nysted war sehr malerisch, lautlos glitten wir über das Wasser zwischen Stangen, die das relativ enge Fahrwasser begrenzten. Links und rechts von uns standen in zu flachem Wasser die Seevögel. Und langsam kam das verschlafene dänische Hafen-Dörfchen mit Kirche und Schloss näher. Die Leute auf der Yacht neben uns waren beeindruckt, warum sei denn unser Motor so leise. Dass wir unter Segel einfuhren und die letzten Meter mit der Restgeschwindigkeit glitten war für die wohl unvorstellbar!\nTag 4: Nachtfahrt nach Fehmarn Den nächsten Morgen gingen wir dann durch den Schlosspark von Ålholm bei Nysted, und haben nicht schlecht gestaunt. Jeder Graf hatte wohl ein verschiedenes Hobby, so gab es Bienenkörbe, Fasanenkäfige, Jagdhütten, Gartenpavilions, Brücken zu kleinen Inseln mit Blick auf die Bucht. Besonders schön fand ich die Wohnhäuser im Park an einer sehr alten Allee. Früher war der Park wohl auch ein privates Automobilmuseum mit kleiner Bimmelbahn, das inzwischen aber leider aufgelöst wurde; anscheinend wollte der neue Graf das Hobby des vorherigen Grafs nicht fortführen.\nFür heute war die Route klar: Wir wollten zurück Richtung Deutschland, am Tag danach war es dafür zu stürmisch. Also haben wir vor Nysted erst Manövertraining gemacht und wollten dann durch den Windpark Røtsand I den Kiel-Ostsee-Weg querend nach Fehmarn, wo wir eine Nachtansteuerung machen würden. Das Ganze hat auch ziemlich gut geklappt.\nDie Windparks, die wir passiert haben, waren wirklich spannend. Von der Ferne sahen die Windräder so klein aus, direkt davor wurden aber einem erst die riesigen Dimensionen der Turbinen klar. Der Skipper war von den Windturbinen aber alles andere als begeistert. Er findet, dass viel zu viele seltene Erden für die Herstellung eines Windrads benötigt werden, sodass sie alles andere als klimafreundlich seien. Ich kenne die tatsächliche Sachlage dazu aber nicht, beeindruckend sind sie aber auf jeden Fall!\nSchließlich ging dann die Sonne unter, das war wirklich einer der spektakulärsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe, da die Luft über dem Meer so klar ist. Ich habe sogar einen Grünen Blitz gesehen, womit ich mir aber nicht ganz sicher bin, ob es nicht vielleicht doch Einbildung war.\nDie Nachtansteuerung war dann auch sehr spannend: Man sieht diverse Lichter und muss überlegen, worum es sich handelt. Ein weißes Licht 4s an, 4s aus, oder ein rotes Licht, darüber ein weißes Licht, oder zwei grüne Lichter übereinander. Das ist alles deutlich schwieriger als auf einem Blatt Papier, auf dem die Aufgabe klar gestellt ist. Wir haben also erst den Leuchtturm Staberhuk angesteuert, dann den Molenkopf Burgstaaken, in dessen weißem Lichtsektor wir bleiben mussten, bis wir auf den Linien der Richtfeuer Burger See und Burgstaaken in den Hafen fahren konnten. Dabei haben wir mit einem Handscheinwerfer (also einer sehr leistungsfähigen Taschenlampe) sichergestellt, ob wir nicht doch zu nach an die Seitentonnen kämen. Um ein Uhr nachts haben wir dann festgemacht und endlich etwas gegessen.\nTag 5: Landgang wegen Sturm Am Donnerstag war es so stürmisch, Böen bis Windstärke 9, dass wir lieber im Hafen bleiben wollten. Da waren wir aber auch nicht unproduktiv. Wir haben uns zum Beispiel die genaue Funktionsweise des Schiffsmotors angesehen und ein paar Teile kennengelernt, die besonders oft gewartet werden müssen. Die Blitz ist wirklich gut ausgestattet, dadurch dass wir nur zu viert waren, war sie auch wirklich geräumig.\nNachdem wir auf Bitten des Hafenmeisters zum Yachthafen unter Motor zum benachbarten Yachthafen in Burgtiefe übergefahren sind, da ein größeres Berufsschiff an unserem Anleger heute festmachen wollte, haben wir dann einen langen Spaziergang ins Zentrum von Burg gemacht. Dort war das Highlight, dass wir in ein nettes, altes Kino mit nur einem Saal gegangen sind, in dem die Atmosphäre dank Tischlampen und freundlicher Bedienung sehr angenehm war, die man auch während des Films mit Knöpfen herbeibestellen konnte. Wir haben Monsieur Claude 2 gesehen, ein wirklich witziger französischer Film über einen Herren, dessen vier Töchter Typen geheiratet haben, die ihm erst sehr suspekt wegen Vorurteilen waren, mit denen er sich dann aber schließlich doch versteht.\nTag 6: Zum Liegeplatz in Heiligenhafen Heute war erst die Ausfahrt von Fehmarn, die Unterquerung der Fehmarnsundbrücke und die Ansteuerung von Heiligenhafen angesagt, wo diese Saison der Liegeplatz der Blitz ist. Natürlich haben wir auch heute Manövertraining gemacht, ich bin mir mit den ganzen Manövern jetzt sicher und bin gespannt auf die Prüfung in einem Monat.\nHeute war mein Highlight die Fehmarnsundbrücke, ein wirklich elegantes Bauwerk. Es ist eine sogenannte Netzwerkbogenbrücke, die so heißt, da sie durch ein Netzwerk von Drähten getragen wird, die von einem großen Bogen ausgehen. Die Brücke erscheint wie ein ungespannter Bogen, ist sehr filigran und erweckt den Eindruck schwerelos zu sein. Dabei führt nicht nur eine Autobahn, sondern auch eine wichtige Zugverbindung über sie.\nVom Sommerliegeplatz in Heiligenhafen bin ich dann noch einmal mit Bus und Bahn nach Bad Schwartau zum Winterlager zurückgekehrt und habe dort das geparkte Auto abgeholt. So können wir morgen entspannt alles einladen und ohne Umwege heimkehren.\nPutz- und Abreisetag Heute ging es dann wieder heim. Doch vorher musste das Boot wieder für die nächste Crew auf Vordermann gebracht werden. Das hieß nicht nur die ganzen Kabinen auszuräumen und die Böden zu schrubben, sondern auch die Wände und in den Schränken zu wischen. Natürlich musste auch das Deck blitzblank sein. Bis dann alles perfekt aussah vergingen schnell zwei Stunden.\nNachdem wir uns verabschiedet hatten und viel Glück und Erfolg in der Zukunft (und in der Prüfung) gewünscht haben, lief dann die Rückfahrt auch wieder sehr entspannt. Dabei habe ich mir noch einige Ratschläge von dem erfahrendsten Mitsegler geholt, wie denn meine weitere Segelkarriere aussehen sollte:\nMeilen, Meilen, viele Meilen!\nEs war auf jeden Fall ein sehr schöner Segeltörn, auf dem ich viel über das Handwerk um das Segeln gelernt habe, was über das Wissen vom Binnensegeln weit heraus geht. Der Törn hat mir definitiv Lust auf Mehr bzw. Meer gemacht.\nQuelle des Kartenmaterials: OpenNauticalChart, OpenStreetMap.\nWenn ich mich noch an die genauen Windstärken erinnern würde, würde ich sie hier erwähnen, leider habe ich aber vergessen das Logbuch abzuphotographieren\u0026#160;\u0026#x21a9;\u0026#xfe0e;\n","date":"2019-05-21T23:21:00+02:00","image":"/2019/05/21/segeln-ostsee/14-windpark.jpg","permalink":"/de/2019/05/21/segeln-ostsee/","title":"Ostsee-Segeltörn"},{"content":"Dieser Blogeintrag ist leider nur auf Englisch verfügbar.\n","date":"2019-04-28T21:02:00+02:00","image":"/2019/04/28/how-to-buy-a-phone/starlte.jpg","permalink":"/de/2019/04/28/how-to-buy-a-phone/","title":"Wie kann man möglichst kompliziert ein neues Handy aussuchen?"},{"content":"Dieser Blogeintrag ist leider nur auf Englisch verfügbar.\n","date":"2019-04-08T23:05:00+02:00","permalink":"/de/2019/04/08/spf-sun-protection-factor/","title":"Extreme Sonnenschutzberechnungen"},{"content":"Dieser Blogeintrag ist leider nur auf Englisch verfügbar.\n","date":"2019-03-31T19:32:00+02:00","image":"/2019/03/31/mensch-aergere-dich-nicht/mensch7.png","permalink":"/de/2019/03/31/mensch-aergere-dich-nicht/","title":"Siebenschläfer ärgere dich nicht"},{"content":"Dieser Blogeintrag ist leider nur auf Englisch verfügbar.\n","date":"2019-03-13T11:39:00+01:00","permalink":"/de/2019/03/13/first-entry/","title":"Erster Blogeintrag"}]