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Eine Karte des niederländischen Schienennetzes mit geschwungenen Linien

Mein Beitrag "Van Gogh" zum Designwettbewerb der NS für eine neue Karte des niederländischen Schienennetzes mit Liniennummern.

Dieses Jahr hat die NS (Niederländische Eisenbahn) einen Designwettbewerb für eine neue Netzkarte veranstaltet. Anlass sind die neuen Liniennummern (IC5, S43, RS20, …), die am 13. Dezember eingeführt werden. Die Teilnehmenden bekamen eine Liste aller Linien und ihrer Halte, und wir hatten den Sommer Zeit, eine Karte zu gestalten.

Mein Beitrag heißt “Van Gogh”. Er ist lose von der Sternennacht inspiriert: breite, runde Linien, die durch das ganze Land fließen, ganz ohne scharfe Ecken.

Download: vollständige Karte als PDF

Spoorlijnen in Nederland – Das niederländische Schienennetz.

Inzwischen habe ich Rückmeldung bekommen: Mein Entwurf hat nicht gewonnen. Die Jury schrieb aber, er sei “ein enormer Gesprächsanlass und Publikumsliebling” gewesen. Kolleg*innen, die vorbeikamen, wurden von den bunten runden Formen angezogen und waren überrascht, dass es auch als Karte gut funktioniert.

Die Karte wurde auch auf Reddit diskutiert.

Designentscheidungen

  • Kurven zum Verfolgen der Linien. Die breiten runden Linien und die balkenförmigen Stationsmarkierungen machen es leicht, eine Linie durch das ganze Land zu verfolgen, sogar ohne Farbe. Als Bonus zeigt sich die Randstad als der Ring, der sie tatsächlich ist.
  • 14 ikonische Farben ohne Konflikte. Die Farben sind so verteilt, dass sich keine zwei Linien, die am selben Bahnhof halten, eine Farbe teilen. Mein Vorschlag an die NS war, dieselben Farben auch auf den Anzeigen an den Bahnsteigen, auf Fahrplanaushängen und in der NS-App zu verwenden. Dann können Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben oder gar nicht lesen können, ihre Linie an der Farbe erkennen.
  • Zusammengelegte Linien mit Farbverläufen. Wo Linien den Großteil ihrer Strecke gemeinsam haben (IC5/6, IC20/21/22, IC27/28, IC30/31/32, S43/44, S69/79, S73/75), geht die Farbe der einen Linie langsam in die der anderen über, und beide teilen sich ein Label.
  • Verzerrte Geografie. Die Niederlande bleiben erkennbar, sind aber so gestreckt, dass die dichten Regionen mehr Platz bekommen und das Hochformat gefüllt wird.
  • Regeln für Lesbarkeit. Stationsnamen stehen immer waagerecht, in 14pt für Bahnhöfe und 17pt für große Knotenpunkte (knooppunten). Linienlabels haben schwarze oder weiße Schrift auf der Linienfarbe mit einem Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1. Ich habe die Karte in Graustufen und mit Simulationen von Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie geprüft.
  • Internationale Züge ohne Liniennummer (Eurostar, ICE, NightJet, European Sleeper) sind als hohle Doppellinien gezeichnet. Der erste Bahnhof hinter der Grenze wird angezeigt, zusammen mit einer Liste weiter entfernter Ziele.

Wie die Karte entstanden ist

Die Karte ist halb von Hand gezeichnet, halb generiert. Die Bahnhöfe und den groben Verlauf der Linien habe ich in Inkscape platziert. Danach baut eine Python-Pipeline (networkx, NumPy und SciPy) jede Linie aus den Netzdaten neu auf:

  • Jeder Linienabschnitt wird als Gerade → Kreisbogen → Gerade zwischen den Bahnhöfen eingepasst.
  • Parallele Linien werden gebündelt und sortiert, wobei die Reihenfolge jeder Linie von Bahnhof zu Bahnhof gleich bleibt.
  • Ein kleiner Max-Cut-Löser wechselt innerhalb eines Bündels helle und dunkle Farben ab, sodass benachbarte Linien immer kontrastieren.
  • Linienlabels und Farbverläufe für zusammengelegte Linien werden automatisch erzeugt.

Bis zu diesem Ergebnis hat es etwa 60 Versionen gebraucht.

Was mir in den offiziellen Daten aufgefallen ist

Einige Liniennummern kamen doppelt vor (IC21, IC23, RS34), daher habe ich jeweils die zweite umnummeriert. Einige Züge fehlten (RB51, RB64 und der Stoptrein Dordrecht–Geldermalsen, den ich RS9 genannt habe). Laut Liste hielt die S67 nicht in Arnhem Presikhaaf, was ich für einen Fehler halte.