Auf der Suche nach dem Paradies in der Bay of Islands

Desmond Kabus

2019-10-25 20:24

My journey through New Zealand led me to the beautiful Bay of Islands. Kayaking, hiking and lots of good vibes.

Dann habe ich also endlich die Großstadt hinter mir gelassen und fuhr ins Unbekannte nach Norden zur Bay of Islands, der Bucht der Inseln. Die Fahrt führte per InterCity-Fernbus über kurvige Straßen an Weiden, Feldern, Hügeln und Wäldern vorbei. Der Name Bay of Islands ist wirklich passend: Viele Seitenarme und zahllose grüne, hügelige Inseln, zwischen denen Segel- und Motorboote sowie Seekayaks umherfahren. Schöne Sandstrände, an denen einzelne, kleine Orte liegen, wie Paihia, wo ich die nächsten Tage verbracht habe.

Entspannte Kayak-Tour

Das mit Abstand Beste am Peppertree Hostel war, dass man sich Kayaks gratis ausleihen konnte. Damit habe ich eine nette Tour zu ein paar Inseln gemacht, auf denen ich dann komplett alleine war. Später wurde dann der Wind deutlich stärker, was das Paddeln schwieriger gemacht hat, mir hat die Herausforderung aber gefallen.

Gute Laune im Boot
Ein Strand nur für mich

Am Dienstag, dem 22. Oktober, habe ich die Anlage um die Waitangi Treaty Grounds besucht. Dort wurde das Gründungsdokument von Neuseeland erstmals unterzeichnet: Ein Vertrag zwischen den Stämmen der Maori Ureinwohner Neuseelands und der Britischen Krone, der auf Englisch verfasst wurde, aber schlecht auf Maori übersetzt wurde, was zu Konflikten geführt hat. An sich ist es aber erstaunlich für mich gewesen, wie gleichberechtigt die Europäer die kriegerischen Maori gesehen haben, deren Land sie mitbenutzen wollten. Als dann das britische System vollständig in Neuseeland angekommen war, wurden die Maori jedoch immer mehr verdrängt und litten unter Krankheiten, die die Europäer brachten.

Laute traditionelle Gesänge in traditionellem Gebäude

Dort habe ich jedenfalls eine kulturelle Darbietung von ein paar Maori gesehen, die Tänze, Gesänge und Rituale präsentiert haben. Ganz wichtig war die Begrüßungszeremonie, bei der festgestellt wurde, ob die Gäste in friedlicher Absicht gekommen sind.

Vier Maori und ein verwirrter Tourist

Die eigentlichen Treaty Grounds bestanden dann hauptsächlich aus einer großen, gut gepflegten Rasenfläche, auf der ein Fahnenmast steht, der wohl einst der größte Fahnenmast auf der Südhalbkugel war. Drei Flaggen an ihm symbolisieren den Vertrag: Die Maori und das Vereinigte Königreich schließen einen Vertrag, aus dem Neuseeland hervorging.

Fahnenmast in Waitangi nahe einem der ältesten Häuser Neuseelands

Beim Nationalfeiertag von Neuseeland, dem Waitangi-Tag, finden die wichtigsten, offiziellen Festivitäten auf den Waitangi Treaty Grounds statt: Dort wird dann zum Beispiel ein Maori-Kriegskanu ins Wasser gelassen und von vielen Rudergängern bei hoher Geschwindigkeit durch die Bay of Islands gejagt.

Das aktuell größte Kriegskanu

Als eine weitere Tagestour sind zwei Schwedinnen und ich um die Bucht nach Russell gewandert. Dabei ist das Wetter im Minutentakt umgeschwungen von Regen, über Starkwind bis zu strahlendem Sonnenschein. In der Gegend liegen immer wieder Fallen für Ratten und Hermeline herum, da diese Tiere aus Europa eingeführt wurden und eine Bedrohung für die heimischen, nachtaktiven Kiwi-Vögel darstellen. Deshalb sind auch in vielen Wäldern Hunde komplett verboten, selbst wenn sie an der Leine geführt werden. Von Russell sind wir dann mit der Fähre zurückgefahren.

Der Norden der Nordinsel ist subtropisch
Ausblick von Russell über die Bay of Islands


Am letzten Tag habe ich noch eine nette Wanderung durch einen Mangrovenwald zu den sehr mittelmäßigen Haruru-Wasserfällen gemacht.

Der Mangrovenwald muss zweimal am Tag durch die Gezeiten überspült werden
Ich vor den Haruru Falls

Die anfängliche Urlaubsphase meiner Reise neigt sich jetzt aber dem Ende entgegen, ab nächster Woche arbeite ich auf einer Avocado-Farm. Dafür geht es jetzt noch weiter nach Norden…

Noch ein paar Impressionen aus der Peppertree Lodge: